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Pressenotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 11.09.2000
Dagmar Deckstein zeigt sich spürbar angetan von diesem Band des "Altmeisters des systemischen Netzwerkdenkens", der hier deutlich aufzeige, welche Fehlentscheidungen ein allzu "linear-kausales Maschinendenken" nach sich ziehen kann. Dies macht Vester an zahlreichen recht anschaulichen Beispielen plausibel, wie Deckstein anmerkt. So zeige er verfehlte Weichenstellungen bei der Bekämpfung von Vandalismus in U- und S-Bahnen, bei denen eine verstärkte Überwachung seiner Ansicht nach wenig erfolgversprechend ist, sondern er vielmehr für ein "aggressionshemmendes Umfeld" plädiert. Andere Beispiele befassen sich mit der Eindämmung des Rechtsextremismus, den Überkapazitäten im Strommarkt und der Frühverrentung, die so Deckstein "kein systemisch geschulter Gewerkschafter" ernsthaft mehr fordern könne. Der gemeinsame Nenner in Vesters Thesen scheint nach Deckstein die enorme Anhäufung von Daten zu sein, die bei Fehlentscheidungen seiner Ansicht nach oftmals eine fatale Rolle spielen. Beim vernetzten Denken in Vesters Sinn stehen jedoch die "überraschenden Einsichten in verborgene Zusammenhänge" im Vordergrund, die dem Leser wie die Rezensentin feststellt in mancher Hinsicht die Augen öffnen.
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Kurzbeschreibung
»In >Die Kunst, vernetzt zu denken< stellt Frederic Vester nicht nur in sehr anschaulicher und verständlicher Weise die Grundlagen des vernetzten Denkens dar, sondern er bietet in einem Werkstatt-Bericht, der sich auf langjährige praktische Erfahrungen gründet, einen faszinierenden Überblick über die Vielfalt der Instrumente des Verstehens, die uns allen, insbesonders aber auch den Entscheidungsträgern in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zu einer kreativen Gestaltung unserer Umwelt zur Verfügung stehen.« Ricardo Díez Hochleitner, Präsident des Club of Rome
»Den biokybernetischen Denkansatz von Frederic Vester halte ich für den einzig richtigen Zukunftsweg.« Daniel Goeudevert
Alarmierende Umweltveränderungen, strukturelle Arbeitslosigkeit, wiederkehrende Anzeichen eines Börsencrashs, die Verstrickung in kriegerische Auseinandersetzungen - angesichts einer immer komplexeren Welt wird uns die Unzulänglichkeit unserer herkömmlichen Weise zu denken schmerzlich bewußt. Was wir kaum schon entwickelt haben, ist ein Gefühl für die Zusammenhänge, die die Dinge unserer Welt verbinden. Jeder Eingriff in komplexe Gefüge hat höchst komplexe Konsequenzen - Rückkopplungen, Zeitverzögerungen, Spätfolgen. Für sich perfekt geplant, können die Wechselwirkungen, die er auslöst, unter Umständen ins Chaos führen. Davor bewahrt uns auch die ungeheure Menge an Informationen nicht, auf die wir heute zugreifen können. Im Gegenteil: Mehr Information bedeutet selten »besseres Informiertsein«.