V wie Vendetta ist das berühmteste Werk des Zeichners David Lloyd und einer der ersten Versuche des Autors Alan Moore eine fortlaufende Serie zu verfassen.
Das Projekt begann ab 1981, konnte aber erst 1988 zu Ende geführt werden.
Der Comic zeigt einem eine sehr düstere Vision der Zukunft. Der dritte Weltkrieg ist geschlagen, ein atomarer Holocaust hat große Teile der Welt zerstört. England wird von einer nationalistischen Partei geführt, deren erste Handlung es war Ausländer, Homosexuelle und andersgläubige in diverse Konzentrationslager zu verfrachten und deren Besitz zu beschlagnahmen.
An der Spitze sitzt der (im Comic nicht namentlich benannte) Führer, der mithilfe der verschiedenen Abteilungen seines Polizeiapparates(dem Ohr, dem Mund, das Auge, der Nase und dem Kopf) ein kaltes, brutales Regime führt und dabei vollkommen in seinem "Vorhersehung" genannten Supercomputer aufgeht.
Die Partei ist allgegenwärtig und nur ein Mann wagt sich dem Regime entgegenzustellen, mit dem Ziel es zu zerstören, England in Anarchie versinken zu lassen, damit aus dieser eine neue und hoffentlich bessere Ordnung entsteht.
So viel zum Hintergrund.
Die im Comic vorkommenden Figuren(V, seine "Schülerin" Evey, Inspektor Finch, der Führer und diverse andere) werden nach und nach, wie später von Moore gewohnt beleuchtet und nehmen, jeder auf seine Art, ihren Platz in dieser menschenfeindlichen Welt ein, erfüllen ihre Aufgabe die ihnen vorgesehen wurde, sie sind auch nur schmückendes Beiwerk, da der richtige Star einem stets frech, froh und munter dank seiner Maske anlächelt nämlich, jener der dem Comic seinen Namen gab: V.
V ist die komplexeste und widersprüchlichste, der dort vorkommenden Persönlichkeiten . Auf der einen Seite ein einfühlsamer, empfindsamer, hochintelligenter, begabter Mensch, auf der anderen Seite, ein kompromissloser Psychopath, dessen Methoden die Grenze dessen, was man als "menschlich" ansieht bei weitem überschreiten. So kümmert es ihn wenig wenn ein paar Unschuldige bei seinen Aktionen sterben.
Gleichzeitig, wirft er damit folgende Fragen auf: Heiligt der Zweck die Mittel? Haben es diese Menschen nicht verdient? Und ist eine Ordnung, egal wie schrecklich sie auch sei, tausendmal besser als das was V vorschwebt?
Diese Fragen kann man nur sich selbst beantworten, da der Revolutionär mit der Guy Fawkesmaske, sich dazu ausschweigt um jedem seine eigene Meinung sich darüber bilden zu lassen.
V wie Vendetta ist für zwanzig Euro, als Comicroman erhältlich, enthält einige Anmerkungen seiner beiden Schöpfer, insgesamt alle Kapitel, mit doch geradezu meisterhaft gezeichneten und colorierten Zeichnungen, die mit ihrem, naja ich sag mal schmutzigen Look sich perfekt zur düsteren und unheilvollen Atmossphäre des Comics ergänzen.