März 2000: Viele Menschen in Großbritannien halten den Atem an, als sie die Schlagzeilen der Zeitungen lesen. Es gibt Neues von Robert John Maudsley, einem mehrfachen Mörder, der seit über 20 Jahren in strengster Isolationshaft sitzt. Er wünscht sich bessere Haftbedingungen und - man kann es kaum glauben - einen Wellensittich. Erinnerungen werden geweckt an die bestialischen Taten eines Mannes, der aufgrund seiner ungeheuren Grausamkeit mit dem Hannibal Lecter aus dem Horrorthriller "Das Schweigen der Lämmer" verglichen wurde. Maudsley gilt als der "wahre Hannibal Lecter".
Der Autor Jaques Buval hat die unfaßbare Lebensgeschichte Robert John Maudsleys aufgezeichnet, angefangen von der erschütternden Kindheit bis hin zu den unvorstellbaren Morden und Maudsleys heutigem Leben, das er völlig isoliert im Hochsicherheitsgefängnis von Wakefield verbringt.
Genau wie die anderen Bücher des Autors ist auch dieses schwer zu "verdauen" und als Leselektüre "so nebenbei" keinesfalls geeignet. Man braucht verdammt starke Nerven, um die unfaßlichen Greueltaten von R.J. Maudsley zu lesen, geschweige denn zu begreifen. Von "Begreifen" im herkömmlichen Sinne kann sowieso keine Rede sein - unser normales menschliches Gehirn weigert sich einfach, zu akzeptieren, daß solche Dinge, wie sie zu den Morden beschrieben werden, tatsächlich möglich sind. Auf der anderen Seite stellt der Autor trotzdem sehr kritisch die Frage, ob die beschriebene Isolationshaft, wie sie für R.J. Maudsley aufgrund seiner bestialisch verübten Morde seit über 20 Jahren angewandt wird, nicht auch menschenunwürdig ist. Mit dem "Dafür" bzw. dem "Dagegen" darf sich der Leser dann selbst beschäftigen. Die Meinungen werden sicherlich oft geteilt sein.