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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der weite Ritt - Ein fast unbeachteter Western, 23. Juni 2007
Nachdem Peter Fonda mit Easy Rider, in dem er als Captain America, neben Dennis Hopper eine der Hauptrollen spielte, als Co-Autor und Produzent mitwirkte, einen riesigen Erfolg feiern konnte und zu einer regelrechten Kultfigur wurde, bekam er die Chance den Film "The Hired Hand" zu drehen. Gefördert wurde das gesamte Unternehmen durch ein Hollywood Studio (Universal), das zu der Zeit in einigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckte. Es schuf eine unabhängige Produktionsgesellschaft, unter Leitung von Ned Tanen, die sich auf sogenannte Außenseiterfilme spezialisierte. Neben vielen anderen, z. B. Hopper's "The Last Movie", enstand über diesen Weg auch der Western "The Hired Hand", obwohl gerade in dieser Zeit das Ende der zentralen Rolle dieses Genres in Hollywood eingeläutet wurde. Doch Peter Fonda wollte schon immer einen Western machen, denn als Sohn der Hollywood-Legende Henry Fonda (*1905-+1982, "Young Mr. Lincoln" 1939, "Jesse James" 1939, "The Ox-Bow Incident" 1943, "My Darling Clementine" 1946, "Fort Apache" 1948, u.a. ) ist er praktisch mit diesem Genre groß geworden. Wie alle jungen Regisseure mußte er mit sehr geringen Mittel auskommen. Seine Mitarbeiter waren fast nur Neulinge in der Branche, was man an der Besetzungsliste, sowohl für die Grew (z.B. Kameramann Vilmos Zsigmond; später fotografierte er Michael Ciminos Film "Heavens Gate", der die United Artist an den Rand des Ruins brachte und die Westernkomödie "Maverick"), als auch für die Darsteller anmerkt, aber dem Film letztendlich keinen Abbruch tat. Bei den Mimen war es ähnlich, neben Fonda war es eigentlich nur Warren Oates (*1928-+1982), der schon einige interessante Filme gemacht hatte, er war einer der bekanntesten Darsteller von Antihelden im neuen Hollywood, z.b. mit Filmen wie: "Sacramento" 1962, "In der Hitze der Nacht" 1967, "Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia" 1974, "Jagd auf Dillinger" 1973 u.a.).
Zum Film selbst: Drei herumziehende Cowboys Harry Collings (Peter Fonda), Arch Harris (Warren Oates) und Dan Griffen (Robert Pratt) lagern am Rio Grande und machen sich Gedanken über ihren weiteren Weg. Als sie weiterreiten kommen sie durch ein kleines Nest, Del Norte, hier entscheidet sich Collins nach Hause zurückzukehren. Bei ihrem Eintreffen werden sie von einigen zwielichtigen Gesellen beobachtet, doch sie achten nicht darauf. Sie versorgen ihre Pferde und besorgen sich Getränke. Als die zu fortgeschrittener Stunde alle sind, macht sich der jüngste von ihnen auf, um Nachschub zu holen. Da er nicht wieder kommt gehen sie ihm nach, als sie in der Cantina an der Bar stehen fallen Schüsse, gleich darauf taumelt Dan durch die Tür und bricht zusammen. Er kann seinen Sattelpartnern keine Erklärung mehr geben und stirbt in ihren Armen. Von seinen Verfolgern hören sie: Er hätte eine junge Frau angefallen und vergewaltigt. Harry und Arch begraben ihn. Dann stellen sie fest, daß das Pferd von Dan verschwunden ist. Am anderen Morgen holt Arch ihre und auch das Pferd von Dan, anschließend zerschießen sie dessen Mörder die Füße. Gemeinsam reiten sie zu Harrys Frau Hannah (Verna Bloom - 1973 spielte sie mit Clint Eastwood in dem Western "High Plains Drifter") und Tochter. Sie nimmt die beiden als Tagelöhner (hired hands) auf. Als sich die Eheleute langsam wieder näher kommen, zieht Arch weiter. Nach kurzer Zeit erfährt Harry, daß Arch von den Mördern Dan's gefaßt wurde. Sie schicken ihm einen Finger von Arch, und drohen ihm damit, das jede Woche zu wiederholen. Sein Entschluß ist schnell gefaßt, er will dem Freund helfen. Seine Frau versucht ihn am fortreiten zu hindern, aber er reitet los. In Del Norte kommt es zum Show Down, den Harry und seine Herausforderer nicht überleben. Statt seiner reitet Arch zu dessen Frau zurück.
