Die ersten Kapitel stellen dem Leser in einer Art Schnitzler'schen Reigen die Protagonisten vor, die zunächst in keiner Weise zusammenzuhängen scheinen. Allmählich werden jedoch die Verbindungen und Vernetzungen zwischen den Figuren sichtbar, die allesamt ein- oder mehrfach miteinander zu tun haben. Gemeinsam ist ihnen allen die Einsamkeit, die sie auf verschiedene Weisen erfolglos zu durchbrechen suchen. Interessant ist nun, wie die Autorin psychologisch einfühlsam und überzeugend, jedoch völlig unaufdringlich schildert, wie die Versuche eines Geschwisterpaares, einer Sängerin in einem halbseidenen Etablissement, einer jungen Abenteurerin und eines alten Mannes, ihre Ängste zu überwinden, aus ihrer Mittelmäßigkeit auszubrechen oder ihre Sehnsüchte zu erfüllen, zum Scheitern verurteilt sind.
Melancholisches Resümée der Lektüre: Einsame, auch wenn - oder gerade wenn - sie einander suchen, werden halt doch keine Freunde, sondern scheitern am Eigennutz des anderen.
Plausibles Porträt der spanischen Gegenwartsgesellschaft.