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weiter leben: Eine Jugend [Taschenbuch]

Ruth Klüger
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Ruth Klüger
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Wer sich dafür interessiert, wie selbst die krassesten Gefühle subtil und sehr bewusst geschildert werden können, sollte dieses Buch lesen.«
Isa von Bismarck-Osten, Rhein-Sieg-Rundschau 22.12.2008

»Mir ist keine vergleichbare Biographie bekannt, in der mit solcher kritischen Offenheit und mit einer dichterisch zu nennenden Subtilität auch die Nuancen extremer Gefühle ... vergegenwärtigt werden.«
Paul Michael Lützeler, Neue Zürcher­ Zeitun­­g

Kurzbeschreibung

Mit sieben Jahren durfte sie in ihrer Heimatstadt Wien auf keiner Parkbank mehr sitzen. Mit elf kam sie in KZ. Ruth Klüger erzählt ihre Kindheit und Jugend.

Mit unbestechlicher Klarkeit und souveräner Menschlichkeit berichtet sie vom Grauen der Vernichtungslager und vom »weiter leben«. Als sie trotz der Verbote für Juden ins Kino geht, um Walt Disneys Schneewittchen zu sehen, stellt eine Nachbarstochter sie bloß und droht mit Anzige.

»Der Tod, nicht Sex war das Geheimnis, worüber die Erwachsenen tuschelten, wovon man gern mehr gehört hätte. Ich gab vor, nicht schlafen zu können, bettelte, daß man mich auf dem Sofa im Wohnzimmer (eigentlich sagten wir Salon) einschlafen ließe, schlief dann natürlich nicht ein, hatte den Kopf unter der Decke und hoffte, etwas von den Schreckensnachrichten aufzufangen, die man am Tisch zum besten gab. Manche handelten von Unbekannten, manche von Verwandten ...«


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
"Wer mitfühlen will, braucht Deutungen des Geschehens" (S. 128). Ruth Klüger liefert eine solche Deutung anhand ihrer eigenen Biographie und zwar immer in dem Bewußtsein, daß es nur eine von vielen Deutungen ist, ihre ganz persönliche. Erst spät im Leben hat sie ihre Erlebnisse aufgezeichnet und vielleicht ist es ihr deshalb gelungen, ein außergewöhnliches Buch zu schreiben. Sie stellt konkrete Erinnerungen reflektierenden Betrachtungen gegenüber und auf beiden Ebenen überzeugt sie durch Ehrlichkeit und Nachdenklichkeit.

Gerade in den persönlichen Begebenheiten wird ihr Leben als Jüdin - und damit aus spezifisch weiblicher Perspektive - in einer immer feindlicher werdenden Umwelt in häufig überraschenden Facetten erzählt. Sie verändert im Kopf des Lesers die festgefahrenen Deutungen von Theresienstadt, Auschwitz und Exil, indem sie es als ihre persönliche Geschichte mit den ganz individuellen Gefühlen beschreibt. Damit gelingt es eindrucksvoll, die bekannten Bilder zum Leben zu erwecken und vielleicht ein Stück besser zu verstehen, wie es dort war, an diesen Orten.

Und es ist sicherlich gut, daß sie sich dafür so lange Zeit ließ. Ihre späteren Reflexionen über das Erlebte, die andere Ebene des Buches, sind genauso überzeugend, da die Autorin auch hier wieder die heutige Sicht einiger Dinge in Frage stellt - kontrovers, kritisch und zum Nachdenken anregend. Ob KZ-Gedenkstätten oder das Reden über Auschwitz, sie hat ihre eigenen Meinungen und vertritt diese offensiv. Die zum Teil leisen Erinnerungen und die kontroversen Betrachtungen ergeben zusammen ein beeindruckendes Buch, das genauso historisch wie aktuell, genauso überlegt wie persönlich ist und aufgrund seiner Ehrlichkeit dem Leser nahegeht und ihn zu einer neuen Deutung des Geschehenen veranlaßt.

