Ein wunderbares Buch! Ich habs durch Zufall in der Buchhandlung gefunden, praktischerweise als mir ein paar Fragen zum Leben und zum Schicksal durch den Kopf gingen. Ich wusste gar nicht, dass ich die Antworten in diesem Buch finden würde. Aber ich kann dem Autor nur zustimmen: "Ob wir nun Krankheit brauchen oder nicht, Krankheit passiert.... Kämpfe ich dagegen an oder ... öffne ich mich für neue Erfahrungen?" Zu der Erkenntnis bin ich auch gekommen nach einem Unfall Anfang diesen Jahres, der mich mit gebrochenem Oberarm eine Woche im Krankenhaus liegen ließ - etwas, was ich nie für möglich gehalten hätte, dass mir sowas mal passiert. Aber ich war in dieser Zeit sowieso durch den Wind, so hat mich dieser Unfall fast schon davor bewahrt hat, Schlimmeres mit mir anzustellen - er brachte mich gehörigst auf den Boden und zeigte mir hautnah, was wirklich wichtig ist in meinem Leben und im Leben überhaupt. Da kann man 1000e von Büchern lesen - so eine Erfahrung zeigt es einem höchst effektiv im Hauruckverfahren, da kommt der Kopf kaum hinterher ;o) . Drum dachte ich mir auch (nachdem ich die ersten Schocks erst mal überwunden hatte und ich gefühlsmäßig wieder auf beiden Beinen stand): Wie wunderbar! Krankheit ist doch was Feines, es hält einen auf, wo man gerade dabei ist, sich unglücklich zu machen. Wieso dagegen ankämpfen? Es haut einen runter und bisherige Überlegungen und Vorstellungen zerplatzen, und doch ändert sich das Gefühl nachhaltig udn die Haltung zur Welt in ein positives, helles, selbstbestimmtes, klares. Was kann es Schöneres geben, als dass man sich selbst zur Abwechslung mal zulässt, statt das Getöse der Welt, das einen nur krank macht? ;o)
Dieses Buch zeigt u.a. diesen Werdegang zu dieser Erkenntnis auf und fasst es klar zusammen, u.a. auch das Durchgerüttelt- und Durchgeschütteltwerden. Ehrlich und mit teilweise herzerfrischendem trockenem Humor. Ich hab jedenfalls öfter vor mich heftig hingekichert, in der Bahn, im Flieger oder allein in meiner Wohnung oder wo ich es sonst die letzten 2 Tage las. Ich kann nur sagen: super Buch, super, bodenständige Erkenntnisse, die der Autor aus seiner Krankheit schließt, denn das eigentliche Schlimme ist das Dagegen-Ankämpfen gegen die Ausgleichsbewegung des Lebens (was natürlich super verständlich erst mal ist). Aber ergibt man sich, erhält man das, was man sich schon immer ersehnte: diese Ruhe und diese Rückverbindung und Ehrlichkeit.
An den Autor: Sind Pferd und Haus eigentlich geblieben?