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Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 28.12.2000
Der Rezensent Thomas Laux ist in seiner Begeisterung für Octave Mirbeau gar nicht zu bremsen. Ganz zu Unrecht sei der 1917 verstorbene französische Schriftsteller in Vergessenheit geraten. Umso mehr freut es Laux, dass nun "Nie wieder Höhenluft" im Deutschen vorliegt. Das gewichtige Werk, das man keinem Genre zuordnen könne, gebe einen sehr guten Einblick in das satirische Repertoire des sozial engagierten Anarchisten und Provokateurs. Mit Wortwitz, Ironie und Apercus attackiere Mirbeau höchst amüsant und tiefsinnig Kirche, Staat, Militär und Justiz. Eine witzig-pikareske Tour durch die Abgründe des menschlichen Alltags, die an Aktualität in keiner Weise eingebüßt habe.
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-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Ein Roman, der den Leser dazu einlädt, mit voyeuristischem Vergnügen und wohligem Grausen alle Arten von Spinnern und Verbrechern der besseren Gesellschaft beim Kururlaub zu bespitzeln. Alle Jahre wieder versammeln sie sich an den Kurorten und in den Sanatorien der Pyrenäen: die Betrüger und die Psychopathen, die angesehenen Politiker und ruhmreichen Militärs und was des Gesindels aus der vornehmen Gesellschaft noch mehr ist. Sie kommen, um die gesunde Höhenluft zu atmen und weil es die Mode so will. Vor allem aber kommen sie um der Lust willen, einander zu beäugen, auszuspionieren und sich ausgiebig das Maul zu zerreißen.
Mit diesen Tätigkeiten versüßt sich auch Georges Vasseur, ein Neurastheniker, der die Berge verabscheut, den verhaßten Kuraufenthalt. Mit bösartiger Scharfsicht schildert er die Kurgäste, spießt ihre Macken auf, entlarvt ihre Prätentionen. Aus Vasseurs Beobachtungen und den schier unerschöpflichen, haarsträubenden Anekdoten, die er daran knüpft, entsteht ein »fulminantes Sittengemälde« (Frankfurter Allgemeine Zeitung) der dekadenten französischen Gesellschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert.