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Die vergessene Revolution oder die Wiedergeburt des antiken Wissens
 
 
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Die vergessene Revolution oder die Wiedergeburt des antiken Wissens [Gebundene Ausgabe]

Lucio Russo , B. Deninger
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Diese Archäologie der Ideen ist noch eindrucksvoller als die Ausgrabung antiker Steine. Lucio Russo […] ist ein Archäologe von Ideen, insbesondere wissenschaftlicher Ideen. Piero Bianucci, Autor zahlreicher populärwissenschaftlicher Bücher, La Stampa   Dieses Buch ähnelt einer archäologischen Ausgrabung, in der die verschiedenen, zeitlich aufeinander folgenden Schichten unterschieden und voneinander getrennt werden. Die vergessene Revolution verfolgt den Inhalt und die Geschichte vergangener Werke und setzt so einen Teil einer verlorenen Welt neu zusammen. Laura Triggiani. La Gazzetta del Mezzogiorno   Lucio Russo […] legt ein eindruckvolles kulturgeschichtliches Werk vor. Mario Manusia, Wissenschaftsredakteur, in Avvenire   Die vergessene Revolution ist eine scharfe und anregende kulturelle Provokation. […]. Ein lohnendes Buch.[…]. Wer es liest, wird feststellen, dass die Geschichte der Antike, wie wir sie bisher gekannt haben, "nicht die ganze Geschichte" ist. Pietro Greco, Schriftsteller, in: L’Unità   Ein in vieler Hinsicht kühnes und provokatives Werk, umfassend dokumentiert. […] Ein bewegendes Buch, das viele Szenarien zerstört, die jeder von uns seit der Schulzeit aufgenommen und in seinem Gedächtnis gespeichert hat. Franco Prattico, Wissenschaftsredakteur, Koautor einer Keplerbiographie, in: La Repubblica   Die vergessene Revolution ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Brillanz der Wissenschaften in den 200 Jahren nach dem Beginn des hellenistischen Zeitalters im Jahre 320 v. Chr. Russo zeichnet ein verlockendes Bild einer hellenistischen Welt mit hervorragend organisierten wissenschaftlichen Potential, das über Jahrhunderte Bestand hatte. Mott Greene, Historiker, in: Nature   Russo entwickelt eine These, die in ihrer Klarheit und der Gradlinigkeit ihrer Ausführung für jeden nachvollziehbar ist. Der Autor stellt die weit verbreitete Unkenntnis der Ideengeschichte an den Pranger und wendet sich gegen den Mythos eines sich kontinuierlich fortsetzenden Fortschritts. Ugo Dotti, Literaturwissenschaftler, Universität Perugia, in: Liberazione   Russo führt uns vor Augen, dass keine wissenschaftliche Revolution unwiderruflich ist. Kein Wissen ist endgültig, alles, was eine Zivilisation mit großen Mühen erreicht hat, kann verloren gehen. Russos Buch liest sich wie die Geschichte des "Aufstiegs und Untergangs des wissenschaftlichen Rationalismus der Antike." Ein Verdienst von Russos Buch ist, dass es uns Geistesgrößen nahe bringt, die bisher im Schatten von Persönlichkeiten wie Aristoteles, Platon oder Cicero gestanden haben. […] Außerdem zeichnet es ein antikonformistisches Bild einer hellenistischen Welt, [..] die von den Römern gewaltsam zerstört wurde. Wenn auch nur ein Drittel der Entdeckungen, die Russo den Hellenisten der Antike zuschreibt, tatsächlich von ihnen stammt, […] zwingt sein Buch uns zu einer Umkehrung unserer historischen Perspektive. Marco d’Eramo, Schriftsteller, in: Il Manifesto   Der Autor analysiert mit großer Präzision und Leidenschaft die verschiedenen Wissensgebiete […] und versucht, das ursprüngliche hellenistische Gedankengut zu rekonstruieren, indem er die verschiedenen Interpretationsschichten abkratzt und Verbindungen zwischen Wissenschaften und Gesellschaft und der Forschung und der wirtschaftlichen Produktion zu Tage fördert. Russo zwingt uns, viele lieb gewonnene Überzeugungen über die Entwicklung der Wissenschaften über Bord zu werfen. Bücher wie dieses, gibt es viel zu selten. Giorigo Parisi, Physiker, Universität Rom I, in: Il Manifesto   Dieses Buch will der Vorstellung eines kontinuierlichen und automatischen Fortschritts der Menschheit ein Ende machen. Lucio Russo […] ist der Überzeugung, der Gedanke eines unaufhaltsamen wissenschaftlichen Fortschritts sei "naiv und gefährlich", und habe sich nur durchsetzen können, da die Erinnerung an das Scheitern der Wissenschaften in der Antike aus unserem Gedächtnis getilgt worden sei. Russo verlegt die Entstehung der Wissenschaften um 2000 Jahre vor, ins hellenistische Griechenland. Fabrizio Tonello, Literaturwissenschaftler, Univeristät Padua, in: Il Mattino di Padova

