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In Stuttgart treffen 1932 zwei 16-jährige Jungen im Gymnasium aufeinander: Der eine ist der Sohn eines jüdischen Arztes, der andere ist Konradin, Graf von Hohenfels. Die beiden freunden sich miteinander an, doch ihre anregenden Gespräche über Hölderlin und ihre Vertiefung in ihre archäologischen Sammlungen werden zunehmend vom Lauf der Geschichte gestört. Auf Dauer können sie die Politik nicht ignorieren und ihre Freundschaft wird zerstört. Viele Jahre später, Fred ist ein erfolgreicher Anwalt in Amerika, seine Eltern sind tot, hält er eine Liste in der Hand, mit den Namen seiner ehemaligen Klassenkameraden, die im Krieg gefallen sind. Es dauert lange, bis er unter H wie Hohenfels nachschaut. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine "Axt" gegen das Vergessen!,
Rezension bezieht sich auf: Der wiedergefundene Freund (Taschenbuch)
Von Franz Kafka stammt der Satz: "Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns", an den ich während der Lektüre dieses sehr eindringlichen Buches von Fred Uhlman fortwährend denken musste.Es ist ein Text von ungeheurer Sprengkraft, ähnlich wie "Adressat unbekannt" von Kressman Taylor. Auch hier geht es um das Zerbrechen einer Freundschaft zwischen zwei Gymnasiasten im "Dritten Reich", die sich sechzehnjährig kennen lernen und deren blindes Verstehen eigentlich eine Angelegenheit für die Ewigkeit ist. Der Sohn eines jüdischen Arztes, beliebt, aber doch ohne feste Bezugspersonen in seiner Klasse, fühlt sich von einem später hinzu gekommenen Schüler magisch angezogen. Konradin von Hohenfels, ein sehr gebildeter, freundlicher und kameradschaftlicher Junge, kann sich die Freunde aussuchen. Er wird umschwärmt und der Ich-Erzähler kann kaum fassen, dass er sich gerade ihn zum Freund nimmt. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander, wandern und lesen die gleichen Bücher. Als Hitler die Macht ergreift, denkt Konradins Freund lange Zeit, dass sich für ihn nichts ändern wird. Sein Vater, aufrechter Patriot, angesehener Mediziner und Kämpfer im ersten Weltkrieg, bestärkt ihn darin, die neuen politischen Verhältnisse als eine Übergangserscheinung zu sehen. Doch allmählich wird es immer schwieriger, die Repressalien in der Schule nehmen zu. Konradin ist begeisterter Anhänger des Nationalsozialismus, seine Familie begrüßt die neuen Verhältnisse. Lange Zeit gelingt es den beiden Jugendlichen, die politischen Verhältnisse nicht zum Gegenstand ihrer Beziehung werden zu lassen. Doch wie ein Gift schleicht sich das Misstrauen in den Freundschaftsbund. Der Erzähler verlässt Deutschland rechtzeitig und blickt nach vielen Jahren auf seine Schulzeit zurück. Er wirkt distanziert, abgeklärt und doch bedauernd. Da erreicht ihn ein Brief seiner alten Schule mit einer Einladung zu einem Klassentreffen. Er kann nicht widerstehen und schaut in die Teilnehmerliste. Was er dann erfährt, lässt ihm - und dem Leser - den Atem stocken... Fred Uhlmans Erzählung ist erstmals bereits in den Achtziger Jahren erschienen und erlebte seither viele Neuauflagen. Es ist immer wieder spektuliert worden, ob mit Konradin von Hohenfels Stauffenberg gemeint gewesen ist. Es ist eine seltene Leseperle, die man nicht mehr vergessen kann. Ein Buch, dass sich auch für sehr junge Leser eignet. Denn es vermittelt seine Botschaft gegen das Vergessen tatsächlich wie die sprichwörtliche Axt! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
sehr lesenswert,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der wiedergefundene Freund (Taschenbuch)
