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»Ich versuche jeden zu retten.« Das Leben eines deutschen Offiziers in Briefen und Tagebüchern
 
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»Ich versuche jeden zu retten.« Das Leben eines deutschen Offiziers in Briefen und Tagebüchern [Gebundene Ausgabe]

Wilm Hosenfeld , Thomas Vogel
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Kurzbeschreibung

Das Schicksal des jüdischen Pianisten Szpilman, der durch die Hilfe eines Offiziers dem Holocaust entkommt, steht für ein Beispiel der Menschlichkeit in Zeiten des Todes. Wilm Hosenfeld (1895–1952) ist dieser deutsche Soldat. Im Tagebuch und in Briefen erzählt er von den Greueln der Besatzungsherrschaft. Dieser sensationelle Fund wird hier erstmals veröffentlicht.

Wenige deutsche Soldaten haben im Zweiten Weltkrieg sich selbst gefährdet, um unschuldige Menschen zu retten. Wilm Hosenfeld ermöglicht über viele Jahre zahlreichen verfolgten Polen und Juden das Überleben. Dabei ist er nicht von vornherein Antinazi oder Pazifist. Als Parteimitglied glaubt er 1939 daran, in einen gerechten Krieg zu ziehen. Doch die erschütternden Erlebnisse in Polen, wo er Zeuge von Mißhandlungen und Unterdrückung wird, rühren den gläubigen Katholiken tief. Tagebücher und Briefe an seine Familie geben Zeugnis von der inneren Zerrissenheit dieses deutschen Offiziers, der immer wieder Menschlichkeit und Gerechtigkeit über Eid und Befehle stellt.

Über den Autor

Wilm Hosenfeld, geboren 1895 in Mackenzell/Hessen, im Ersten Weltkrieg schwer verwundet, danach Dorflehrer in Hessen. Fünf Jahre dient er als Besatzungsoffizier in Polen und rettet dort zahlreiche Menschen. In sowjetischer Kriegsgefangenschaft wird er zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Er stirbt 1952 in einem Lager bei Stalingrad.

Thomas Vogel, geboren 1959, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam.

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29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Über sich hinausgewachsen, 1. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: »Ich versuche jeden zu retten.« Das Leben eines deutschen Offiziers in Briefen und Tagebüchern (Gebundene Ausgabe)
Der Mensch wird groß im Kleinen. Das ist der Schluss, der sich aufdrängt bei der Lektüre der Briefe dieses deutschen Offiziers. Aus einem überzeugten Anhänger des Systems, ja wie er am 29.Juli 1944 sogar bekennt, Bewunderer der Verhältnisse, wird in der Konfrontation mit dem düsteren Alltag ein Kritiker und langsam sogar Gegner des Regimes, der unter dem Risiko des eigenen Lebens den gedemütigten und verfolgten Menschen hilft. In der Begegnung mit den Menschen reift sein eigenes Menschsein zur Vollreife. Bewegend auch die Fürsorge für die eigene Familie daheim, die er mit kleinen Geschenken für den täglichen Gebrauch zu erfreuen sucht. Diese Sammlung ist ein kulturhistorisches Zeugnis ersten Ranges. Deshalb ist es gut, dass sie der Nachwelt erhalten geblieben ist. Es sind nicht Großtaten in fernen Ländern, die den heroischen Menschen hervorbringen, sondern die Bewährung im unmittelbaren Lebensmillieu.
Meena Sarrach MA MA Uni Birmingham UK
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Selbstlose Hilfe eines erfrischend klarsichtigen Menschen, 18. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: »Ich versuche jeden zu retten.« Das Leben eines deutschen Offiziers in Briefen und Tagebüchern (Gebundene Ausgabe)
Das Buch beschreibt in Form von Tagebucheinträgen und Briefen an Frau und Kinder die innere Entwicklung von Wilm Hosenfeld, vor allem durch seine Beobachtungen und Gedanken zu den Zeitgeschehnissen von den ersten Kriegseindrücken im Ersten Weltkrieg über die Zeit der Weimarer Republik bis hin zu seinen Erlebnissen im besetzten Polen und der folgenden Kriegsgefangenschaft, wo er 1952 stirbt.

Das Spannende an dem Buch ist vor allem, daß hier nicht ein Historiker während oder nach den Ereignissen beschreibt und analysiert, sondern daß ein junger Mann, der dann heiratet und mit seiner Familie auf einem Dorf lebt, seine Gefühle, Beobachtungen, Gedanken und Wünsche zu Papier bringt, ohne zu ahnen, daß diese einmal in einen Zusammenhang gebracht werden: Da sind Tagebucheinträge, einfache Notizen, wunderschöne Liebesbriefe an die Frau in der Ferne, liebevoll-väterliche Briefe an das ein oder andere Kind.

Aus all dem spricht mit zunehmendem Klarblick ein tiefreligiöser und geistig freier Mensch, der sich, vor allem als Deutscher und somit Angehöriger des Volkes, das vor seinen Augen himmelschreiendes Unrecht begeht, gegen den Haß stemmt und selber unter Lebensgefahr vielen hilft und viele rettet: Polen, Juden, Kleriker. - Doch von denen liest man in den Briefen kaum etwas - nicht wenige von ihnen hätten ihn leicht das Leben gekostet, wären sie entdeckt worden. Nein, von seinen guten und mutigen Taten schreibt er nicht gern. Erst als er in russischer Kriegsgefangenschaft dringend Fürsprecher braucht, nennt er seiner Frau Namen. Doch das half ihm leider auch nicht, aus der Gefangenschaft herauszukommen. Dieses letzte bittere Los trug er dann wieder mit jenem umwerfenden Gottvertrauen, das ihm wohl der letzte und sicherste Halt war.

Alles in allem ein äußerst empfehlenswertes Buch, das aber vor allem unter dem Aspekt einer menschlichen Entdeckung als einer historisch brisanten Offenbarung gelesen werden sollte, da es ansonsten langweilen würde (wenn es in den Briefen lange nicht um Kriegserlebnisse, sondern das innere Leben und die Familie geht).

Sicher eines der besten Bücher, die ich gelesen habe!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Keine leichte Kost- aber sicher nahrhaft, 27. Oktober 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: »Ich versuche jeden zu retten.« Das Leben eines deutschen Offiziers in Briefen und Tagebüchern (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, welches nicht in martialischen Bildern die Greuel des Krieges (hier am Beispiel eines Offiziers in Warschau) beschreibt, sondern die Inennwelt eines Menschen, der sich zunächst einer Aufgabe gegenüber verpflichtet fühlt und dem erst langsam, dann aber immer deutlicher die Augen für Sinnlosigkeit und Grausamkeit von Krieg und Unterdrückung geöffnet werden.

Durch die genaue Aufarbeitung und Sammlung der Briefe und Tagebücher kann der Leser die Entwicklung gut verfolgen, ohne in diesem Beispiel den typischen deutschen Offizier wiederzufinden, weder als willigen Vollstrecker Hitlers, noch als durch und durch ehrenhaften Widerstandskämpfer.

Auch wenn die Quellen schier erdrückend sind, kann schon das Querlesen ein gutes Bild geben von der Ohnmacht des Einzelnen, das Ganze, Schreckliche zu ändern. Aber es wird deutlich, dass jeder in seinem eigenen Wirkungsfeld durchaus die Möglichkeit hat, die Menschlichkeit und Nächstenliebe zu leben.

Dieses Buch kann kein Lesebuch sein, sondern ist ein hervorragendes historisches Dokument.
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