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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der beharrliche Weg zur Quelle der Liebe,
Von
Rezension bezieht sich auf: So viele Jahre liebe ich dich (DVD)
Wie viele peinliche Schnulzen und melodramatische Gefühlsausbrüche von Rührstück-Dutzendproduktionen muss man sich antun, bis man mal wieder an eine solche Perle gerät! Aber raren Filmen wie "So viele Jahre liebe ich dich" gelingt es, den Betrachter für noch so viele Enttäuschungen reichlich zu entschädigen.Der französische Schriftsteller Philippe Claudel verarbeitete mit seinem ersten Regieauftrag 2008 eigenes Erleben als Gefängnislehrer zu einem anrührenden und sensiblen Familiendrama, in welchem zwei Schwestern, einfühlsam gespielt von Kristin Scott Thomas und Elsa Zylberstein, nach 15-jähriger Trennung den Weg zueinander suchen. Juliette hat nach der Tötung ihres Jungen 15 Jahre im Gefängnis verbracht. Sie hat Angst vor der Leere draußen. Der Vater war an Krebs verstorben, die Mutter lebt dement in einem Pflegeheim. Aber ihre Schwester Léa besucht sie kurz vor der Entlassung und nimmt sich ihrer an. Sie nimmt sie in ihre Familie auf. Das Trauma des Gefängnisses steht gleichermaßen auch für das Eingesperrtsein der Seele. Juliette ist nach der langen Haft extrem introvertiert. Aber die Wiedereinbindung ins Leben fällt auch nicht leicht. Luc, Léas Mann, begegnet ihr ablehnend und misstrauisch. Er bedrängt Léa, ihm die näheren Umstände der Mordtat zu offenbaren. In einer Klinik, in der die frühere Ärztin Juliette Krankenberichte tippen soll, mag man ihre in sich gekehrte Art nicht. Léas Adoptivtochter Clelis fragt ihr Löcher in den Bauch, und auch Gérard, ein "guter Freund", will allzu hartnäckig erfahren, was Juliette die letzten 15 Jahre "getrieben" hat. Aber es gibt auch Menschen, die auf sie zugehen und sie hoffen lassen, dass es in der Leere nach dem Gefängnis auch wieder emotionale Bindungen geben kann. Der Polizist Fauré, bei dem sich Juliette wöchentlich melden muss, kann selbst einen schweren Verlust nicht verarbeiten und sucht zaghaft Unterstützung in Juliettes verwandt verwundeter Seele. Léas Kollege Michèle, der - wie der Autor... - als Gefängnislehrer gearbeitet hat, erkennt sofort die charakteristischen Schatten, die Juliette verfolgen, und versucht, ihr näher zu kommen. Vor allem aber kämpft Léa beharrlich darum, Juliette aus dem Dunkeln zu ziehen. Das früher gemeinsam gespielte und gesungene Kinderlied "à la claire fontaine" öffnet erste Türen. Aus ihm stammt die Zeile "Il y a longtemps que je t'aime, jamais je ne t`oublierai" - "meine Liebe zu Dir besteht schon so lange, niemals werde ich Dich vergessen", aus welchem der Original-Titel "Il Y A Longtemps Que Je T'Aime" entnommen wurde. Claudel wollte nach eigenem Bekunden mit seinem Werk die Stärke der Frauen zeigen, die unermüdliche Kraft, einem geliebten Menschen zur Seite zu stehen, ebenso wie die innere Stärke, die einen Menschen aus tiefster Verzweiflung wieder gesunden lassen kann. Das ist ihm zweifellos gelungen - nicht zuletzt dank seiner hervorragenden Darstellerinnen. Kristin Scott Thomas erhielt den Europäischen Filmpreis als "beste Darstellerin", für mich sind aber Elsa Zylberstein als Léa und die Nebendarsteller Laurent Grévill, Frédéric Pierrot und Jean Claude Arnaud gleichermaßen hoch zu loben. Ob die Auflösung glaubwürdig erscheint, kann man diskutieren - das schmälert eigentlich auch nicht das Erleben des Films insgesamt. Gelegentliche