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Die verlorene Ehre der Katharina Blum: oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann Erzählung
 
 

Die verlorene Ehre der Katharina Blum: oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann Erzählung (Taschenbuch)

von Heinrich Böll (Autor)
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (46 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die verlorene Ehre der Katharina Blum
OA 1974 Form Erzählung Epoche Moderne
Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann, lautet der Untertitel von Heinrich Bölls Erzählung. Bevor Die verlorene Ehre der Katharina Blum mit einer Startauflage von 100 000 Exemplaren auf den Markt kam, druckte Der Spiegel Bölls erfolgreichstes Werk in mehreren Folgen ab. Das Buch wurde in mehrere Sprachen übersetzt, für die Bühne dramatisiert und 1975 von Volker Schlöndorff verfilmt.
Entstehung: Anfang 1972 plädierte Böll in dem Spiegel-Artikel »Will Ulrike Gnade oder freies Geleit?« für eine sachliche Berichterstattung und gegen die Kampagnen der BILD-Zeitung über die Baader-Meinhof-Gruppe. Von diversen Medien wurde Böll als Sympathisant der Terroristen diffamiert, im Zuge einer Fahndung wurde sein Landhaus in der Eifel durchsucht. Vor diesem Hintergrund beauftragte Böll einen Mitarbeiter, sensationslüsterne Artikel von Boulevardblättern zu sammeln, die Menschen in Wort und Bild verleumden. Die kleinen skandalösen Geschichten von bekannten und unbekannten Personen bildeten das Material für Bölls Erzählung von einer unpolitischen Frau, die durch die Berichterstattung der Presse zur politischen Verbrecherin gemacht und dann zur Mörderin an einem Journalisten wird.
Inhalt: Die junge anständige Haushälterin Katharina Blum lernt beim Tanzen den Betrüger und Bundeswehrdeserteur Ludwig Götten kennen, verliebt sich, verbringt die Nacht mit ihm und verhilft ihm am nächsten Tag zur Flucht. In der Annahme, sie sei eine Komplizin des vermeintlichen Terroristen Götten, wird die unbescholtene, von Bekannten als prüde angesehene Blum am Morgen verhaftet und gerät sofort ins erbarmungslose Visier einer auflagenstarken Boulevardzeitung.
Nach der verleumderischen, verlogenen Berichterstattung und dem Tod von Katharinas Mutter, nach beruflicher und sozialer Degradierung durch ihren einstigen Arbeitgeber und unter wachsendem psychischem Druck entlädt sich Katharinas Verzweiflung in der Ermordung des skrupellosen Reporters Tötges.
Aufbau: Ein Erzähler berichtet in 58 Abschnitten Hintergründe des Mordes an dem Journalisten. Er stützt sich auf fiktive Quellen, insbesondere auf Vernehmungsprotokolle. Sein Bericht ist angereichert mit persönlichen, oft ironischen Kommentaren, die seine Sympathie mit Katharina und den anderen Opfern der Hetzkampagne widerspiegeln.
Bölls Kritik richtet sich nicht allein gegen die Bedrohung der persönlichen Freiheit durch die Gewalt des Sensationsjournalismus, sondern auch gegen Menschen, die Boulevardzeitungen mit ihren kriminellen Praktiken zur Meinungsmache lesen und deren Existenz finanzieren.
Wirkung: Der Springer-Verlag, den Böll u. a. im Visier hatte, ließ in seinen Zeitungen so lange keine Bestsellerlisten mehr veröffentlichen, wie Die verlorene Ehre der Katharina Blum an deren Spitze stand. In den 1970er Jahren wurde die Erzählung oft als Rechtfertigung von Gewalt gelesen und der Autor verurteilt. Mit zeitlichem Abstand zur damaligen restriktiven politischen Situation versachlichte sich die Rezeption. Die Forschung entdeckte literarische Vorbilder wie Verbrecher aus verlorener Ehre (1787, Friedrich RSchiller) und Michael Kohlhaas (1810, Heinrich von R Kleist), beschäftigte sich mit Form und Sprache der Erzählung und entkräftete teilweise den Vorwurf des stilistischen Mangels. M. Si.

Kurzbeschreibung

»Ähnlichkeiten mit den Praktiken der ›Bild‹-Zeitung [...] sind weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.« Aus dem Vorwort Bölls

Katharina Blum ist eine junge hübsche Haushälterin, die sich eine kleine Eigentumswohnung und einen Volkswagen leisten kann. Sie hat ein heiter-bescheidenes Wesen und wird, weil sie Zudringlichkeiten der Männer verabscheut, in ihrer Umgebung die »Nonne« genannt. Diese Frau verliebt sich spontan in einen jungen Mann, einen von der Polizei gesuchten radikalen Rechtsbrecher. Sie verhilft ihm zur Flucht und gerät in den Mittelpunkt der Sensationsmache einer großen Boulevardzeitung. Die Situation eskaliert, als der Journalist Werner Tötges in ihre Wohnung kommt ... PUBCOMMENTS: »Das Netz von Beziehungen, in welches Böll diese Menschen verstrickt, das labile Gebäude von Abhängigkeiten, das er mit stillem Humor und sprühendem Witz nach und nach sichtbar werden lässt, erscheinen keinen Augenblick als ›Konstruktion‹. In der abgerundeten, ausgeglichenen Form dieser auf knappstem Raum entwickelten brillanten Komposition bewährt sich ein großer Erzähler.« Neue Zürcher Zeitung

