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Der weiße Tiger: Roman
 
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Der weiße Tiger: Roman [Gebundene Ausgabe]

Aravind Adiga , Ingo Herzke
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (37 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 318 Seiten
  • Verlag: C.H. Beck; Auflage: 1 (29. Juli 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406576915
  • ISBN-13: 978-3406576911
  • Originaltitel: The White Tiger
  • Größe und/oder Gewicht: 22,4 x 14,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (37 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 67.470 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Balram Halwai ist ein ungewöhnlicher Ich-Erzähler: Diener, Philosoph, Unternehmer, Mörder. Im Verlauf von sieben Nächten und in der Form eines Briefes an den chinesischen Ministerpräsidenten erzählt er uns die schreckliche und zugleich faszinierende Geschichte seines Erfolges - der ihm keineswegs in die Wiege gelegt war. Balram - der "weiße Tiger" - kommt aus einem Dorf im Herzen Indiens. Seine düsteren Zukunftsaussichten hellen sich auf, als er, der klügste Junge im Dorf, als Fahrer für den reichsten Mann am Ort engagiert wird und mit ihm nach Delhi kommt. Hinter dem Steuer eines Honda City entdeckt Balram - und wir mit ihm - eine neue Welt. Balram sieht, wie seinesgleichen, die Diener, aber auch ihre reichen Herren mit ihrer Jagd nach Alkohol, Geld, Mädchen und Macht den Großen Hühnerkäfig der indischen Gesellschaft in Gang halten. Durch Balrams Augen sehen wir das Indien der Kakerlaken und Call Center, der Prostituierten und Gläubigen, der alten Traditionen und der Internetcafés, der Wasserbüffel und des mysteriösen "weißen Tigers".
Mit seinem ebenso unwiderstehlichen wie unerwarteten Charisma erzählt uns Balram von seiner Flucht aus dem Hühnerkäfig, dem Sklavendasein - eine Flucht, die ohne Blutvergießen nicht möglich ist. Eine Geschichte voller sprühendem Witz, Spannung und fragwürdiger Moral, erzählt in einem unnachahmlichen und fesselnden Ton. Keine Saris, keine exotischen Düfte und Gewürze, keine Tabla-Musik und Maharadschas - dies ist das Indien von heute. Und mehr als das. In seiner Kritik am Sklavendasein ist es ein Angriff der dritten auf die erste Welt. Amoralisch und respektlos, anrührend und absolut zeitnah.

Über den Autor

Aravind Adiga, wurde 1974 in Madras geboren, wuchs teilweise in Sydney, Australien, auf, studierte englische Literatur an der Columbia University und am Magdalen College in Oxford. Er arbeitete als Korrespondent für die Zeitschrift Time und für die Financial Times.
Er lebt - ohne Diener - in Mumbai, Indien. Sein erster Roman "Der weiße Tiger" erscheint in 16 Ländern.
(Stand Mai 2008)

