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Die verlorene Kunst des Heilens
 
 
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Die verlorene Kunst des Heilens [Taschenbuch]

Bernard Lown , Helga Drews
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Bernard Lown genießt als Erfinder der kardialen Defibrillation und als Gründer der IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) internationales Ansehen. Die verlorene Kunst des Heilens. Anleitung zum Umdenken ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Anerkennung der psychosozialen Kompetenz als dem entscheidenden Merkmal des umfassend gebildeten Arztes. Zwangsläufig enthält es auch eine gehörige Portion Kritik an der modernen Hightech-Medizin "ohne menschliches Antlitz".

Das Wichtigste vorweg: Lowns Buch präsentiert -- angesichts seiner Biografie nicht unerwartet -- keinen Gegenentwurf zur Schulmedizin. In seiner langjährigen Tätigkeit an führenden US-Kliniken beobachtete der Autor zwei gegenläufige Trends: die stürmische Entwicklung diagnostischer und therapeutischer Techniken bei gleichzeitig abnehmender Befähigung der Ärzte, den Heilungsprozess "mit Worten", d. h. mittels Autorität oder positiver Ausstrahlung, zu befördern. Jene traditionellen Methoden aktivieren verborgene Ressourcen der Patienten, sind heute aber nur noch bei Ärzten "alten Schlags" in praxi zu beobachten. Lowns Forderung besteht im Wesentlichen darin, diesen Qualitäten der Arztpersönlichkeit wieder die ihnen gebührende Geltung in der medizinischen Ausbildung und im ärztlichen Alltag zu verschaffen. Zur Illustration seines Anliegens führt er eine Vielzahl verblüffender Fälle aus seiner klinischen Tätigkeit an. Dem Leser wird schnell klar, dass es sich keineswegs um Effekthascherei bzw. unbelegte Einzelbeobachtungen handelt. Vielmehr werden in diesen Bespielen die Hintergründe und Facsstten der Arzt-Patient-Beziehung transparent, auch wenn die exakten Zusammenhänge von Kommunikation und Heilerfolg manchmal nicht bis ins letzte Detail erklärbar sind.

Entstanden ist ein äußerst kurzweiliges Werk, das man angehenden Medizinern nur dringend ans Herz legen kann. Speziell der Abschnitt über "vernichtende Worte" mit seinen entlarvenden Feststellungen zur ärztlichen Terminologie sollte dazu beitragen, derartiges Fehlverhalten zu vermeiden. Lown hilft jungen Ärzten mit seinem Buch, ihre Macht zu erkennen, ihren Horizont zu erweitern und vor allem ihr therapeutisches Arsenal um das Element der menschlichen Zuwendung zu bereichern. Darüber hinaus ist seine Anleitung größtenteils auch für Laien verständlich und trägt zur besseren Verständigung zwischen den Halbgöttern in Weiß und ihren Patienten bei. Ohne Übertreibung kann man den vorliegenden Band schon jetzt als wichtigste medizinische Neuerscheinung bezeichnen. Die Lektüre wird garantiert niemand bereuen. --Philipp-R. Schulz -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Spektrum der Wissenschaft

Der Arzt Bernard Lown ist wohl den meisten bekannt durch den Friedensnobelpreis, den er 1985 zusammen mit dem russischen Arzt Jewgenij Chazov für die 1980 gegründete Organisation "International Physicians for the Prevention of Nuclear War" (IPPNW) erhalten hat. Den Medizinern ist Lown vor allem vertraut durch die Einführung der Gleichstrom-Kardioversion im Jahr 1962. Dieser bahnbrechende Erfolg in der Akutbehandlung lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen war der Startpunkt für die Einführung von Intensivstationen und damit eine weitere Technisierung der Inneren Medizin. Selbstkritisch merkt Lown in seinem Buch an, dass er durch diese Entdeckungen der technikdominierten Medizin und damit der Vernachlässigung des "Heilens" Vorschub geleistet hat.

Was einen guten Arzt ausmacht, ist schwer allgemein zu definieren und noch schwerer zu vermitteln. In diesem Zusammenhang erwähnt Lown immer wieder als großes Vorbild seinen klinischen Lehrer Samuel A. Levine. Das Buch lebt von zahlreichen Berichten über selbst erlebte Arzt-Patient-Begegnungen.

