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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
82 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Untergang eines Volkes als Overtüre des 20. Jhdts.,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die vierzig Tage des Musa Dagh (Taschenbuch)
In epischer Breite beschreibt Franz Werfel das Schicksal von 7 armenischen Dörfern im Norden Syriens, deren Einwohner sich der Armenier-Deportation im Jahre 1915 widersetzen und sich unter der Leitung des Priesters Ter Hasaguin und des Offiziers Gabriel Bagradian 40 Tage auf dem Berg Musa Dagh gegen türkische Sturmangriffe behaupten. Wie in einem Staatsgründungsroman wird der Leser Zeuge von Ordnung und Anarchie, Herrschaft und Opposition, Heldenmut und Verbrechertum innerhalb einer Gemeinschaft, die um das nackte Überleben kämpft und - nach einer ungemein spannenden und fesselnden Hadnlung - am Ende untergeht. Man kann es kaum glauben, dass dieser Roman vor dem jüdischen Holocaust geschrieben wurde, doch es stimmt: die Vernichtung eines Volkes als Overtüre des 20. Jahrhunderts wurde von Werfel geschrieben, lange bevor die "Endlösung der Judenfrage" ins Werk gesetzt oder auch nur geplant war. Werfels These, die hinter der Turbulenz seiner Handlung hervortitt, ist von geradezu schockierender Kraft: der entgötterte Staat betritt die Bühne der Geschichte und wird zum Mörder im gigantischen Stil. Ganz deprimiert kann man werden, wenn man bedenkt, dass der Völkermord an den Armeniern heute fast ebenso vergessen ist wie dieses Meisterwerk der Literatur.
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48 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Roman über einen verschwiegenen Genozid,
Von
Rezension bezieht sich auf: Franz Werfel. Gesammelte Werke in Einzelbänden - Gebundene Ausgabe: Die vierzig Tage des Musa Dagh (Gebundene Ausgabe)
Wer die Schreibweise von Franz Werfel nicht kennt, wird anfangs vielleicht einige Mühe haben. Kenntnisreich und farbig lässt Werfel ein Bild des Handlungsortes und seiner Gestalten entstehen. Von Seite zu Seite steigert sich Dynamik und Spannung. Historiker nennen das blutige Schicksal der Armenier in den Jahren nach 1915 den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts. Die Ereignisse sind historisch zweifelsfrei belegt, werden aber von türkischer Seite bis heute bestritten. Aber nicht nur die Rolle der Türkei sondern auch die unrühmliche Rolle Deutschlands in diesem Konflikt kommt zur Sprache. Dabei fehlt es an Schuldzuweisungen. Werfel kann die Welt nicht einfach in Gute und Böse aufteilen. Er schildert die Tragödie des armenieschen Volkes indem er exemplarisch den Übelebenskampf der Bewohner von 6 armenischen Bergdörfen erzählt, die sich auf den Musa Dagh zurück ziehen, um der Verschleppung und damit dem grausamen Tod zu entgehen. Hauptperson ist Gabriel Bagradian, ein Armenier, der lange Zeit in Frankreich gelebt hat und mit einer Französin verheiratet ist. Sie beide kommen gemeinsam mit ihrem Sohn Stephan gerade in der Zeit in seine alte Heimat, als die Ereignisse ihren unheilvollen Lauf nehmen. Dramatische Einzelschicksale werden entfaltet. Der Handlungsverlauf ist an kaum Stelle vorhersehbar, sondern steckt voller glücklicher und furchtbarer Überraschungen.
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erschütternde Anklage gegen den Völkermord an den Armeniern,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die vierzig Tage des Musa Dagh (Taschenbuch)
Im Sommer 1929 wurde Franz Werfel (1890-1945) bei einem Aufenthalt in Damaskus mit den Schicksalen armenischer Flüchtlingskinder konfrontiert. Unter dem unmittelbaren Eindruck des Elends beschloß er, einen Roman über jene Armenier zu schreiben, die im osmanischen Reich friedlich an der syrischen Küste gelebt hatten und dort im Sommer 1915 von den Jungtürken grausam verfolgt wurden. Etwa 5000 zum Widerstand entschlossene Männer und Frauen zogen sich damals auf den Musa Dagh, den Mosesberg, zurück, um sich gegen die Übermacht der Türken zu verteidigen. Werfel unternahm intensive historische Forschungen, um seinem 1933 erschienenen Roman einen bis in die Einzelheiten authentischen Hintergrund geben zu können. Im Mittelpunkt seiner Schilderung steht die fiktive Person des Gabriel Bagradian, der zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn Stephan zufällig aus Paris in der Heimat weilt und zur ,,Seele" des Widerstandes gegen die Türken wird. Ihm zur Seite steht der Priester Ter Haigasun als der geistige Führer der Gruppe. Im Lauf der Belagerungskämpfe fällt Bagradians einziger Sohn. Als die Türken am 40. Tag der Belagerung zum Generalangriff ansetzen, erscheint ein englisch-französisches Geschwader, dem es gelingt, die überlebenden Verteidiger aufzunehmen und wegzuführen. Nur Bagradian bleibt zurück, am Grabe des Sohnes trifft ihn eine türkische Kugel. Der Roman ist eine erschütternde Anklage gegen den Völkermord. Für die Juden in Deutschland wurde er gerade in den Verfolgungsjahren nach 1933 zu einer Art Schicksalsbuch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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