Kurzbeschreibung

Das Zeitalter von Archimedes und Euklid (3. Jahrhundert v. Chr.), war die Geburtsstunde der Wissenschaften wie wir sie kennen. Damals entstanden hoch entwickelte Technologien, auf die man sich erst im 18. Jahrhundert wieder besinnen sollte. Gleichzeitig mit dieser wissenschaftlichen Revolution fanden auch auf vielen anderen Gebieten, wie den Künsten oder der Medizin, grundlegende Veränderungen statt. Was waren die Grundpfeiler dieser immensen kulturellen Verschiebung? Warum wissen wir heute so wenig darüber? In welcher Beziehung stehen sie zur uns vertrauten Entwicklung der Wissenschaften seit dem 15. Jahrhundert? Was führte zum Ende antiker Wissenschaften? Das sind die Fragen, die in diesem Buch gestellt werden. Ihre Antworten sind von entscheidender Bedeutung auch für Herausforderungen, vor denen wir heute stehen.

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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Geschichte aus der Perspektive der Wissenschaft, 4. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Die vergessene Revolution oder die Wiedergeburt des antiken Wissens (Gebundene Ausgabe)
Die deutsche Erstausgabe von 2005 (und auch die englische von 2004) ist nicht nur eine Übersetzung der italienischen von 1996, sondern eine echte Überarbeitung, deutliche Verbesserung und gelungene Erweiterung.
Auf mittlerweile 545 Seiten - davon alleine 86 Seiten mit einem tadellos recherchierten, ausführlichen Zitatverzeichnis, einem umfangreichen Literaturverzeichnis und ausgiebigem Index - wird der Einfluss der antiken Kultur auf die europäische Geschichte der Neuzeit und im speziellen die modernen Wissenschaften verständlich dokumentiert und anhand etlicher anschaulicher Abbildungen einleuchtend erklärt.
Gerade heute, wo nur noch ganz wenige Zeitgenossen eine klassische Ausbildung durchlaufen und somit die antiken Autoren bzw. die griechischen und lateinischen Quellen für die meisten Mitmenschen verschlossen bleiben, kommt dieses Werk genau richtig. Damit ist sicher auch der grosse Erfolg der italienischsprachigen Ausgabe zu erklären, die dritte Auflage ist dort nämlich bereits im Druck.
Ein Curriculum fehlt leider im Buch, deshalb hier ein kurzer Auszug: Der Autor Lucio Russo wurde 1944 in Venedig geboren, diplomierte 1969 in Neapel zum Physiker und machte anschliessend zwei Posthocs, eines in Bures-sur-Ivette/Frankreich, das andere an der Princeton-Uni, N.J./USA. Seit 1974 lehrt der Physiker Russo am mathematischen Departement der Università di Roma Wahrscheinlichkeitsrechnung, Analysis, Mechanik und Geschichte der Mathematik.
Das Werk von Russo gibt u.a. eingehend Auskunft auf die folgenden Fragen: Was waren die Grundpfeiler des kometenhaften Aufstiegs der Wissenschaften vor 2300 Jahren? Wieso wissen wir heute so wenig darüber? Was führte zum Untergang der antiken Wissenschaften und was zu ihrer Wiederentdeckung, 1000 Jahre später? Welches sind die Zusammenhänge mit den Wissenschaften ab 1500?
Russo schildert die spannende Geschichte der Entstehung der Wissenschaft anhand vieler praktischer Beispiele. Er erklärt anschaulich, welchen gewaltigen Einfluss die hellenistische Wissenschaft (Hochzeit zwischen 400 und 200 v. Chr.) mit der Entstehung der wissenschaftlichen Methode (= Durchführung kontrollierter, reproduzierbarer Experimente) auf die Entwicklung von Technologien und die späteren Jahrhunderte hatte.
Allerdings begann bereits in den ersten beiden Jahrhunderten unserer Zeitrechnung der Untergang der antiken wissenschaftlichen Kultur. Sie versank zusehends, was 391 n.Chr. in der Zerstörung der öffentlichen Bibliothek von Alexandria nur gipfelte.
Erst im 18.Jh. besann man sich, in einer wahrhaftigen wissenschaftlichen Revolution, erneut auf die hoch entwickelten Technologien des Zeitalters von Archimedes und Euklid. Gleichzeitig entwickelten sich auch Kunst und Medizin in einem ungeahnten Mass.
Diese Vorgänge, die bis heute fortwirken, beschreibt der Autor. Damit wird ein umfassender Bogen gespannt, der zwar unsere Herkunft und unsere Entwicklung umfasst, damit aber auch Gegenwart und unser Zukunft beleuchtet. Ein selten gutes Buch und für knapp 30¤ erst recht eine dicke Empfehlung wert.
P.S. Den fünften Stern kriegt dann die Neuauflage für ein etwas zeitgemässeres Layout z.B. mit einer durchgängigen, übersichtlichen (chrono-)logischen Gliederung und einem Anhang mit farbigen Abbildungen.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Widerspricht gängigen Lehrmeinungen, 7. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Die vergessene Revolution oder die Wiedergeburt des antiken Wissens (Gebundene Ausgabe)
Der Inhaltsangabe und der Bewertung des Vorrezensenten (Geschichte aus der Perspektive der Wissenschaft) schließe ich mich an.