An Beispielen macht er wesentliche Grundregeln deutlich: Der Arzt kann und soll es seinem Patienten erleichtern, sich ihm anzuvertrauen. Dieses Vertrauen kann auch durch die Berührung im Rahmen der körperlichen Untersuchung entstehen, wie dies erfahrene ältere Internisten übereinstimmend berichten. Gegenüber dem Patienten muss der Arzt seine Worte sehr sorgfältig wählen. Leichtfertiger Einsatz invasiver Untersuchungen kann letztlich mehr schaden als nutzen. Diese - nicht neuen - Thesen erhalten hier ein besonderes Gewicht dadurch, dass ein exponierter Vertreter der wissenschaftlich-technischen Medizin sie vorbringt.

Ein ganzer Abschnitt des Buches ist der Würde des Alters und des Sterbens gewidmet. Erschütternd ist sein Bericht über die vergeblichen Reanimationsbemühungen bei seiner sterbenden 95jährigen Mutter, die wegen eines Organisationsfehlers entgegen seinen Anweisungen vorgenommen wurden.

Einige Kapitel behandeln den von ihm mitgestalteten technischen Fortschritt der Medizin in den 1960er und 1970er Jahren. Hier haben die Schilderungen nicht nur autobiografischen Charakter; sie können auch vom Medizinhistoriker mit Gewinn gelesen werden.

Die zentrale These seines Buches aber lautet: "Unser [das amerikanische] Gesundheitssystem droht zusammenzubrechen, wenn der ärztliche Berufsstand sein Augenmerk vom Heilen wegbewegt, das damit beginnt, dem Patienten zuzuhören." Aus dieser ärztlichen Grundhaltung zieht er auch politische Folgerungen, die nicht nur auf die Gestaltung der Gesundheitspolitik, sondern ausdrücklich auf die Linderung der Armut abzielen.

Neben den medizinischen und politischen Leistungen Bernard Lowns zeugt dieses Buch auch von seiner Zivilcourage. In der McCarthy-Ära weigerte er sich, aus einer Liste von 400 "subversiven" Organisationen diejenigen anzugeben, denen er angehört habe. Stattdessen forderte er die Abschaffung dieser diskriminierenden Gesetze. Das brachte ihm eine einjährige Strafversetzung in ein Krankenhaus nach Washington ein, die er später so kommentierte: "Sie ruinierte mein Leben ein Jahr lang und verzögerte meine Karriere um ein Jahrzehnt, aber sie machte mich zu einem besseren Arzt."

Dieses Buch ist ein überzeugendes Plädoyer für eine menschliche, ganzheitliche Medizin. Es ist eine in meinen Augen gerechtfertigte Ermutigung an die Schulmedizin, die psychosomatischen Aspekte einer Erkrankung ernst zu nehmen. So ist es sehr zu empfehlen für alle Ärzte, darüber hinaus aber auch für Menschen, die in Krankenhausverwaltungen oder in der Gesundheitspolitik tätig sind.

Rezensent: Dr. Malte Meesmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Nie zuvor konnte die Medizin so viel Gutes tun wie heute - und nie zuvor hinterfragten so viele Patienten die schulmedizinische Therapie ihrer Ärzte. Liegt das daran, daß die Kunst des Heilens verlorengegangen ist, die vor allem auf einer gelungenen Beziehung zwischen Arzt und Patient beruht?

Bernard Lown, Kardiologe hält mit diesem Buch ein Plädoyer für eine Medizin mit menschlichem Gesicht. Anschaulich und mit viel Humor erzählt er von seinen eigenen Erfahrungen in der Begegnung mit den Patienten, von Erfolgen und Fehlern, von der Kunst, dem Patienten zuzuhören, ebenso wie von der Kunst, den Arzt zum Zuhören zu bringen.

Über den Autor

Bernard Lown wurde am 7. Juni 1921 in Utena, Litauen, geboren; seine Familie emigrierte 1935 in die USA. Er war Professor für Kardiologie an der Harvard School of Public Health und leitete das "Lown Cardiovascular Center". Für seine wichtigste Erfindung, die Elektrodefibrillation bei Kammer- und Vorhofflimmern, die seither Hunderttausenden das Leben gerettet hat, erhielt er zwar nicht den Nobelpreis für Medizin; statt dessen aber wurde er 1985 mit dem Friedensnobelpreis für die von ihm zusammen mit dem russischen Kardiologen Evgenij Chazov gegründete Vereinigung "Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs" (IPPNW) ausgezeichnet. 1997 gründete er gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen das "Ad Hoc Committee to Defend Healthcare", das sich gegen die zunehmende Kommerzialisierung des Gesundheitswesens richtet und sich für eine sozialere Medizin engagiert.

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