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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Geschichte erzählt wie ein Roman,
Von Anwalt (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Es war einmal ein Palästina: Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels (Gebundene Ausgabe)
Während die meisten Bücher über den Nahost-Konflikt 1948, dem Jahr der Gründung Israels beginnen, setzt Segev bereits kurz vor Ende des ersten Weltkriegs an und richtet das Augenmerk des Lesers auf die Epoche, in der die wahren Wurzeln des Konflikts liegen. Segev beschreibt mit schon fast belletristischem Stil die Entwicklung der nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes zum Staat Israel. Dabei gelingt ihm, was wenigen Sachbüchern glückt: Den Leser zu fesseln, als läse er einen Roman. Besonders trägt dazu bei, daß er die geschichtliche Entwicklung nur in zweiter Linie aus der Perspektive der großen politischen Führer erzählt, sondern zu allererst aus der Sicht der weniger bekannten Figuren oder auch aus der Sicht von Menschen, die scheinbar nie am Rad der Geschichte gedreht haben. So kommt eben nicht nur Ben Gurion zu Wort, sondern auch eine englische Volksschullehrerin, ein Soldat oder ein nur mäßig prominenter Mitarbeiter einer staatlichen Bildungsbehörde. Dies alles ermöglicht einen abgerundeten Blick auf die Geschichte. Wegen dieser Herangehensweise eignet sich das Buch aus meiner Sicht auch und gerade für Leser, die die Geschichte Palästinas noch nicht kennengelernt haben; vorausgesetzt, man macht sich die Mühe, das Buch von vorne bis hinten zu lesen. Denn ein Nachschlagewerk ist es nicht. Kritisch ist allenfalls anzumerken, daß Segev die Personen, aus deren Sicht er schreibt, manchmal etwas abrupt zur Sprache kommen läßt, ohne sie dem Leser zunächst vorzustellen. So kann es passieren, daß der Leser die politische Bedeutung einiger Figuren zunächst nicht erkennt, weil Segev offenbar voraussetzt, daß sie jedem ein Begriff sind. Wer das Buch zu Ende liest, bemerkt aber, daß die ein oder andere Figur, die zunächst nur als Privatperson in Erscheinung trat, später maßgeblich auf die weitere Entwicklung Palästinas eingewirkt hat.
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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unterhaltsam und informativ,
Von Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Es war einmal ein Palästina: Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels (Gebundene Ausgabe)
Das Buch hat für mich zwei große Stärken.Erst einmal erklärt es den Ursprung des heutigen Nahostkonfliktes und zeigt, dass dieser auf langfristige, historische Entwicklungen zurückgeht und nicht nur aufgrund spezifischer, politischer Fehler am Ende des ersten oder zweiten Weltkrieges entstanden ist. Er zeigt auch, dass der Konflikt bereits vor der Staatsgründung Israels sichtbar war, und dass es auch damals schon viele Versuche gab, diesen Konflikt zu lösen. Das Buch zeigt auch sehr gut die Anstrengungen, aber auch das Scheitern der britischen Kolonialmacht, die durchaus nicht nur Machtpolitik betrieben hat, sondern auch versucht hat, eine zivile, friedliche Gesellschaft in Palästina zu schaffen. Allerdings ist sie dabei sowohl an den wohl nicht zu vereinbarenden, politischen Zielen der Bevölkerungsgruppen und auch an eigenem Unvermögen gescheitert. Mich hat das Buch gelehrt, dass allen Politikern, die von einer "Lösung" des Nahostkonfliktes sprechen, sogar von einer kurzfristigen Lösung dadurch, "dass man alle an einen Tisch bringt und einen Vertrag unterschreibt", mit Misstrauen begegnet werden muss. Die zweite Stärke des Buches ist es, dass es den politischen Konflikt zwischen Juden und Arabern nicht nur im Rahmen einer historischen Analyse darstellt, sondern ihn auf die Ebene einzelner Personen und deren Biographien zurückführt. Oft verstecken sich hinter politischen Begriffen Emotionen oder Konflikte, die auf der Ebene der politischen Wissenschaft eher nur umschrieben als verstanden werden. Ein Stück Land zu bebauen, einen Angehörigen zu verlieren oder an eine Bestimmung zu glauben kann eine starke Identifikation für eine Idee begründen. Und das Buch macht an Beispielen deutlich, wie gerade dieser Prozess zu den Spannungen in der Region führt. Das Buch erscheint gut recherchiert, es gibt ein umfangreiches Literaturverzeichnis, und durch Zitate wird der Inhalt der manchmal romanhaft beschriebenen Ereignisse auch nachgewiesen. Aufschlussreich. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geschichte erleben,
Von Medic (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Es war einmal ein Palästina: Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels (Gebundene Ausgabe)
Tom Segev hat es in diesem Buch hervorragend geschafft, Masse von Information und recherschiertem Hintergrund zu einem lesbaren Gang durch einen wesentlichen Teil der Vorgeschichte Israels zu machen. Die Darstellung erscheint objektiv mit sehr vielen Quellenangaben, berücksichtigt die Sichtweise und Fehlverhalten von Juden und Arabern und unterscheidet sich daher durch seine bewusst bemüht objektive Darstellung von vielen anderen Werken.Trotzdem sollte der Leser einen gewissen Background der weltpolitischen Lage mitbringen, wenn er die beschriebenen zeitlichen Entwicklungen in das Gesambtbild einbeziehen möchte, zwingend erforderlich ist es aber nicht. Fazit: Umfangreiche Informationsquelle für einen interessierten Leser, der die Zeit mitbringt sich umfangreich in die Problematiken einzuarbeiten, nichts für Freunde der abgerundeten dezidierten Kurzinformation (kein Nachschlagewerk) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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