Russos Werk ist eine sorgfältige und ernstzunehmende Auseinandersetzung mit Geschichte und Methodik der Wissenschaften. Sie ist eine vollständige Neubewertung der Wissenschaftsgeschichte der Antike und auch eines Großteils der Neuzeit.

Vom Blickwinkel geschichtswissenschaftlicher Methodik gibt es an dem Werk nichts auszusetzen, Russo beherrscht sein Fach virtuos. Es ist ein Genuss diesen Könner seines Faches zu lesen.

Gerade darin kann ein Problem für die Leser liegen, die nicht mit dieser Methodik und ihrer Leistungsfähigkeit vertraut sind. Wie die erste Rezension zeigt, wird dann dieses Werk schnell in die Ecke der pseudowissenschaftlichen Literatur gestellt.

Um es noch einmal zu sagen, Russos "Die vergessene Revolution" hat nichts mit Däniken und den vielen anderen, die in den Buchhandlungen in der Ecke der populär- und pseudowissenschaftlichen Literatur stehen, zu tun.

Meiner Meinung nach ist dieses Werk ein Muß für jeden, der sich professionell mit griechisch-römischer Geschichte und Philosophie sowie mit Wissenschaftsgeschichte auseinandersetzt.

Jedem der ein gutes wissenschaftlich Buch, das auch für einen Nichtfachmann verständlich ist, lesen will, sei es ans Herz gelegt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein unglaublich spannendes Buch, 14. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Die vergessene Revolution oder die Wiedergeburt des antiken Wissens (Gebundene Ausgabe)
Die modernen Naturwissenschaften wurden nicht im 16. und 17.Jahrhundert erfunden, sondern aus alten Skripten neu entdeckt, die zu dieser Zeit in großer Zahl nach Europa gelangten. Diese Wissenschaften gab es schon im 4. und 3. Jh.v.Chr. Das ist die These des Autors und seiner Beweisführung kann man schwer etwas entgegensetzen. Nach dem dies aber nicht unbedingt das ist, was uns Historiker bisher gelehrt haben, werden seine Kollegen auch hin und wieder mit sarkastischen Kommentaren bedacht.

Nach der Lektüre dieses Buches musste ich viel von dem, was ich einmal gelernt und auch geglaubt habe, revidieren.

Beispiele gefällig?

Leonardo da Vinci - ein Genie, das seiner Zeit um Jahrhunderte voraus war?

Nicht ganz. Er war teilweise nur ein genialer Kopist griechischer Autoren. Zitat:"Oft zeigten sich in der Vergangenheit dieselben Kritiker, die über Herons (von Alexandria) 'nutzlose Spielereien' die Nase rümpften, hingerissen von Leonardos 'futuristischen' technischen Zeichnungen, von denen viele sich als Kopien oder Ableitungen von Heron entpuppten: ..."

