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Kundenrezensionen

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am 10. Dezember 1999
Fast schon spröde und manchmal auch vor den Kopf stoßend kommt der Text "weiter leben" der Germanistin Ruth Klüger daher, in dem sie ihre Kindheit in Nazi-Österreich schildert. Ihre Erzählweise hebt sich dabei wohltuend von manchem allzu vor Betroffenheit triefenden Werk ab, ohne die Ereignisse dadurch auch nur im Geringsten zu verharmlosen. Klüger läßt sich nicht als Opfer darstellen und verzichtet auch auf Mitleid. Aus weiblicher Sicht und mit intellektueller und feministischer Deutung durchbricht sie ihre Geschichte selber durch Einschübe, die Erfahrungen der Gegenwart, Gespräche mit Studenten und Freunden beinhalten, und auch das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter nicht aussparen. Sie nimmt sich das Recht, auch von privaten Problemen zu erzählen, die in Texten über die Shoah oft ausgespart werden, weil es diesbezüglich - wohl im Hinblick auf den Kontext - eine Art von "Tabu" zu geben scheint. Einen weiteren Bezug zur Gegenwart wird dadurch hergestellt, daß sie immer wieder Gespräche mit ihrem Freund "Christoph" wiedergibt, einem "deutschen Intellektuellen", der "wie alle Intellektuellen in Deutschland das Seinige zu Auschwitz gesagt hat" ohne sie vorher nach ihren eigenen Erfahrungen zu Auschwitz zu befragen. Dabei soll es sich, wie in einigen Besprechungen vermutet wurde, um Martin Walser handeln. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 1. Dezember 1998
"Wer mitfühlen will, braucht Deutungen des Geschehens" (S. 128). Ruth Klüger liefert eine solche Deutung anhand ihrer eigenen Biographie und zwar immer in dem Bewußtsein, daß es nur eine von vielen Deutungen ist, ihre ganz persönliche. Erst spät im Leben hat sie ihre Erlebnisse aufgezeichnet und vielleicht ist es ihr deshalb gelungen, ein außergewöhnliches Buch zu schreiben. Sie stellt konkrete Erinnerungen reflektierenden Betrachtungen gegenüber und auf beiden Ebenen überzeugt sie durch Ehrlichkeit und Nachdenklichkeit.
Gerade in den persönlichen Begebenheiten wird ihr Leben als Jüdin - und damit aus spezifisch weiblicher Perspektive - in einer immer feindlicher werdenden Umwelt in häufig überraschenden Facetten erzählt. Sie verändert im Kopf des Lesers die festgefahrenen Deutungen von Theresienstadt, Auschwitz und Exil, indem sie es als ihre persönliche Geschichte mit den ganz individuellen Gefühlen beschreibt. Damit gelingt es eindrucksvoll, die bekannten Bilder zum Leben zu erwecken und vielleicht ein Stück besser zu verstehen, wie es dort war, an diesen Orten.
Und es ist sicherlich gut, daß sie sich dafür so lange Zeit ließ. Ihre späteren Reflexionen über das Erlebte, die andere Ebene des Buches, sind genauso überzeugend, da die Autorin auch hier wieder die heutige Sicht einiger Dinge in Frage stellt - kontrovers, kritisch und zum Nachdenken anregend. Ob KZ-Gedenkstätten oder das Reden über Auschwitz, sie hat ihre eigenen Meinungen und vertritt diese offensiv. Die zum Teil leisen Erinnerungen und die kontroversen Betrachtungen ergeben zusammen ein beeindruckendes Buch, das genauso historisch wie aktuell, genauso überlegt wie persönlich ist und aufgrund seiner Ehrlichkeit dem Leser nahegeht und ihn zu einer neuen Deutung des Geschehenen veranlaßt.
