... sagt der Untertitel. Was sich wie ein Aufruf an "unterdrückte" Männer anhört, sich gegen eventuelle weibliche Übermacht zur Wehr zu setzen, entpuppt sich als Plädoyer für die Freiheit von gesellschaftlich und religiös geprägten Normen und Klischees, wie "Mann" zu sein und zu funktionieren hat.
In vier Kapiteln, ursprünglich einzeln gehaltene mündliche Vorträge, zeigt der amerikanische Franziskaner Rohr den Weg eines Mannes von der Entdeckung seiner weichen ("weiblichen") und harten ("männlichen") Tugenden, zur Entfaltung seiner männlichen Energie und schöpferischen Freiheit, hin zur Übernahme der Vater- und Großvaterrolle. Hervorragendes Beispiel ist ihm dabei immer die Beziehung Jesu Christi zum himmlischen Vater-Gott. Dennoch schöpft Rohr aber seine Gedanken und Ideen aus so verschiedenen Lagern wie dem franziskanischen Erbe, der charismatischen Bewegung, der Tiefenpsychologie C.G. Jungs und der Befreiungstheologie. Trotzdem verliert er sich nicht in einer ungewissen Beliebigkeit sondern führt alle diese Strömungen im Sinne seines Themas zusammen. Mir hat das Buch neu gezeigt, was echtes und wahres Mann-Sein, weit entfernt von Machogehabe oder Softietum, sein und für die Gesellschaft bedeuten kann. Obwohl die Vorträge, die diesem Buch zugrunde liegen, schon vor etwas längerer Zeit gehalten wurden, ist es nach wie vor aktuell und weiterzuempfehlen.