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77 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ausbruch aus dem Hühnerstall, 4. August 2008
Von 
Roland Freisitzer "freisitzer" (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der weiße Tiger: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als Balram Halwai via All India Radio vom bevorstehenden Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao erfährt, erzählt er diesem in Form eines in sieben Nächten entstehenden Briefes seine Geschichte und damit auch in gewisser Weise, die Geschichte Indiens. Eine Geschichte, die sich so wohltuend von den Klischees abwendet (Aravind Adiga scheut sich nicht, die dunklen Seiten Indiens hervorzukehren), dass es eine wahre Freude ist, Aravind Adigas Erstlingsroman und seinem sympathischen Helden, Protagonisten, der als Figur ein charismatischer und philosophischer Diener, Großunternehmer im Taxibereich, aber auch Mörder ist, gebannt zu folgen.
Im Dorf Laxmangarh (Bezirk Gaya) als Munna (Junge) in einer Kaste von Zuckerbäckern geboren, ist er der klügste Schüler in seiner Klasse, darf aber, da er zusammen mit seinem Bruder die Familie ernähren muss, die Schule nicht abschliessen, und das, obwohl der besuchende Schulinspektor Munna als großes Talent und einmaligen Schüler dieser Schuler erkennt (dieser Schulinspektor ist es auch, der Munna den Namen Balram gibt und Balram mit dem weißen Tiger vergleicht).
In diesem "ländlichen Paradies" Laxmangarh sind: "Strommasten - unbrauchbar, Wasserleitungen - kaputt und die Kinder - zu dünn und zu klein für ihr Alter, mit zu großen Köpfen, aus denen lebhafte Augen leuchten, so groß wie das schlechte Gewissen der indischen Regierung".
Balram arbeitet zuerst in einem Teehaus, bevor er als Taxifahrer den großen Aufstieg schafft und nach einer Zeit als zweiter Chauffeur der Familie des Storchs, Privatchauffeur von Mr. Ashok wird, mit dem er nach Delhi geht. Aravind Adiga überzeugt in seinen Schilderungen der fast peinlichen Treue Balrams dem Arbeitgeber gegenüber, obwohl er von diesem eigentlich nur ausgenutzt wird und als Mensch dritter oder vierter Klasse gesehen wird.
Ständige Erniedrigungen führen letzendlich zu Balrams Ausbruch aus dem Hühnerstall: "Gehen Sie ins alte Delhi, auf den Markt hinter der Jama Massjid, und schauen Sie sich an, wie dort die Hühner angeboten werden. Hunderte blasser Hennen und leuchtend bunter Hähne sind dicht and dicht in Drahtkäfige gestopft, so eng wie die Würmer im Darm, sie hacken nacheinander und scheißen aufeinander, sie kämpfen um ein bisschen Luft zum Atmen; der ganze Käfig stinkt fürchterlich nach verängstigtem, gefiedertem Fleisch... Die Hühner im Käfig riechen das Blut von oben... Sie wissen, sie sind als Nächste dran. Dennoch rebellieren sie nicht. Sie versuchen nicht, aus dem Käfig auszubrechen. Und genau dasselbe passiert mit den Menschen in diesem Land."
Balram bricht aus, gewinnt im Kampf des Stärkeren und wird selbst menschlicher Unternehmer. Ein Buch, das wie Indien in ein Indien der Finsternis und ein Indien des Lichts geteilt ist, zwei Seiten hat (Dunkel - Hell), ein zutiefst menschliches Buch, ein überzeugend leuchtender Erstlingsroman des jungen, 1974 in Madras geborenen Schriftstellers, eine absolute Empfehlung. Die Nominierung in die Longlist des diesjährigen "Booker Prize" ist mehr als gerechtfertigt, ein würdiger Sieger wäre Aravind Adigas "Der weiße Tiger" auch. Ein Buch, das ich sicherlich wieder lesen werde.
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40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein fulminanter Debütroman über das Leben in Indien heute!, 9. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Der weiße Tiger: Roman (Gebundene Ausgabe)
Aravind Adiga Der weiße Tiger C.H. Beck
ISBN 3406576915

Der Debütroman von Aravind Adiga entführt uns zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach Indien.

