Mit diesem Technicolor-Streifen aus dem Jahre 1959 variiert Alfred Hitchcock, der Erfinder des Thrillers, sein Lieblingsthema: Die Suche nach der eigenen Identität. Ein Angestellter namens Thornhill, verkörpert von Cary Grant, gerät durch eine Verwechslung zwischen die Fronten von CIA und KGB. Der KGB vermutet in ihm einen nicht existenten CIA-Agenten: nur knapp entgeht Thornhill mehreren Mordanschlägen. Aber nicht nur der KGB ist hinter ihm her, sondern auch das FBI: Mordverdacht. Auf sich allein gestellt, lernt Thornhill auf seiner Flucht in einem Zug eine typische Hitchcock-Blondine kennen (Eva Marie Saint), die ihm - zumindest anfänglich - bei der weiteren Flucht behilflich ist. Danach folgen erstaunliche Wendungen, die die Spannung immer höher treiben.
Hitchcock legte bei vielen seiner Filme Wert auf Humor und Ironie. Meines Erachtens ist North By Northwest Hitchcocks witzigster Film. Beispielsweise ist eine Szene wie eine Komödie inszeniert: Hier versucht Thornhill bei einer Kunstauktion die Polizei herbeizurufen, indem er dumme Kommentare zu Versteigerungsobjekten und falsche Gebote abgibt.
Filmgeschichte hat der Film mit zwei Sezenen geschrieben: Thornhill wird bei einem vermeintlichen Treffen inmitten abgeernteter Maisfelder von einem Flugzeug angegriffen. Schließlich mündet der spannungsgeladene Film schließlich in einen Showdown auf den Köpfen von Mount Rushmore. Oft kopiert und nie erreicht.
Das Bild der DVD ist für das Alter des Films - über 40 Jahre - ganz hervorragend. Die für Technicolor typischen Eiskeller-Farben kommen gut zur Geltung und das Technicolor-Rot ist ein einziger Genuß. In zwei Szenen trägt Eva Marie Saint ein rotes Kostüm bzw. Kleid, was einem den Atem raubt.
Der Ton ist leider nicht so gut. Auf Deutsch liegt er nur in Mono vor. Die englische Dolby Digital Abmischung läßt viele Wünsche offen, denn das Geschehen ist hauptsächlich auf die vorderen Lautsprecher konzentriert, wobei der Center ziemlich leise ist. Nur bei der berühmten Flugzeugszene sind auch die Rears einbezogen und man zuckt regelrecht zusammen, wenn hinter einem völlig unerwartet das Getöse immer lauter wird.
Einige Extras befinden sich auch auf der DVD. Abgesehen von dem üblichen Trailer ein Making Of, wo es eine "etwas" älter gewordene Eva Marie Saint zu bewundern gibt, eine Extra-Tonspur mit dem Audiokommentar des Drehbuchautors und eine weitere Tonspur, auf der es nur die wunderbare Musik von
Hitchcocks Hauskomponisten Bernhard Herrmann zu hören gibt. Allerdings sind die Pausen zwischen den einzelnen Stücken ziemlich lang.