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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Fast schon spröde und manchmal auch vor den Kopf stoßend kommt der Text "weiter leben" der Germanistin Ruth Klüger daher, in dem sie ihre Kindheit in Nazi-Österreich schildert. Ihre Erzählweise hebt sich dabei wohltuend von manchem allzu vor Betroffenheit triefenden Werk ab, ohne die Ereignisse dadurch auch nur im Geringsten zu verharmlosen. Klüger läßt sich nicht als Opfer darstellen und verzichtet auch auf Mitleid. Aus weiblicher Sicht und mit intellektueller und feministischer Deutung durchbricht sie ihre Geschichte selber durch Einschübe, die Erfahrungen der Gegenwart, Gespräche mit Studenten und Freunden beinhalten, und auch das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter nicht aussparen. Sie nimmt sich das Recht, auch von privaten Problemen zu erzählen, die in Texten über die Shoah oft ausgespart werden, weil es diesbezüglich - wohl im Hinblick auf den Kontext - eine Art von "Tabu" zu geben scheint. Einen weiteren Bezug zur Gegenwart wird dadurch hergestellt, daß sie immer wieder Gespräche mit ihrem Freund "Christoph" wiedergibt, einem "deutschen Intellektuellen", der "wie alle Intellektuellen in Deutschland das Seinige zu Auschwitz gesagt hat" ohne sie vorher nach ihren eigenen Erfahrungen zu Auschwitz zu befragen. Dabei soll es sich, wie in einigen Besprechungen vermutet wurde, um Martin Walser handeln. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sollte man lesen 25. Juli 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Ruth Klüger schreibt hier, 50 Jahre nach den Geschehnissen (das Buch ist von 1992) über ihre Erfahrungen als jüdisches Mädchen im Wien der 30er Jahre, ihre Verschleppung in die Konzentrationslager, ihre Auswanderung nach New York und ihre Wiederannäherung an Deutschland.
Ereignisse und Details über den Holocaust, die uns inzwischen hinlänglich aus anderen Quellen bekannt und genau dokumentiert sind, erspart sie uns. Statt dessen blickt sie hinter die Dinge, offenbart Meinungen und Ansichten, die denen, die man heutzutage über den Holocaust zu haben hat, entweder entgegen laufen oder sie erweitern und differenzieren. Aufgeteilt ist das Buch in Orte: Wien, die Lager Theresienstadt, Auschwitz, Christianstadt, Flucht nach Bayern, Ausreise nach New York, später 2-jähriger Aufenthalt in Göttingen als Studienleiterin.
Ruth Klüger erspart sich, und uns, nichts. Da ist das prekäre Verhältnis zu ihrer Mutter. Einer Frau, die in einigen lebenspraktischen Fragen durchaus Kompetenz besitzt und deren Entscheidung beide, Mutter und Tochter, die Rettung aus Auschwitz eine Woche vor dem Vergasen zu verdanken haben. Eine Frau, die den Neuanfang wagt, und die nach dem Krieg sehr flexibel in ganz unterschiedlichen Berufen ihre Frau steht. Eine Frau aber auch, die das Verhältnis zu ihrer Tochter manipulativ, konkurrierend und herabsetzend gestaltet hat und somit beide in eine unlösbare Mutter-Tochter-Verstrickung geleitet hat.
Ruth Klüger scheut sich nicht vor Vergleichen. So wirkt der Besuch eines Psychoanalytikers einige Zeit nach ihrer Ankunft in New York beinahe grausamer als ihr Aufenthalt in den Konzentrationslagern. Denn dieser Psychoanalytiker bringt ihr noch einmal in konzentrierter Form entgegen, was die Essenz ihrer Erfahrung in den Lagern war: Er läßt sie als Mensch, als Person, als 'Ich' nicht gelten. Statt eine tragfähige therapeutische Beziehung aufzubauen, würdigt er sie herab, kritisiert sie, beleidigt sie, macht ihr Vorschriften, erniedrigt und demütigt sie, will sie anders als sie ist. Sein Verhalten wirkt grausamer als würde er körperliche Gewalt anwenden. Und seine Menschenverachtung ist in ihrer subtilen Form empörender als die des Nazis in Christianstadt, der die 13-jährige Ruth unvermittelt, aus reiner Lust an der Gewalt, ohrfeigt.