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am 25. Juli 2008
Ruth Klüger schreibt hier, 50 Jahre nach den Geschehnissen (das Buch ist von 1992) über ihre Erfahrungen als jüdisches Mädchen im Wien der 30er Jahre, ihre Verschleppung in die Konzentrationslager, ihre Auswanderung nach New York und ihre Wiederannäherung an Deutschland.
Ereignisse und Details über den Holocaust, die uns inzwischen hinlänglich aus anderen Quellen bekannt und genau dokumentiert sind, erspart sie uns. Statt dessen blickt sie hinter die Dinge, offenbart Meinungen und Ansichten, die denen, die man heutzutage über den Holocaust zu haben hat, entweder entgegen laufen oder sie erweitern und differenzieren. Aufgeteilt ist das Buch in Orte: Wien, die Lager Theresienstadt, Auschwitz, Christianstadt, Flucht nach Bayern, Ausreise nach New York, später 2-jähriger Aufenthalt in Göttingen als Studienleiterin.
Ruth Klüger erspart sich, und uns, nichts. Da ist das prekäre Verhältnis zu ihrer Mutter. Einer Frau, die in einigen lebenspraktischen Fragen durchaus Kompetenz besitzt und deren Entscheidung beide, Mutter und Tochter, die Rettung aus Auschwitz eine Woche vor dem Vergasen zu verdanken haben. Eine Frau, die den Neuanfang wagt, und die nach dem Krieg sehr flexibel in ganz unterschiedlichen Berufen ihre Frau steht. Eine Frau aber auch, die das Verhältnis zu ihrer Tochter manipulativ, konkurrierend und herabsetzend gestaltet hat und somit beide in eine unlösbare Mutter-Tochter-Verstrickung geleitet hat.
Ruth Klüger scheut sich nicht vor Vergleichen. So wirkt der Besuch eines Psychoanalytikers einige Zeit nach ihrer Ankunft in New York beinahe grausamer als ihr Aufenthalt in den Konzentrationslagern. Denn dieser Psychoanalytiker bringt ihr noch einmal in konzentrierter Form entgegen, was die Essenz ihrer Erfahrung in den Lagern war: Er läßt sie als Mensch, als Person, als 'Ich' nicht gelten. Statt eine tragfähige therapeutische Beziehung aufzubauen, würdigt er sie herab, kritisiert sie, beleidigt sie, macht ihr Vorschriften, erniedrigt und demütigt sie, will sie anders als sie ist. Sein Verhalten wirkt grausamer als würde er körperliche Gewalt anwenden. Und seine Menschenverachtung ist in ihrer subtilen Form empörender als die des Nazis in Christianstadt, der die 13-jährige Ruth unvermittelt, aus reiner Lust an der Gewalt, ohrfeigt.
Ruth Klüger ist schonungslos ehrlich mit sich selbst. Die Gespräche, die sie mit Freunden führt, könnten auch in ihrem eigenen Kopf stattfinden. Ein Kopf, der das eigene Denken ständig hinterfragt, analysiert, verwirft und neu zusammen stellt. Ist sie vielleicht zu unversöhnlich, zu wenig bereit zu verzeihen, zu verkrallt in das Geschehene, fragt dieser Kopf?
Sie ist vor allen Dingen eins: ehrlich, offen, klar, intelligent, und sehr persönlich.
Dieses Buch verdanken wir einem Fahrradsturz. Ruth Klüger fiel auf den Kopf und heraus purzelten diese Sätze.
Ruth Klüger hat dieses Buch auf deutsch geschrieben, für Deutsche.
In einer wunderschönen Sprache, in klaren, teils knappen Sätzen läßt uns Ruth Klüger an ihren Gedanken teilhaben.
Ich würde sieben Sterne vergeben, wenn das ginge.
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TOP 1000 REZENSENTam 25. Juli 2003
Mit 60 Jahren schrieb die deutschsprachige Literatur in Kalifornien lehrende Ruth Klüger ihre Erinnerungen nieder unter dem schlichten Titel „weiter leben - Eine Jugend". In bildhafter Sprache geschrieben, erfahren wir sehr viel aus dem äußeren wie inneren Lebensgang.
