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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Familienepos großen Zuschnitts,
Rezension bezieht sich auf: Der vollkommene Schmerz: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ugo Riccarelli Der vollkommene Schmerz
Paul Zsolnay Verlag ISBN: 3552053875 In diesem umfangreichen Familienepos berichtet Ugo Riccarelli über das Leben in Italien während der ganzen Epoche der politischen Wirren von Beginn des 19. Jahrhunderts über den ersten Weltkrieg bis zum Ende des zweiten Weltkriegs. Ein junger Freiheitskämpfer, hier als Maestro bezeichnet, kommt zu Beginn des 19. Jahrhunderts in die Toskana und verliebt sich in eine junge Witwe mit einem kleinen Sohn, die den tragischen Tod ihres Mannes zu verwinden trachtet. Sie leben in freier Liebe zusammen, was milde belächelt und geduldet wird von den Mitbewohnern des Dorfes, weil die große, sanfte Liebe zwischen den beiden gerne gesehen wird. Sie bekommen eine Reihe von Söhnen und Töchtern. Daneben gibt es eine reaktionäre und später faschistische Familie mit vielen Abkömmlingen, die in vielerlei Verzweigungen in Hass und Liebe, aber auch Verrat und Totschlag mit einander verbunden sind. Nachdem man viele Mitglieder der Familien in ihren Eigenarten, Neigungen und Sonderlichkeiten während des Verlaufs der Geschichte kennen gelernt hat, treffen sich zuletzt wie bei Romeo und Julia die beiden jüngsten Abkömmlinge dieser so verschiedenen Familien und verlieben sich in einander. Sie bilden das Ende des langen Reigens von Verwandtschaftsbeziehungen. Natürlich wird diese Liebe verfolgt und beargwöhnt und sieht sich besonderen Schikanen ausgesetzt. In einem wundersamen Singsang wird die Saga um die Familien erzählt. Es gibt Träume und Visionen, und es gibt handfeste Verfolgungen und Todesfälle. Die liebenden Frauen sind die sanften, duldsamen, zuweilen auch die starken Wesen, die das Leben forttragen. Die Sympathien des Autors ruhen für mich eindeutig auf den Rebellen und Aufständischen, die den Sozialismus herbeisehnen. Die konservative Familie besteht aus den Geschäftemachern, teilweise skrupellos und gerissen und verbissen in den eigenen Vorteil, ohne Scheu jede Moral außer Acht lassend. Natürlich gibt es hier wie dort die einen und die anderen Charaktere. Der vollkommene Schmerz: das ist das immer wieder kehrende Motto, mit dem Geburten durchstanden werden müssen, und der durch Trennungen oder durch den Tod und den Verlust von geliebten Menschen ertragen werden muß. Das Glück, die Liebe, die Schönheit und ihre Vergänglichkeit, der Kummer und der Schmerz, auch häufig der Hass zwischen den Menschen, bilden die Kernpunkte in den Aussagen des Romans. Man versinkt beim Lesen in diese Welt, und meint doch zu spüren, wie der Kreislauf des Lebens von der Geburt bis zum Tod ein irgendwie immer gleicher ist, nur unterschieden durch die Zeit, die Stunde und die Art des Todes. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein bewegender Familienroman in genialer Erzählkunst,
Von Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der vollkommene Schmerz: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eine Maschine, ein Perpetuum mobile, bei der die einzelnen Bauteile Familiennamen tragen, steht symbolisch für die zahlreichen Verbindungselemente, die die Historie einer Familie darstellen und zusammenhalten. Der Autor des Romans, Ugo Riccarelli, wurde 1954 in Turin geboren, lebt heute in Rom. Das Cover des Buches zeigt ein italienisches Gemälde mit dem Titel Erinnerungen an einen Schmerz.