Wer mit "The Hired Hand" einen rasanten und actionreichen Western erwartet, wird enttäuscht sein. Fonda selbst sagte zu seiner Arbeit: »Ich wollte einen Film über die Elemente machen - über Feuer, Regen, Wasser, Luft - und über die Beziehung des Menschen zu diesen Elementen. Ich wollte das als Western drehen, weil der Western das antike Drama Amerikas ist. Er gibt einem die Möglichkeit, gewaltige Symbole zu benutzen und eine Perspektive, die Filme aus dem modernen Alltagsleben nicht hergeben. Für mich ist es eine Symphonie« (Sight And Sound). (Zitat aus Joe Hembus "Das Westernlexikon").
Da bisher nur die zerschnittene Version, wenn überhaupt, zu sehen war, ist es schön, daß nach gut dreißig Jahren Fonda den Film in seiner ursprünglichen Version noch einmal auf den Markt brachte. Koch Media hat den Film auch für die deutschen Westernfans, als »Two Disc Special Edition« heraus gebracht, die mit viel Zusatzmaterial (Dokumentation, Audiokommentar, Anmerkungen von Martin Scorsese, entfallene Szenen, Radio-Spots, diverse Trailer und einer Bildergalerie) ausgestattet ist, auch die Bild- und Tonqualität ist in Ordnung. Doch leider sind die Dokumentation, der Audiokommentar und die Anmerkungen von Martin Scorsese nicht untertitelt! Eigentlich Schade für diese ansonsten gelungene DVD.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Späte Heimkehr, 25. März 2009
Der heimkehrende Cowboy Peter Fonda wird nach 7 Jahren von der verlassenen Ehefrau nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Aber sehr sensibel wird die erneute Annäherung geschildert. Dann muss er sich zwischen einer gewachsenen Männerfreundschaft und dem gerade wiedergefundenen Glück im trauten Heim entscheiden.
Die Zeit zwischen den handlungsarmen Szenen wird durch wunderschöne fast elegische Bilder und einem gut dazu passenden Soundtrack überbrückt.
Peter Fonda hat 1971 einen außergewöhnlichen Western abgeliefert. völlig off-mainstream bleibt er bis zum finalen Showdown konsequent. Ein optischer und akustischer Leckerbissen für Leute, die es ruhig mögen und die sich bei den üblichen Western mit viel Geballer und Happyend langweilen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Intelligent und lyrisch. Ein Meisterwerk., 13. Dezember 2007
Peter Fonda präsentiert uns einen sehr ruhigen, fast lyrischen Western, der stark mit Naturimpressionen arbeitet, getragen von einer absolut phantastischen Filmmusik. Fonda wollte einen Western drehen, der das Leben im Westen so darstellt wie es gewesen ist. Das ist ihm zweifelsohne gelungen, aufgrund einer sehr einfachen aber umso überzeugenderen Geschichte ohne Nebengeleise und irgendwelche nutzlosen stilisierten schauspielerischen oder emotionalen Mittel. Der Film ist sehr direkt und schnörkellos. Er berichtet von Männern, die schuldlos in Gewalt verwickelt werden, diese Gewalt rächen nur um anschliessend selbst wieder für ihre Rache büssen zu müssen. Dabei nehmen die Gewaltszenen im Film einen sehr kleinen Raum ein. Und wo geschossen wird da bleiben verkrüppelte und tote Menschen zurück. Und dies nicht nach Hunderten von Schüssen wie etwa in "Open Range", sondern schon nach einem Dutzend.
"The hired hand" ist eine überzeugende Parabel. Unrecht wird niemals ungeschehen. Wer Gewalt anwendet wird von ihr eingeholt und solange man den Kreis der Gewalt nicht aktiv durchbricht dreht er sich weiter. Ein hervorragender Film und völlig unverständlich dass der Film von der Produktionsfirma geradezu vorsätzlich vernachlässigt wurde.
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