Ein Junge mit Namen Balram, auch 'weißer Tiger in Anlehnung an den König der Wildnis genannt ', kommt aus einem kleinen indischen Dorf, in dem primitivste Lebensbedingungen herrschen. Er ist arm und intelligent, vorwitzig und neugierig. Sein Weg führt ihn heraus aus der Enge seiner Familie und fort aus seinem armseligen Leben.
Als Fahrer des reichsten Mannes im Dorf gelangt er nach Delhi und lernt Indien mit seinen Gegensätzen kennen, von denen er in seinem abgelegenen Heimatort niemals etwas erfahren hätte! Hier zeigt sich die ganze Sprachgewalt des Autors: wie er durch die Augen Balrams dem Dorf und seinen Bewohnern, seiner Familie und der armseligen Abhängigkeit von den reichen und großspurigen Grundbesitzern mit seinen Beschreibungen Leben einhaucht. Ironisch, geistreich und sarkastisch ist der Ton, mit dem Balram, ein Held aus der Kaste der Zuckerbäcker, den chinesischen Ministerpräsidenten, dessen Besuch in Indien demnächst ansteht, über seinen Werdegang unterrichtet. In langen Nächten schreibt er Episteln an ihn, die von aufreizender Vieldeutigkeit und detailliertem Wissen über sein Land nur so strotzen.
Korruption und Unterwerfung bestimmen den Alltag. Die Rechtlosigkeit der Armen steht gegen die Herrschaftsansprüche der Reichen, die ihre Diener nicht wie Menschen sondern wie Warengut behandeln. Der Dreck und die Niedertracht sind Begleiterscheinungen eines Lebens, in der es riesige Klassenunterschiede gibt. Eindringlich werden die Gegensätze im Vielvölkerstaat Indien beschrieben. Die Probleme im Land gründen auf religiösen, mentalen und Besitzunterschieden, wobei die Zugehörigkeit zu einer Kaste auch heute noch den Platz eines jeden in der Gesellschaft mit bestimmt. Allgemein herrscht das Gesetzt des Dschungels: nur, wer gerissen und durchtrieben ist, kann sich aus der Armut befreien und zur Klasse der Herrschenden und Unternehmer aufsteigen. Aravind Adiga zeigt in seinem Roman die Gegensätze eines kapitalistischen Systems, in dem unter Verletzung von Moral und Anstand der Gauner zum Gewinner werden kann, denn auch die Rechtsorgane sind bestechlich.
Balram ist der Held, der über den Weg der Gesetzlosigkeit sein Glück macht und über dessen Erlebnisse sich das Gesellschaftsbild Indiens öffnet. Er ist der weiße Tiger, der alle Bindungen und angelernten Verhaltensweisen des Dienens hinter sich lässt und zum Mörder und Spieler wird, um den gesicherten Status eines Unternehmers zu gewinnen.
Auch der Unmoralische aber kann mit gesichertem Einkommen wieder zum Wohltäter der Gesellschaft werden!

Gegenwart und Vergangenheit, Fortschritt und Aberglaube, Reichtum und Armut, Bildungsmangel und niedrigstes Kastendasein bieten ein Bild Indiens, das überwältigend ist. Es wäre bedrückend, wenn der Autor seine Schilderung nicht mit den Mitteln des Humors in eine geistreiche, amüsante und äußerst unterhaltsame und prächtige Lektüre verwandelt hätte! Die Erzählung behält ihre Leichtigkeit und bleibt famos in der phantastischen Vielfarbigkeit bis zur letzten Seite. Ein hoch zu lobender Debütroman!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das wahre Indien..., 2. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Der weiße Tiger: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe dieses Buch im englischen Original gelesen - in Indien. Ich habe dort mehrere Jahre meines Lebens verbracht, kenne Indien also nicht nur als Tourist sondern auch in seiner Tiefe.

Es ist wunderbar das nun (2008) endlich mehrere Werke (dazu zähle ich auch "Slumdog Millionär") Aufmerksamkeit auf ein Indien abseits von Bollywood und Yoga-Ashrams lenkten. Den tatsächlich machen die wenigsten Inder Yoga und Bollywood versucht auch nur den schöne Schein zu bewahren.

Diese rasant geschriebene Geschichte beschreibt praktisch das moderne Märchen vom Tellerwäscher (Chai-Verkäufer) zum Millionär - allerdings unter indischen Gesetzmässigkeiten.

Mit all der in diesem Land herrschenden Korruption, keinen tut etwas ohne Bakschish, ungesühnte Kriminalität und dem Streben nach Macht, Macht und nochmals Macht. Denn Macht bedeutet in Indien Ansehen.
Und Ansehen ist hier alles, egal was die Leute hinter deinem Rücken reden.

Insofern verwundert es mich ein wenig, wenn die Leute das Buch als "herrlich ironisch" bewerten....äh, also...das ist alles Realität in diesem Land und keinesfalls überzogen. Aber ich würdes es vermutlich auch nicht glauben, wenn ich es nicht schon mit eigenen Augen gesehen hätte.
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