Ruth Klüger ist schonungslos ehrlich mit sich selbst. Die Gespräche, die sie mit Freunden führt, könnten auch in ihrem eigenen Kopf stattfinden. Ein Kopf, der das eigene Denken ständig hinterfragt, analysiert, verwirft und neu zusammen stellt. Ist sie vielleicht zu unversöhnlich, zu wenig bereit zu verzeihen, zu verkrallt in das Geschehene, fragt dieser Kopf?
Sie ist vor allen Dingen eins: ehrlich, offen, klar, intelligent, und sehr persönlich.
Dieses Buch verdanken wir einem Fahrradsturz. Ruth Klüger fiel auf den Kopf und heraus purzelten diese Sätze.
Ruth Klüger hat dieses Buch auf deutsch geschrieben, für Deutsche.
In einer wunderschönen Sprache, in klaren, teils knappen Sätzen läßt uns Ruth Klüger an ihren Gedanken teilhaben.
Ich würde sieben Sterne vergeben, wenn das ginge.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Absolut empfehlenswert
Ich habe das Buch gekauft weil Ruth Klüger - vor allem in Österreich - in den letzten 1 bis 2 Jahren vermehrt in der öffentlichen Wahrnehmung auftauchte und ich mich... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Bernd Unger veröffentlicht
Schwierig - eine Rezension und das Werk als solches!
Ich selbst hätte mir das Buch nicht gekauft, weil schon alleine der Klappentext das suggeriert, was mich persönlich bei 'literarischen Texten' abstößt. Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Fra_Pe veröffentlicht
Der Eindruck nach dem Lesen
Wow. Was für ein Buch.
Ruth Klüger macht nicht viele Worte. Sie erzählt so voller Sprachgewalt, Scharfsinn, Ehrlichkeit und Klugheit, dass ich selten so gut... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Maria Gonzalez veröffentlicht
Der Autor ist selten guter Vorleser seiner Werke.
Der Autor ist selten guter Vorleser seiner Werke. Ruth Klüger ist dafür ein gutes Beispiel. Das Buch müsste ein junges Mädchen vorlesen . Unbedingt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. März 2010 von Dr. Irene Berlin
Wirrwarr
Als im literarischen Zirkel dieses Buch vorgeschlagen worden ist, da war ich total begeistert eine spannende Biographie zu lesen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. Februar 2009 von ackozok
Mit dem Überleben leben lernen
Über Konzentrationslager und den Holocaust, Krieg und Widerstand sind schon viele Bücher geschrieben worden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Januar 2009 von Joern Brien
Interessante Autobiografie, doch wo bleiben die Gefühle?
Wir haben erst vor kurzem "Weiter Leben" als Schullektüre zu lesen bekommen und ich muss sagen, dass es sehr interessant zu lesen war. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Mai 2007 von Kathi
Erstklassiges Buch
Wer sich mit Literatur zu diesem Thema schon öfter auseinandergesetzt hat, wird über diese Art des Erinnerns voller Bewunderung und sehr erstaunt sein. Lesen Sie weiter...
Am 11. Oktober 2004 veröffentlicht
Streitbare Erfahrungen zur eigenen jüdischen KZ-Erfahrung!
Mit 60 Jahren schrieb die deutschsprachige Literatur in Kalifornien lehrende Ruth Klüger ihre Erinnerungen nieder unter dem schlichten Titel „weiter leben - Eine... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Juli 2003 von Shaun
Empfehlenswert anders
Keine reine Wiedergabe von Erinnerungen sondern auch deren -eigene- kritische Bewertung. Gefühle und Gedanken von der Autorin in wunderbar ausgefeilter Sprache, die zum... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Juli 2002 von Ilka Dobslaw
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