Dies ist das Buch einer bösen alten Frau. Und um nicht missverstanden zu werden: Genau das ist auch das Gute daran. Denn hier ist jemand erkennbar nicht mit sich "im Reinen", nicht gewillt, erinnerungsselig Anekdötchen zum Besten zu geben; sondern hier werden offen gebliebene Rechnungen beglichen. Da bleibt ein Hauch von Unversöhnlichem, der an manchen Stellen schwer erträglich wäre, würde die Autorin nicht sich selbst ebenso ungeschminkt präsentieren wie ihre Umwelt. Dass es vorzugsweise, aber nicht nur, Männer sind, gegen die sich ihre Wut richtet, sollte für eben diese kein Grund sein, das Buch nicht zu lesen - im Gegenteil. Denn hinter der unerbittlich scheinenden Fassade wird eine in hohem Maße verletzliche, verletzte Persönlichkeit sichtbar, deren Schicksal auch dann anrühren würde, wenn man vom "Urgrund" ihrer Verletzung nichts wüsste.