Das Außen: 1931 in Wien als Kind jüdischer Eltern geboren, Verschleppung in verschiedene KZ's mit ihrer Mutter, während Vater und Bruder von den Nazis wahrscheinlich ermordert werden, 9/42 bis 5/44 Theresienstadt, bis Ende Juni Auschwitz-Birkenau, wo sie es als knapp 13-Jährige schafft, einem Arbeitslager zugeordnet zu werden, dann Christianstadt und Flucht mit der Mutter bei einem evakuierenden Marsch vor der anrückenden russischen Armee im Februar 45. Ein deutscher Pfarrer verhilft mit gefälschten Papieren („Mutter und Tochter Kalisch") zu sicherer Identität und Aufenthalt in Bayern in Straubing und Regensburg mit Privatunterricht und „Notabitur" als 15-Jährige. Dann Beginn eines Studiums an der philos.-theol. Hochschule Regensburg 1947. Ausreise nach New York auf einem ausgedienten Kriegsschiff. In Amerika mühsame Fortsetzung der Ausbildung an Colleges, Gelegenheitsjobs, Kennenlernen ihrer 3 Freundinnen Anneliese, Marge und Simone am College in Vermont. Anläßlich eines geplanten Hilfeprojekts in Mexico, das sie wegen unvollständiger Pässe nicht mitmachen kann, entflieht sie der bis dahin klammernden Mutterbeziehung und baut sich eine eigene Existenz in Kalifornien auf, heiratet, wird Mutter und Literaturdozentin. 1988 kommt si für 2 Jahre nach Göttingen als Leiterin des dortigen kalifornischen Studienzentrums, wovon der Epilog handelt.
Das Innen: Jede Lebensstation wird gefüllt aus der Reflexion der durchgemachten Erlebnisse und Beziehungen, ganz besonders betrifft dies natürlich die je herrschenden Einstellungen zur NS-Zeit und ihre enge, ambivalente Beziehung zur Mutter, mit der sie Lagerleben, Flucht und Neubeginn gemeinsam durchlebte.
Ruth Klüger ist manchmal sehr penibel, legt die Worte - so scheint es - auf die Goldwaage. Aber sie spürt den Bedeutungen und seelischen Beweggründen als treibenden Motiven im Handeln - auch der Feinde! - nach, das macht die Lektüre zu einer wirklich bereichernden. Ein wichtiges und sehr empfehlenswertes Buch zur (jüdischen) Erfahrung der NS-Zeit und des Lagerlebens, wie auch des Aufwachsens mit diesen Erlebnissen.
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am 7. Februar 2002
Die Erinnerung an den Holocaust muß wach bleiben, gerade heute in unserem bedrohlichen Land. Die jüdische Katastrophe wurde für mich am ehesten faßbar in den Gedichten von Nelly Sachs und Hilde Domin, in den Dokumentarfilmen von Karl Fruchtmann und in dem Erinnerungsbuch "weiter leben" von Ruth Klüger.
Ich habe Ruth Klüger 1993 während einer Lesung erlebt, wie sie, durch eine behutsame Textauswahl, mit viel Wärme und Humor, den Zuhörerinnen den Zugang zu ihren Kindheitserlebnissen in deutschen Konzentrationslagern möglich machte. Es war ein wenig wie wenn bei einer Trauerfeier die Hauptleidtragende den hilflosen, in Konvention erstarrten Trauergästen taktvoll, ja liebevoll beisteht, lebendige Gedanken und eigene Worte zu finden statt Floskeln. Genau so wirkt auch die Lektüre ihres Buches.
