Kennen Sie Nerds? Nein? Glück gehabt! Sind Sie ein Nerd? Ja? Lügner! Um ein echter Nerd zu sein, darf man sich seines Schicksals nicht bewußt sein. Nerds sind die meist Brillen tragenden (Marke: Kassenmodell) komischen Leute, die nie mit einem reden, da sie viel zu sehr mit Dingen wie Computern oder Astrologie beschäftigt sind. Sie wissen schon, die Leute, die früher in der Schule regelmäßig kurz vor Mathe-Arbeiten lauter neue Freunde hatten, die dann aber nach der Mathe-Arbeit immer wieder schmerzlich feststellen mußten, daß die neuen Freunde einen plötzlich nicht mehr kannten und die deshalb genau wie vorher wieder alleine mit ihrer Milchtüte auf dem Schulhof in der Ecke standen. Max Brujn hat diesen Wesen nun ein eigenes Buch gewidmet. Die Nerds selber werden es allerdings wahrscheinlich gar nicht lesen, da ihnen die Lektüre neuer Software Handbücher sehr viel spannender und sinnvoller erscheint. Das Buch beschreibt den typischen Nerd, weist aber ausdrücklich darauf hin, daß es den typischen Nerd eigentlich gar nicht gibt. Inzwischen haben sich tatsächlich mehrere Subkulturen gebildet. Anschließend werden die größten Nerds der Geschichte portraitiert. Von Archimedes (man muß schon ein sehr wunderlicher Mensch sein, wenn man feindliche Soldaten mit den Worten "Stört mir meine Kreise nicht" begrüßt), über Mathias Rust (schon allein diese Brille....) bis hin zum König aller Nerds: Bill Gates. Amüsant sind auch die Geschichten diverser holländsicher Nerds (das Buch ist aus dem niederländischen übersetzt), die in Deutschland eher unbekannt sind, deren Biographien aber äußerst lesenswert sind. Alles in allem hilft das Buch ein wenig, diese von der Gesellschaft meist falsch verstandene Randgruppe besser zu verstehen. Aber dennoch: Lachen darf man über sie trotzdem. Und deshalb loht sich der Kauf von "Wie werde ich Bill Gates" auf jeden Fall. 5 Sterne!