Der Systemkybernetiker Frederic Vester lieferte mit diesem Werk einen expliziten Bericht an den Club of Rome. In vier Abschnitten beleuchtet er wirtschaftliche und politische Ereignisse aus der Perspektive des Biokybernetikers. Er konstatiert, dass globale Probleme nur mit vernetztem Denken zu behandeln sind. Er führt an, welches Umdenken diesbezüglich maßgeblich wäre und welche Verfehlungen zu Gesellschafts- und Wirtschaftskrisen führen. Vester steht für eine Betrachtungsweise ein, die alle wichtigen Systemkomponenten beinhaltet - ganzheitlich erfasst - und trotzdem übersichtlich und transpartent sein sollte. Er führt an, dass den Beziehungen zwischen den Komponenten mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss, als den Teilen selbst. Sowohl quantitative, als auch qualitative Merkmale müssen Berücksichtigung finden und als Entscheidungsgrundlagen dienen, um komplexen Problemen sachgerecht zu begegnen. Dem Postulat fügt er detailliert gewisse Anreize bei, die zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung gegenüber der Ganzheitlichkeit führen sollten und hält Beispiele (u. a. Abbildungen) bereit, die dies einprägsam verdeutlichen. Die Hauptaussage des Werks lässt sich kurz umreißen: Herkömmliche Denkmuster sind der Problemlösung komplexer Aufgaben nicht zuträglich - ein vernetzter Denkansatz unter Einbezug mehrerer Disziplinen ist dafür unerlässlich.
Er schickt Exempel nach, die den verantwortungsvollen Umgang mit Problemen belegen und veranschaulichen, wie simpel es sich gestaltet, das materialistische Weltbild, das sich konserviert hat, abzustreifen. Er verzichtet nahezu durchwegs auf Fachvokabular, an Stellen, an denen die Verwendung von Fachausdrücken unvermeidbar ist, bemüht er sich um eine ausgiebige Klärung. Außerdem trägt das iterative Anführen gewisser Denkprozesse zur Verständlichkeit bei. Komplex – aber nicht kompliziert!
Mir bleibt nicht mehr, als dieses Werk uneingeschränkt und allgemein zu empfehlen. Es ist eine Pflichtlektüre für jeden, der sich mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Probleme beschäftigt, ebenso für jeden Verantwortungsträger! Man darf hoffen, dass Prof. Vester noch weitläufigeren Anklang findet.