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am 26. Juli 2002
Keine reine Wiedergabe von Erinnerungen sondern auch deren -eigene- kritische Bewertung. Gefühle und Gedanken von der Autorin in wunderbar ausgefeilter Sprache, die zum Nachdenken anregen. Besonders interessant: Die Schilderung des Überlebens in der Nachkriegszeit und der Umgang der Deutschen mit ihrer eigenen Geschichte direkt danach.
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am 4. Februar 2015
Nein, dieses Buch ist nicht "erschütternd", wie Ruth Klüger im Vorfeld dachte, dass man ihre Autobiografie mit KZ-Kindheit bezeichnen würde. Es ist klug, literarisch, anklagend, beklemmend. Letzteres aber nicht wegen der Anklage. Das erwartet man ja von einer Überlebenden des Holocaust, aber Ruth Klüger schreibt in erster Linie über sich und die Welt ihrer Kindheit und Jugend, wie sie sich ihr dargestellt hat. Sie wächst als jüdisches Kind in Wien auf, darf nicht ins Kino gehen oder nur unter größter Angst, sieht sich stets einer in der Luft liegenden Bedrohung ausgesetzt. Zum Überfluss gibt es Spannungen mit der Mutter. Das erinnert an Anne Frank, auch bei der nehmen ja die Konflikte mit der Mutter viel Raum ein.

Ruth Klüger teilt ihre Autobiografie sinnigerweise in vier Abschnitte: Der Erste geht über ihre Kindheit in Wien, der Zweite handelt von den Konzentrationslagern, der Dritte von der kurzen Zeit in Deutschland und der Vierte von den ersten Schritten nach der Auswanderung in die USA. Fast immer unterbricht Ruth Klüger ihre Erzählung mit Reflexionen oder eben Anklagen, mit Ausnahme des ersten Teils über die Wiener Zeit, den finde ich daher auch am gelungensten. Man spürt da die Beklemmung der noch geduldeten, aber bereits diskriminierten Juden unter der NS-Herrschaft, zittert mit Ruth Klüger, als sie, angestachelt von der Mutter, trotz des Verbots ins Kino geht und da ausgerechnet neben einer Nazifamilie sitzt, empfindet mit ihr die Demütigung, die in der "sentimentalen Geste" eines Passanten liegt, der dem jüdischen Kind heimlich eine Orange zusteckt. Die folgenden Abschnitte sind, wie gesagt, immer durch Reflexionen unterbrochen, das stört die Klarheit und schmälert, wie ich finde, die Ausdruckskraft. Andererseits erlaubt es Ruth Klüger, von allzu ausführlichen Beschreibungen der Entmenschlichung durch die KZs abzusehen, das hat Primo Levi ja bereits beschrieben, und Ruth Klüger, die dieses Buch spät, Anfang der 90er, geschrieben hat, mochte es wohl nicht wiederholen. Der Ton ist lakonisch, wahrscheinlich die angemessene Tonart für dieses Thema. Aber sie scheint auch Ruth Klügers Charakter zu entsprechen, wenn man ihre Interviews liest, schlägt sie da denselben Ton an.

Man spürt aber eines in dieser Autobiografie: Ruth Klüger wollte nicht ihr Selbst in den Schatten der KZ-Erlebnisse stellen. Sie sind ein Teil ihrer Biografie und sicher ein prägender, aber nicht das Einzige, was sie ausmacht. Symbolisch dafür ist vielleicht diese Episode mit den Gedichten, die sie kurz nach Kriegsende an eine Straubinger Zeitung geschickt hat und in der man aus ihnen die Erzeugnisse eines "KZ-Kind[s], das Verse schrieb" gemacht hatte. Sie wollte aber als junge Lyrikerin gelten. Auch in dieser Autobiografie spürt man diesen Anspruch, und das gelingt ihr auch bis zu einem gewissen Punkt. Denn natürlich ist das Überleben der KZs etwas Außerordentliches, das sich in den Vordergrund drängt.