Hier wird eine tragische Zeit sehr einfühlsam geschildert, was nichts Neues ist in der Literatur, aber selten in so kompakter Form geschieht. Mittelpunkt dieser Geschichte sind zwei ungleiche Freunde, bei denen, wie so oft im Leben, der Eine - wegen der Hingabe zu dem Freund - die treibende Kraft der Freundschaft ist. Als die Freundschaft zunehmend fester wird und keineswegs mehr einseitig ist, nimmt die Handlung von außen her einen dramatischen Verlauf. Der plötzliche Umschwung in den Verhaltensweisen der Menschen gegenüber einer Minderheit (zu der auch sein Freund gehört), sowie von der Haltung seiner eigenen Familie, wird der Eine bald unsicher in seinen freundschaftlichen Gefühlen. Vom überzähligen Umfeld gedrängt, sondert auch er sich zunehmend von dem Freund ab, was das Leben dieses Ausgestoßenen, sowie seiner Leidensgenossen, im Alltag erschwert, ja bald lebensgefährlich werden lässt, und er somit gezwungen ist, das Heimatland zu verlassen.Die Geschichte zeigt die traurigen und typischen Auswirkungen der Mitläuferschaft. Insgesamt ist es ein sehr wertvolles Buch, das zum Nachdenken anregt. Neben der liebevollen und bildhaften Beschreibung der Charaktere der beiden Freunde, die an Thomas Manns „Tonio Kröger" erinnern, ist es die wunderschöne melancholische Landschaftsbeschreibung, die den Autor auszeichnet. Inzwischen habe ich das Buch mehrmals weiterempfohlen, nachdem es mir ebenfalls von einem Freund empfohlen wurde, dem ich sehr dankbar bin. Petra, Köthen Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Freundschaft auf der Probe,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der wiedergefundene Freund (Taschenbuch)
Der wiedergefundene FreundZwei 16jährige Jungen, beide in derselben Klasse eines exklusiven Stuttgarter Gymnasiums, jüdischer Arztsohn der eine, Abkömmling einer reichen, alten, deutschen Adelsfamilie der andere - und das alles in Deutschland im Jahre 1933... Die beiden freunden sich an, befreunden sich, ihr Verhältnis wird immer enger und bleibt es ein Jahr lang. Sie teilen Gedanken, Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen und Ängste, lassen einer den anderen teilhaben an ihren verschiedenen Leben und Lebensstilen, helfen und verteidigen einander - während dieses einen Jahres erleben sie die Höhen einer Freundschaft, zeigen alles, was eine solche ausmacht und vor allem auszeichnet. Dies ist eine Seite der Erzählung...Ein wunderschönes Beispiel für die Sonnenseiten einer Freundschaft! Eine andere Seite zeigt auf bewegende Art und Weise die Kehrseite der Medaille, nämlich die Krisen und Tiefpunkte einer solch engen Beziehung zueinander, Grenzen und Widrigkeiten einer Freundschaft, die auf die beiden Jungen nach diesem wunderbaren Jahr gnadenlos aufprallen und mit denen beide nicht umgehen können - eine Zerreißprobe für ihre Freundschaft... Als dritte Seite gibt Fred Uhlman mit seinem "wiedergefundenen Freund" eine Schilderung Deutschlands zur Nazizeit, der schrecklichen Konsequenzen für den Einzelnen und dessen Verhalten. Auf mitreißende Weise geschieht dieses, so daß der Leser nur einmal mehr fassungslos dieses traurige und düstere Kapitel deutscher Geschichte miterlebt. Ebenso fassungslos nimmt er den Verlust dieser Freundschaft und der Umstände, die zu selbigem führen wahr. Es ist wohl nicht zu viel verraten, zu sagen daß es irgendwann zu einem "Wiederfinden" der beiden kommt - wann, wo und unter welchen Umständen ist sehr spannend und mitreißend zu lesen. Dieses Buch wird kein Leser unbewegt zur Seite legen - genausowenig, wie er es schnell vergessen wird. Der "Wiedergefunde Freund" bleibt für lange Zeit in den Gedanken haften! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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