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Doch dies alles ist zunächst nur eine Ahnung und -- in den Augen seiner Kollegen -- ein Hirngespinst. Unterdessen wird Adamsberg zusammen mit einigen Mitarbeitern für zwei Wochen in die kanadische Provinz Québec zu einem internationalen Polizeilehrgang geschickt. Als er dort eine Affäre mit einer jungen Französin beginnt und diese kurze Zeit später ermordet aufgefunden wird, hat die Vergangenheit Adamsberg endgültig eingeholt. Die Tote weist die gleichen Wunden auf wie vor Jahrzehnten die Opfer des Serienmörders.
Es ist doch bemerkenswert, mit welcher Gründlichkeit uns die französische Autorin Fred Vargas immer wieder mit ihren genauso poetischen wie schicksalhaften Geschichten in ganz eigene Erzählwelten entführt. Kriminalromane sind zum Glück immer Fiktion, doch mit ihrem verschrobenen Kommissar, der seine Fälle mehr intuitiv als analytisch auflöst, und mit den sehr menschlich gezeichneten skurrilen Figuren, schafft Vargas eine Phantasiewelt, die in der Kriminalliteratur ihresgleichen sucht. In diesem Roman ist es Adamsbergs Kollegin Retancourt, die als starke und eigenwillige Frauenfigur dem Plot eine überraschende Wendung gibt.
Der vierzehnte Stein (übrigens eine Anspielung auf das chinesische Ma-Jongg-Spiel) ist eine gelungene Fortsetzung der Adamsberg-Saga. Vargas Romane stecken voller Symbolik, ob es nun blaue Kreidekreise auf Pariser Straßen (in Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord) sind, geheimnisvolle Zahlen auf Türen (in Fliehe weit und schnell) oder hier die Spuren eines Dreizacks als Wundmal bei den Opfern eines pathologischen Serientäters.
Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass in Der vierzehnte Stein die Übersetzung aus dem Französischen zumindest teilweise recht eigenwillige Wege einschlägt, wenn z.B. eine Mordkommission als Mordbrigade und das Département Bas-Rhin grundlos mit Niederrhein (statt deutsch Unterelsass) übersetzt wird, oder wenn die Übersetzerin den Québécois einen Dialekt verpasst, der jenseits von Gut und Böse liegt. Doch dieser Wermutstropfen sollte weder Vargas-Fans noch abenteuerlustige Krimileser abschrecken, sich einen Tag Urlaub zu nehmen und sich in der wunderbar eigenen Welt Adamsbergs und seiner Mitstreiter einzunisten. --Christian Koch -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
67 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der siebte Krimi des Vargas-Universums,
Von jae80 "jae80" (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der vierzehnte Stein: Kriminalroman (Kommissar Adamsberg ermittelt) (Taschenbuch)
Ungewöhnlich viel Zeit lässt sich Fred Vargas in "Der vierzehnte Stein" mit der Entwicklung der Handlung - tatsächlich scheint sie bisweilen das Genre "Kriminalroman" zu verlassen, um sich statt dessen der Vergangenheit und den seelischen Abgründen ihres Protagonisten, des Pariser Kommissars Jean-Baptiste Adamsberg, zu widmen. Jene Leser, welche - wie ich - die Vargas-Romane auch wegen der wunderbar verschrobenen und zutiefst menschlichen Charaktere schätzen gelernt haben, werden das - und vor allem die ca. 200 Seiten mehr - zu schätzen wissen.Im Gegensatz zu den meisten anderen Vargas-Krimis spielt "Der vierzehnte Stein" nur teilweise in Frankreich: Direkt zu Beginn verschlägt es Adamsberg mitsamt mehrerer Mitglieder seiner Mordkommission nach Québec, zu einem DNA-Lehrgang bei den "Kollegen" der Gendarmerie Royale du Canada. (Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist die Übersetzung des kanadischen Slangs - zugegebenermaßen aber sicherlich eine Herkulesarbeit.) Diese Reise bildet den Ausgangspunkt für eine sowohl kriminologische als auch persönliche tour de force für den einzelgängerischen, melancholischen Adamsberg - und mehr kann ich nicht verraten, ohne zuviel vorwegzunehmen (vom Lesen des Klappentextes des Buches sei in diesem Sinne ebenfalls dringend abgeraten). Vargas-Einsteigern sei übrigens angeraten, nicht mit" Der vierzehnte Stein" zu beginnen. Abgesehen von ihrem ersten Roman, "Im Schatten des Palazzo Farnese", hängen all ihre Krimis durch die wiederkehrenden Figuren mehr oder weniger zusammen. Die Reihenfolge sieht so aus: (0: Im Schatten des Palazzo Farnese) 1: Die schöne Diva von Saint Jacques 2: Das Orakel von Port-Nicolas 3: Der untröstliche Witwer von Montparnasse 4: Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord 5: Bei Einbruch der Nacht 6: Fliehe weit und schnell 7: Der vierzehnte Stein 8: Die dritte Jungfrau Mein Fazit: Ein hochspannender Krimi mit tiefen Einblicken in die Seele des Protagonisten, Kommissar Adamsbergs. Vargas-Neulingen empfehle ich allerdings, mit "Die schöne Diva von Saint-Jacques" zu beginnen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Rettung für verregnete Ferien,
Rezension bezieht sich auf: Der vierzehnte Stein (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch hat mir tatsächlich meinen Urlaub gerettet.Von einem anderen Rezensenten wurde bemängelt, dass die Story unglaubwürdig wäre. Nun ja, ich gehe bei Büchern generell nicht davon aus, dass sie der Realität entsprechen müssen. Solch einen hervorragenden Krimiroman schreibt das Leben nicht selbst. Vargas lässt mystische und realistische Komponenten zusammenfließen, um sie am Ende wieder fein säuberlich von einander zu trennen. Was mir besonders gefallen hat: die Story ist wirklich neu :-) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
phantastische Sprache - herrliches Buch,
Rezension bezieht sich auf: Der vierzehnte Stein (Gebundene Ausgabe)
Kommissar Adamsberg leidet (wieder einmal) einmal, dass er seine Ex-Freundin Camille verlassen hat (manchmal leidet er daran auch nicht) und an der Vergangenheit. Seit Jahren verfolgt er einen Serientäter, der junge Frauen mit einem Dreizack tötet. Sein Bruder war vor vielen Jahren in einen der Mordfälle involviert und ist daran zugrunde gegangen. Jetzt - gerade jetzt, da Adamsberg mit seinem Team nach Canada zur Fortbildung muss - taucht der Täter wieder auf. Dumm nur, dass derjenige den Adamsberg von vielen Jahren als Verdächtigen im Visier hatte, bereits verstorben ist. Die Story ist gut - atemberaubend ist jedoch die Sprache von Vargas. Wunderbar zu lesen. Ein echter Kriminalroman im besten Sinne. Die Scharmützel mit Danglard sind herrlich und die sprachliche Übertragung des quebecois ist wunderbar (wenngleich die übersetzung an einigen stellen holpert). Ein Krimi den man lesen muss, der Freude macht - auch auf mehr. Zusammen mit Donna Leons neuem Werk und mit dem Newcomer Novemberfrost von J.M. Soedher mein Tipp für den Herbst/Winter 2005.
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