»Eine Gestalt wie Katharina, die ›zwei lebensgefährliche Eigenschaften hat: Treue und Stolz‹, spricht eine Hoffnung auch in der Zeit der Gewalt aus.« Dorothee Sölle


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29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann", 9. Oktober 2006
Von deathdealer92618 (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Wollen wir doch mal versuchen dieses Buch abseits aller Diskussion die es in den 1970er Jahren dazu gab zu bewerten:
Eine junge Frau, 27 Jahre, hübsch, Haushälterin, führt ein geregeltes Leben. Sie ist nicht wohlhabend kann sich aber eine Eigentumswohnung und ein Auto leisten. Diese unbescholtene Bürgerin verliebt sich dann in einen gesuchten Verbrecher und verhilft ihm zur Flucht. Ab dann beginnt die Hetzjagd auf diese Frau. Indizien und vage Annahmen werden von der Presse schamlos aufgeblasen, Aussagen von Freunden und Nachbarn werden verfälscht oder so ausgelegt, dass Katharina Blum auf jeden Fall schlecht dabei wegkommt. Die Situation eskaliert völlig als dann auch noch ihre schwerkranke Mutter wegen eines Interviews, das vom Journalisten Werner Tötges geführt wurde, stirbt. Die Hauptfigut lädt dann eine Schuld auf sich, die die vorige, die Hilfe zur Flucht, bei weitem übersteigt.
Heinrich Böll zeigt hier deutlich die schmierigen, menschenverachtenden Vorgehensweisen der Presse. Die Maschinerie, die einen, einmal gefangen, nicht mehr loslässt. Dem Leser wird deutlich was für eine gefährliche Mischung Vorurteile, unbedachte Äußerungen und die Sensationsgier der Medienlandschaft darstellt.
Der Autor hat hier einen auktorialen Erzähler erwählt uns die Geschichte der K. Blum zu berichten. Dies vollbringt er in 58 kurzen Kapiteln, manchmal etwas trocken, dafür desöfteren aber auch mit trockenem Humor, welcher einem schon ganz vorsichtig mitteilt, auf wessen Seite Heinrich Böll in diesem Buch wohl gestanden haben mag und auch der Leser stehen wird ;-)
Definitv ein wichtiges, weil immernoch aktuelles, Buch. Vor allem hinsichtlich der momentanen Terrorsimusdebatten. Auch wenn man heutzutage der Presse etwas lockerer gegenübersteht, da man ja an deren Machenschaften schon fast (leider) gewöhnt zu sein scheint. Ganz interessant auch das Nachwort vom Autoren selbst in dem er "Zehn Jahre später" nochmals über das Buch und seine damalige Wirkung spricht und auch seine eigenen Ansichten preisgibt. Grossartig. Lesen!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein lesbarer Klassiker, 12. August 1999
Von Ein Kunde
"Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder Wie Gewlt entstehen und wohin sie führen kann" von Heinrich Böll ist ein Klassiker der deutschen Literatur; sehr viele Schüler (unter denen auch ich mich seiner Zeit befand) mußten oder müssen diesen Roman wohl in der Schule lesen. Aber es handelt sich bei "Katharina Blum" nicht, wie so häufig bei Schullektüre, um ein schwer lesbares Werk, das seine Bedeutung aus der Kreation irgendeines neuen Stils zieht, oder das nur für den verständlich ist, der die gesamte Lebensgeschichte des Autors kennt; nein, "Katharina Blum" ist ein gut lesbarer, spannend geschriebener, mit einem gewissen Humor angereichertet und durchaus unterhaltsamer Roman. Seine Bedeutung für die Rechtfertigung als Schullektüre liegt darin, daß (wohl neben der Tatsache, daß Heinrich Böll ein wichtiger Schriftsteller ist und dies vielleicht sein zugänglichstes Werk) "Katharina Blum" einige Probleme der realen Welt behandelt, und einige Akteure kritisiert, hier vor allem die BILD-Zeitung (seiner Zeit; heute wäre es wohl eher die gesamte Boulevardpresse und ein großer Teil des Privatfernsehens). Aber diese Kritik ist durchaus verständlich und nicht allzu versteckt angebracht, so daß man sich dadurch nicht davon abhalten lassen sollte, dieses Buch zu lesen, auch wenn man nur unterhalten werden möchte, denn "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" ist auch durchaus gelugene Unterhaltung. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Eine Polemik im Gewande der Erzählung, 3. Mai 2009
Eins vorneweg: «Die verlorene Ehre der Katharina Blum» ist kein Roman und auch keine Erzählung, sondern ein als Erzählung verkleidetes Pamphlet (so erklärt es der Autor selbst in seinem Nachwort «10 Jahre später» und präziser lässt es sich nicht formulieren). Dies muss bei der Lektüre berücksichtigt und bedacht werden.