Zum Inhalt: Die Geschichte spielt in der Toskana. Zwei Familien erleben die italienische Einigung, die Schrecken und Wirren von zwei Kriegen, werden mit Anarchisten, Faschisten und Sozialisten konfrontiert. Die eine Familie, ist die der Witwe Bartoli, die mit ihrem achtjährigen Sohn Bartolo ein Haus mit sechs Zimmern bewohnt. Das Haus liegt auf einem Berg, und von dort sieht man in die Ebene, in der die Eisenbahngleise immer weiter heranrücken. Ihr Mann ist bei den Arbeiten an einem Viadukt von einer Eisenbahn erfasst und getötet worden. Zwei Vorarbeiter der Eisenbahngesellschaft bewohnen zwei Zimmer des Hauses. In das dritte Zimmer zieht der Maestro, ein aus dem Süden Italiens angereister Dorflehrer. Er ist ein glühender Anarchist, der für ein besseres Leben der Arbeiterklasse kämpft. Die Witwe Bartoli ist eine korrekte, ordentliche und zuverlässige Wirtin, deren Leben nach dem Tod des Mannes von Einsamkeit geprägt ist. Und eines Tages geschieht, was geschehen musste, der Maestro verliebt sich in die Witwe Bartoli. Sie führen eine glückliche Ehe aus der vier Kinder hervorgehen. Dann gibt es in dieser kleinen Stadt die Familie des Schweinezüchters Odysseus Bertorelli. Die Kinder heißen sinnigerweise Hector, Ortest und Annina. Die Mutter Rosa brennt eines Tages mit einem Puppendoktor durch. Die Schicksale der beiden Familien vermischen sich als der kluge und warmherzige Cafiero die forsche Annina heiratet. Eigentlich kann es zu keiner harmonischen und glücklichen Verbindung kommen, denn einerseits sind die beiden Familien verfeindet, andererseits die Zeiten voll politischer Unruhen. Der Begriff Der vollkommene Schmerz taucht immer wieder auf, denn zu jedem Leben gehören nicht nur Glück, Harmonie und Zufriedenheit, sondern auch Enttäuschung, Schmerz und Tod. Und jedes Mal, wenn der Schmerz, bei dem Verlust, dem Tod einer der Romanfiguren des Romans, die Kraft zum Weiteleben zu lähmen scheint, dann geht es doch immer wieder weiter, denn der Schmerz gehört ja zum Leben dazu. Ertragen kann man ihn erfahrungsgemäß natürlich nur dann, wenn man auch bereit ist ihn anzunehmen. Es ist ein große, hinreißend erzählter Bilderbogen, 100 Jahre Italien, von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts, über diese beiden so unterschiedlichen Familien mit Träumern, Pragmatikern, Geschäftemachern, Abenteurern und Erfindern. Es ist ein kostbarer Roman, weil er letztlich die Freude am Leben zeigt, trotz des vollkommenen Schmerzes. Eine Geschichte voller Leidenschaft und Poesie, ein bewegender Familienroman, der am ehesten an den großartigen Roman Hundert Jahre Einsamkeit von Gabriel García Márquez erinnert. Ein Elementarereignis, ein Buch, wie es seit Jahrzehnten in Europa nicht geschrieben worden ist. Ein wunderbares Buch, rasant geschrieben, von unglaublicher Sogkraft, in einer Klarheit und Musikalität der Sprache, die geradezu phantastisch ist. Ein grandioses literarisches Ereignis. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wieviel Leid erträgt ein Menschenleben?,
Rezension bezieht sich auf: Der vollkommene Schmerz: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wie viel Leid erträgt ein Menschenleben, eine Familie, eine ganze Familiengeschichte? Diese Frage stellt sich, wenn man den Roman "Der vollkommene Schmerz" von Ugo Riccarelli zu Ende gelesen hat.
Der Roman beginnt Mitte des 19.Jahrhunderts in einem kleinen Dorf in Italien und bietet ein anschaulich entfaltetes historisches Panorama von über einhundert Jahren italienischer Geschichte. Der Leser erlebt die Begegnung der Witwe Bartoli mit dem Maestro, und Riccarelli lässt uns teilhaben an den Schicksalen der nachfolgenden Generationen. Alle Kinder und Kindeskinder erfahren beim Leben, Lieben, Hassen und in Konfrontation mit dem Tod irgendwann einen fast "vollkommenen Schmerz" aber nie nimmt er ihnen die Kraft - im Gegenteil. Er ist für die einen Erlösung, für die anderen Anlass zur Veränderung oder zum Neuanfang. Viele Männer lassen ihr Leben im Kampf, bei der Verfolgung politischer Ziele oder aufgrund tragischer Zufälle. Sie suchen den Orient oder finden Zuflucht im Priesteramt oder im Ausland. Frauen leiden unter der Gewalt ihrer Männer, sehnen sich nach der Freiheit oder nehmen alle erdenkliche Mühsal auf sich für das Wohl ihrer Kinder. Aber alle retten sich über die Zeiten des Wartens, der Einsamkeit, der Not und der Todesangst mit den Erinnerungen an die alten Familiengeschichten. Hat doch immer wieder eine Generation der nächsten beglückende oder tragische Begebenheiten der früheren Familienmitglieder erzählt, und so ein Stück Heimat und Tradition bewahrt. Hauptsächlich die Mütter sind es, die in ihren Kinder oder Enkeln die Vergangenheit wach halten. Und immer wieder wird man mit dem Gedanken konfrontiert, "dass die Dinge im Kreis laufen, dass sie gleich und auch anders wiederkehren, wenn die Zeit sie uns in ihrem spiralförmigen Lauf zurückgibt" und "wie sonderbar doch das Leben ist, wie die Zeit vergeht und nicht vergeht, wie das Schicksal nimmt, zurückgibt und wieder fortnimmt, wie und wo man es sich nicht vorstellen kann". Oder "dass das Leben eine Gesamtheit von Augenblicken sei, über die wir niemals die Kontrolle haben". Der Roman ist wunderschön geschrieben und die einzelnen Personen werden sehr treffend beschrieben. Trotz eines übersichtlichen Stammbaumes im Anhang des Buches war es allerdings nicht immer einfach, sich die vielen Namen zu merken. Deswegen mein Tipp: nicht zu viele Pausen während der Lektüre. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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