Kritik an der Darstellung kann ich nicht nachvollziehen - man sollte nicht vergessen, dass erfahrungsgemäß ein Film kaum jemals so übertreiben kann, dass er die Skurrilität der Wirklichkeit überträfe. Aber Übertreibung wird hier auch keineswegs versucht - im Gegenteil: In unzähligen kleinen und kleinsten Szenen arbeitet der Film zart, aber eindringlich, die Beziehungen und Entwicklungen der Schwestern heraus. Statt auf "große Gefühle" setzt Claudel auf sorgfältige Beobachtung und liebevolle szenische Profilierung der Charaktere. Ruhige Töne, Herbstfarben und eine leicht melancholische Musik schaffen den angenehmen Hintergrund und lassen die Darsteller natürlich wirken. Wieder ein "europäischer" Film im besten Sinne, der geradezu konträr zu "Hollywood" im schlechtesten Sinne steht. Fünf Sterne reichen da eigentlich bei Weitem nicht aus... film-jury 5* A0212 13.7.2010e 8A 3F Genre: Drama Anmerkung: Diese Besprechung bezieht sich auf die DVD-Version. Die DVD ist im Format leicht (1,77:1 statt 1,85:1 im Original) beschnitten. Anhang: Liedtext "Zur klaren Quelle" À la claire fontaine m'en allant promener J'ai trouvé l'eau si belle que je m'y suis baigné. Sous les feuilles d'un chêne, je me suis fait sécher. Sur la plus haute branche, un rossignol chantait. Chante, rossignol, chante, toi qui as le caeur gai. Tu as le caeur à rire... moi je l'ai à pleurer. J'ai perdu mon amie sans l'avoir mérité, Pour un bouquet de roses que je lui refusai... Je voudrais que la rose fût encore au rosier, Et moi et ma maîtresse dans les mêmes amitiés. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Schweigen der Schwester.,
Von
Rezension bezieht sich auf: So viele Jahre liebe ich dich (DVD)
Juliette lebt nach ihrem Gefängnisaufenthalt einige Zeit bei ihrer jüngeren Schwester Lea. Lea ist verheiratet, hat zwei Adoptivkinder und der nichtredende Großvater ihres Mannes lebt ebenfalls im Haushalt. Die zurückhaltende, schüchterne Juliette sucht sich Arbeit und spricht regelmäßig mit ihrem Bewährungshelfer. Die beiden Schwestern kommen sich nur langsam näher. Das Herz der beiden Mädchen und des stummen Großvaters erobert Juliette dagegen schnell. Auch die Vorbehalte von Lea's Mann kann Juliette mit der Zeit entkräften.Während ihrer Gefängniszeit wurde Juliette nicht besucht. Ihr Mann ließ sich scheiden. Ihre Tat, die Entführung und Tötung ihres Sohnes bleib und bleibt ein Tabu-Thema. Erst als Lea medizinische Unterlagen findet und einen befreundeten Arzt um Interpretation bittet, kommt es zur Aussprache zwischen den beiden Schwestern. Die anspruchsvolle Geschichte wird langsam und einfühlsam erzählt. Die zahlreichen Dialoge verraten dem aufmerksamen Zuschauer immer nur in kleinen Portionen von der vorangegangen Zeit. Es sind die vielen kleinen Dingen, die diesen Film auszeichnen. Passende Szenenbilder, gute Kameraeinstellungen und eine ausgezeichnete Regie mit zwei gut ausgewählten Hauptdarstellerinnen haben eine kleine Filmperle erschaffen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
aus dem wirklichen Leben,
Von
Rezension bezieht sich auf: So viele Jahre liebe ich dich (DVD)
Äußerst einfühlsam und sehr empathisch beobachtet und gezeigt - die Geschichte wirkt ganz nah am wirklichen Leben, die Charaktere werden sehr fein entwickelt und von den hervorragenden Darsteller(inne)n belebt. Wer über Menschen lernen will, ist in solchen Filmen gut aufgehoben.So viele Jahre liebe ich dich
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