Heinrich Bölls Konzeption ist sehr offensichtlich: Eine tugendhafte junge Frau verliebt sich auf einer Karnevalsfeier in einen Unbekannten, der sich als gesuchter Verbrecher herausstellt. Sie verbringen eine Nacht und werden am nächsten Morgen von der Polizei aufgeschreckt, jedoch kann der Verbrecher flüchten. In der Boulevardpresse wird die tugendhafte Frau als unmoralisches Flittchen präsentiert, sie selbst kommt mit dieser Umdeutung ihrer eigenen Person nicht zurecht. Die Zeitungsartikel entbehren zunehmend jeder Grundlage und ziehen die Frau in den Dreck. Sie bittet um ein Interview und erschießt den Reporter ohne Reue zu zeigen.

Heinrich Böll präsentiert seine Geschichte in einer sachlich-nüchternen Sprache, sein Text ist die Imitation eines Polizeiberichts, der gelegentlich durch den Erzähler selbst gelenkt wird. Trotz der knochentrockenen Wortwahl liest sich das Buch übrigens sehr flüssig.

Auf Dauer störend ist Bölls permanent erhobener moralischer Zeigefinger: Auf jeder Seite gilt es, die Rechtschaffenheit Katharinas und die unlauteren und verleumderischen Methoden der ZEITUNG - eine halbherzig paraphrasierte Version der BILD -, aufzuzeigen. Die Ermordung des Reporters wird kurz und unprätentiös abgehandelt; das eigentliche Drama, Katharinas fehlendes Gefühl für Reue, ist nur ein Nebenaspekt. Physische Gewalt erscheint weniger schlimm als psychische.

Insgesamt hat die sehr platte und verzerrende Darstellung der Ereignisse meinen ansonsten guten Eindruck getrübt; obwohl die Erzählung von Beginn an als Streitschrift gedacht ist, sind einige Aspekte (wie der schmierige Reporter, der unmittelbar beim Eintreffen Sex fordert - überhaupt sind alle negativ dargestellten Personen gleichzeitig immer vulgär) einfach so überzogen, dass sie störend auffallen.
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5.0 von 5 Sternen Eine belästigte Frau gerät in den Mittelpunkt der Boulevardzeitungen
Katharina Blum verliebt sich in einen von der Poliezi gesuchten Verbrecher. Sie verhilft ihm zur Flucht und gerät in Kreuzverhöre und Protokolle der Polizei und somit auch in den... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Bücher-Liebhaberin veröffentlicht

2.0 von 5 Sternen Naja.....
Wenn man ehrlich ist, ziemlich mies das Buch.
Spannung kommt kaum auf, man kann es aber ziemlich gut, also schnell, durchlesen um am besten gleich ein besseres Buch... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von walking veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Gut
Ich musste über dieses Buch ein Referat machen. Normalerweiße sind die Bücher, die man für die Schule lesen muss ja nicht so prickelnd. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Isabella Swan veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Übertroffen
Genial. Ich hatte durch die Inhaltsangabe, viel von diesem Buch erwartet, aber Heinrich Böll schafft es immer wieder mich durch seinen Schreibstil in Erstaunen zu versetzten... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Tim veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen interessantes Buch, aber ungewohnt
Für den durchschnittlichen Leser wirkt dieses Buch gleichermaßen seltsam, wie interessant.
So ist es doch mehr als ungewohnt, einen derart wertenden Schreibstil zu lesen... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Anna-katharina Stoecker veröffentlicht

1.0 von 5 Sternen Tumbe Betroffenheitsfabel
Bölls wohl am meisten missglücktem Buch muss man denselben Vorwurf machen wie dem umstrittenen "Tod eines Kritikers" seines Zeitgenossen Martin Walser, nämlich dass es sich um... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Dr. Mehrens veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Mut zum Buch
Ich muss schon sagen, das Buch war sehr trocken, besonders zu Anfang. Ist wohl auch der erste Eindruck, einer schockierten Schülerin nach dem Motto "Oh nö, schon wieder so ein... Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Klarabella Winter veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Erschreckend, wegen der Nähe zur Realität
Wenn man dieses Buch liest, dann muss man sich bewusst sein, dass es sich um ein Pamphlet, eine Streitschrift, handelt. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von J. Schmitz veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Ein immer noch aktuelles Pamphlet
In der Schule blieb mir die Lektüre dieses Buches erspart, und wahrscheinlich war das auch gut so. Es mag ein paar Seiten dauern, bis man sich in den Rhythmus der Sprache... Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Abdul Nachtigaller veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen In den Siebzigern
Literatur vermag sich einzumischen. Es gibt Bücher, die verblassen, je weiter ihr Erscheinungsdatum zurückliegt. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Polar veröffentlicht

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