Für jemanden, der ständig mit Sprache operiert, ist es ratsam, auch hin und wieder mal zu einem Synonymwörterbuch zu greifen. Vieles an Formulierungskünsten schlummert entweder im passiven Wortschatz oder ist schlichtweg nicht verfügbar, wenn man ans Texten geht, sondern fällt einem allenfalls nachts im Bett oder unter der Dusche ein. So ist man in aller Regel auf seinen eigenen Wortschatz angewiesen - und wer möchte den nicht gerne verbessern. Dazu gibt es eine Reihe von Synonymlexika auf dem Markt, keines erfüllt die Erwartungen so befriedigend wie A.M. Textors "Sag es treffender".
Der Band ist mit dem Wortregister übersichtlich gestaltet, das logischerweise nicht jedes Wort enthalten kann. Überlegt man, was außer diesem einen Wort vielleicht noch als alternative Formulierung in Frage kommt, wird man letztlich doch immer fündig. Die Trefferquote ist dabei in der Regel gut durchmischt, was das Sprachregister anbetrifft; Synonyme aus der Umgangssprache finden sich dort genau so wie Fremdwörter und Fachtermini.
Für diesen Preis gibt es nichts besseres, das ist sicher. Die Frage ist, was könnte noch besser sein? Textors Synonyme sind zwar in eine Reihenfolge gebracht, die dem Sprachregister entspricht - doch weitere Angaben zu den Wörtern lässt er vermissen. Man sollte also sehr gut vertraut mit der deutschen Sprache sein, um nicht irrtümlich ein Wort zu verwenden, das zu derb oder schlicht inadäquat für die geplante Formulierung ist.
Fazit: Ob nun Romanschreiber oder Journalist, jeder "Große" besitzt solche Synonymwörterbücher, da sie de facto zu einer eleganteren Sprache verhelfen. Textors Buch kann eigentlich uneingeschränkt empfohlen werden, zumal andere Standardwerke, etwa das Duden Synonymwörterbuch oder der "Dornseiff" ihrerseits Schwächen aufweisen.