Fazit daher: Das Buch einer KZ-Überlebenden, die aber mehr sein wollte als nur eine Überlebende. Die Dichterin Ruth Klüger wollte und konnte aus dichterischer Integrität nicht akzeptieren, dass die KZ-Erlebnisse ihr die Show stehlen. Das ist reizvoll und anregend und sympathisch. Wer die Entmenschlichung der KZ-Häftlinge nachempfinden will, soll eben Primo Levi lesen. Versteht sich, dass der Exkommilitone Christoph Martin Walser ist, das ist ein offenes Geheimnis.
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am 11. Oktober 2004
Wer sich mit Literatur zu diesem Thema schon öfter auseinandergesetzt hat, wird über diese Art des Erinnerns voller Bewunderung und sehr erstaunt sein. Da klingt trotz aller Dramatik zart der sprichwörtliche jüdische Humor mit - obwohl man ja meinen müßte, das wäre eigentlich unmöglich. Bemerkenswerter Scharfsinn und gnadenlose Ehrlichkeit bestimmen den gesamten Rückblick. Wunderbare Erzählerin.
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am 12. Dezember 2011
Ich habe das Buch gekauft weil Ruth Klüger - vor allem in Österreich - in den letzten 1 bis 2 Jahren vermehrt in der öffentlichen Wahrnehmung auftauchte und ich mich immer wieder fragte wer den eigentlich die Dame sei, warum sie so berühmt sei, und warum sie meiner Meinung nach so relativ überraschend aus der Nicht-Wahrnehmung aufgetaucht ist - vielleicht hat das aber auch damit zu tun, dass ich bei Herausgabe des Buches gerade im Volksschulalter war.

Anfänglich denkt man natürlich wieder an "noch einen Holocaust-Roman", aber das ist er nicht. Wie schon einige Male von anderen Rezensenten erwähnt handelt es sich um eine Biografie, und so ist sie auch gehalten.

Ruth Klüger schildert relativ distanziert - so distanziert man als Betroffene sein kann - aber dennoch packend ihre Erlebnisse, ihre Gefühle zur Zeit des Erlebens und ihre Gefühle im Nachhinein.
Sie erzählt über ihre Jugend in Wien, übe die Zeit in den Lagern, die nach Orten unterteilte Unterkapitel darstellen, über die Flucht, die ersten Jahre danach, die Emigration in die USA und auch noch über ihr leben dort und die Zeit danach, als sie wieder in Deutschland und Österreich anzutreffen war und das Buch verfasst hat.

Was sie auslässt ist die Zeit dazwischen, das ist etwas kurz gehalten, aber wer sich dafür interessiert, sollte "Unterwegs verloren" lesen - die Quasi-Fortsetzung.
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am 14. Januar 2000
Die Entschägigung der Zwangarbeiter ließ die Wellen um den Holocaust in diesem Jahr wieder hochschlagen. Und zum Glück für die Deutschen ist es jetzt wieder vom Tisch - oder vielleicht doch nicht? Solange es solche Bücher wie Ruth Klügers „weiter leben" gibt, bestimmt nicht. Hier wird nicht nur eine fiktive Story erzählt, die, um Leser zu gewinnen, psychologisch und medienwirksam aufbereitet wurde, hier erzählt Ruth Klüger ihre Geschichte. Die Geschichte eines Kindes, das erst elfjährig, dem KZ entging, weil sie einer wildfremden Frau Vertrauen schenkte. Sie ist eine Überlebende. Sie stellt sich immer wieder die Frage, warum kam gerade ich frei? „Die Schuldgefühle der Überlebenden sind ja nicht so, daß wir uns einbilden, wir hätten kein Recht auf Leben", schreibt sie und versucht, weiter zu leben. Dieses Buch ist geschrieben, um veröffentlicht zu werden. Dennoch ist es eine ehrliche und zugleich grausame Biographie ohne jeglichen Schnörkel. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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