Beim Wort Museum denkt man an alles Mögliche, aber nicht an deutsche Indiemusik im dritten Jahrtausend. Bislang war mir diese Berliner Band auch kein Begriff, obwohl sie schon eine Weile präsent sind.
Ich gebe zu, dass ich mit „Traces of“ immer noch hadere. So oft wie ich dieses Album schon gehört habe in der letzten Zeit, ist doch nicht sehr viel haften geblieben. Vergleiche sind immer ein wenig wie ein Notausgang. Aber nach dem ersten Durchlauf glaubte ich, irgendwas zwischen Suede und den jungen Placebo gehört zu haben. Museum klingen meinetwegen nach vielem, aber sie klingen definitiv nicht Deutsch. Wobei man sich wieder frage mag, wie deutsche Musik klingt. Aber das hier hat den Charme der englischen Musik der mittleren 90er Jahre. Sowohl musikalisch als auch stimmlich. Und es wird experimentiert. Nach dem Opener dachte ich, okay, defekte CD. Aber dem war nicht so, da wurde ein wenig mehr herumgesampelt. Überhaupt macht das viel auf diesem Album aus. Diese Mischung aus handgemachter Musik mit den Sprenkeln von Hightechgeräuschen. Wenn man meint, man hat alles an Überraschungen und Geräuschen gehört, irrt man sich. Der Hörer wird schon gefordert und manchmal hat man das Gefühl, als ob Blixa Bargeld & Co. da mitgemischt hätten.
Aber….es bleibt irgendwie nichts hängen. Ich kann so gar keinen Anspieltipp geben. Das soll nicht heißen, dass Album wäre langweilig und ohne Höhepunkte. Es ist wohl nur nicht die Art von Musik, die ich derzeit gerne höre. Manchmal platzt ein Knoten ja erst nach einem sehr langen Zeitraum. „Traces of“ ist es allemal wert, gehört zu werden und sich damit zu beschäftigen. Gerade, wer die oben erwähnten Bands mag. Geben wir den Jungs noch Zeit. Und vielleicht kommt der Tag, an dem ich dieses Album rauf und runter hören werde. Viele gute Sachen brauchen Zeit, bis sie sich entwickeln. Bis dahin wünsche ich den Berlinern viel Erfolg.