Fußnote des Autors:"Zu diesem Schluss kommt man schon durch einen einfachen Vergleich der Zeichnungen. Da die Bücher von Heron nur sehr begrenzt zu Verfügung stehen, haben jedoch nur wenige diesen angestellt."

Weiter: "Leonardos schriftliche Erläuterungen reichen an seine Skizzen oft nicht heran. Der Leicester Codex enthält die Zeichnung einer auf irgendeine Weise durch Dampf bewegten Maschine. Bertrand Gilles sagt dazu:

'Die Zeichnung ist beeindruckend. Ohne die Erklärung auf derselben Seite könnte man schwören, es handle sich um eine primitive Dampfmaschine. Das ist aber nicht der Fall ... Es gibt zahlreich Abbildungen von diesem denkwürdigem Gerät - denkwürdig vor allem, wegen seiner Ähnlichkeit mit späteren Geräten.''

Sarkastischer Seitenhieb: "Es scheint Gille nicht weiter zu beunruhigen, dass eine Zeichnung weder von ihrem Autor noch von vielen nachfolgenden Generationen als das erkannt wurde, was sie war."

Galilei? - nach Ansicht des Autors ist Galilei einer derjenigen, der die griechischen Autoren noch am besten verstanden hat und die deduktiv-hypothetische Methode weitergetragen hat.

Kopernikanische Revolution? - "Die Beschäftigung mit den Klassikern führte auch zur Wiederentdeckung der Erdbewegungen. Das erste Werk der Neuzeit in dem die tägliche Drehung der Erde um ihre Achse festgehalten wird, verfasste 1525 Celio Calcagnini, ein Professor für Literatur(!) in Ferrara."

Fußnote:"Seine Argumente für die Rotation der Erde bestehen im Wesentlichen aus einer Reihe klassischer Zitate von Virgil bis Archimedes."

Kepler? - mehr Naturphilosoph, denn Wissenschafter

Newton und die Dispersion? - Russo:"...schreibt er(Newton) am Anfang seiner Erklärung für den Regenbogen:'...Der Regenbogen entsteht durch Brechung des Sonnenlichts in den fallenden Regentropfen. Dies haben schon einige der Alten eingesehen ...'"

Weiter schreibt er: "Sechs Seiten weiter folgt ein Bericht über sechs der Experimente de Dominis' an mit Wasser gefüllten Kugeln, die heute meist Newton zugeschrieben werden.... Dominis war also nicht nur ein Pionier der modernen Theorie der Dispersion. Offenbar muss er auch als einer der Begründer der 'experimentellen Methode' angesehen werden....Dominis behandelt in seinem Buch auch die Theorie der Linsen und erklärte auch die Funktion von Teleskopen, obwohl diese Instrumente damals wohl noch nicht existierten."

Sarkastischer Seitenhieb des Autors:" Die Entwicklung der Optik war offenbar von unglaublichem Pech verfolgt. In der 'Antike' wusste man zwar, wie man gute Linsen herstellen, nicht jedoch, was man mit ihnen anstellen sollte. Man betrachtete sie als Spielereien. Spätere Intellektuelle - nicht nur Leonardo und Fracastoro, sondern auch Roger Bacon und Grosseteste Jahrhunderte vor ihnen - kannten zahlreiche Verwendungen, konnten sie jedoch nicht herstellen und hatten derartige Dinge nie gesehen. In einigen mittelalterlichen Manuskripten findet man sogar Abbildungen von Astronomen, die durch lange Röhren in den Himmel schauen. Man erklärte sich diese Unstimmigkeit mit der Vermutung, es habe sich dabei um leere Zielröhren gehandelt."

Eine Einschränkung muss ich allerdings machen:

Ein renommierter Verlag sollte sich schon einen Lektor leisten. Das Buch enthält zahlreiche Tipp/Druckfehlern und eigenartige Formulierungen der Übersetzerin:

"...denkbar werden würde..."

"...technolgogischen Niedergangs..."

"...hätte dazu geführt, dass ...werden müssen"

"...dieser Ansatz geht geht ..."

k² statt 2k² in einem Beweis

"...Berechung und Zeichnen..."

Das waren nur die Ungereimtheiten, die mir auf den ersten 50(!) Seiten aufgefallen sind.

Wer das verschmerzen kann, dem empfehle ich das Buch jedoch uneingeschränkt.

P.S.: Vielleicht leistet sich der Verlag für die nächste Auflage einen Lektor ;-)
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