Mehr als 20 Rechtsmediziner sind der Bitte des Herausgebers Markus Rothschild nachgekommen, einen Fall für ein Laienpublikum wieder aufzurollen, den sie als besonders spannend einschätzen. Natürlich hat Rothschild selber ein Kapitel verfasst und zeigt, dass er - anders als die meisten seiner Kollegen - auch schreiben kann. Es ist ja keineswegs selbstverständlich, dass Fachleute ihr Wissen in allgemein verständlicher Form vermitteln können. Doch so knochentrocken und blutleer wie hier leider die meisten, das muss man doch bereits als Versagen des ganzen Projekts werten. Zumindest hätte der Verlag etwas Lektoratsarbeit beisteuern müssen, um nicht allein die vielen sachlichen und Trennfehler zu verhindern, sondern auch stilistische Korrekturen vorzunehmen. Noch besser: Man hätte die (keinesfalls so "unglaublichen") Geschichten bei einem versierten Journalisten abgeliefert, der daraus lesbare Texte geformt hätte. Dass es prinzipiell funktionieren kann, zeigen die wenigen gelungenen Kapitel, an der Spitze die des Herausgebers Rothschild selbst sowie von Hans-Peter Kinzl und Rudolf Wegener, die aus ihren Akten mehr gemacht haben als eine Nacherzählung.