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Ein Dorf in der Emilia Romagna. Commissario De Luca wird wider Willen in die Ermittlungen um die grausamen Morde an einer fünfköpfigen Familie hereingezogen. Verbrechen aus Rache, Raubmord, politische Hintergründe? Brigadiere Leonardi macht sich die Dienste des Commissarios zunutze, ahnend, dass De Luca selbst etwas zu verbergen hat. Mithilfe bei der Aufklärung oder Festnahme -- De Luca hat keine Wahl und nimmt Witterung auf. Francesca, die Kellnerin der Dorf-Osteria, genannt "La Tedeschina", weil sie sich während des Krieges mit einem deutschen Soldaten eingelassen hatte, und Carnera, Partisan und Held des Widerstands, erweisen sich als zentrale Figuren, die das Augenmerk des Commissarios auf sich lenken. Selbst Carnera, der nach dem Sieg über die Deutschen bereits wieder die Machtübernahme der alten faschistischen Strukturen kommen sieht, scheint nicht ohne Fehl und Tadel zu sein. Bald muss De Luca um sein Leben fürchten.
Auf großartige Weise gelingt Carlo Lucarelli die Inszenierung eines kriminalistischen Kammerspiels, das von einer Stimmung eisigen Misstrauens, Skepsis und abgrundtiefer Hoffnungslosigkeit geprägt ist. Zwischenmenschliche Beziehungen geraten zu Machtspielen, selbst Sexualität wird zur Machtprobe. Lucarelli erweist sich als Meister der ganz leisen Zwischentöne, ebenso als meisterhafter Schöpfer von Atmosphäre und ganz außergewöhnlicher Stimmungen. Er vermag seine Geschichte greifbar, fühlbar, mit-erlebbar zu gestalten bis ins Detail. Nicht ganz nebenbei gestaltet er in Commissario De Luca eine der faszinierendsten Gestalten des modernen Kriminalromans, einen Antihelden und selbst Schuldigen, einen Polizisten mit klarem analytischen Blick für seine Umgebung und seine Mitmenschen. Der trübe Sommer ist einer der schönsten, erschreckendsten und schlicht besten Romane, die uns in den letzten Jahren aus Italien erreicht haben. --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Commissario De Luca ermittelt zum zweiten Mal,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der trübe Sommer (Taschenbuch)
Nach "Freie Hand für De Luca" (Serie Piper 54693 - "Carta Bianca", 1990) liegt mit "Der trübe Sommer" (Serie Piper 7004 - "L'estate torbida", 1991) der zweite Roman mit Commissario De Luca vor. Wie der erste spielt auch dieser im Jahr 1945. Commissario De Luca - Kriminalpolizist mit Leib und Seele und belastet als kurzzeitiger Mitarbeiter der politischen Polizei - ist mit falscher Identität nach dem Zusammenbruch des faschistischen Italien (von Bologna?) auf dem Weg nach Rom. Auf dem Weg dorthin wird er von Brigadiere Leonardi, einem von den Partisanen eingesetzten Dorfpolizisten, der ihn als ehemaligen Polizeikommissar erkannt hat, angehalten und zur Mitarbeit bei der Aufklärung eines Kriminalfalles "gezwungen". Auf einem Bauernhof in der Nähe des Ortes Sant'Alberto wurden sämtliche Familienmitglieder der Guerras ermordet. Ihre Recherchen finden in der politisch äußerst gespannten Athmosphäre der italienischen Nachkriegszeit statt. In mühevoller Arbeit finden die beiden aufgrund der Vorkommnisse in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges heraus, was der Grund für diese Tat war und wer sie begangen hat. Wieder ein exzellenter Kriminalroman aus der Feder Carlo Lucarellis mit Commissario De Luca.
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5.0 von 5 Sternen
schwarz, weiß oder grau ?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der trübe Sommer (Taschenbuch)
lucarelli's eindrucksvolle trilogie gibt nicht nur einen einblick in die ära des italienischen faschismus, vielschichtig und mit bedrohlichen farben coloriert er auch menschliche abgründe, in denen gut und böse in schmutzigen tönen verwischen und als grobe schatten verschwommen daherschleichen.zu zeiten des faschistischen terrors ist aus heutiger sicht eine klare positionierung möglich, was damals um so schwieriger war : aufrechtigkeit und rebellion vs. duckmäusertum und angepasstheit vs. mittäterschaft und opportunismus. jede zeit gebiert ihre eigene moral und jeder standpunkt verneint jenen des anderen. toleranz und menschlichkeit ist auch in zeiten wie diesen kein gespenst aus schwarz, weiß, blutrot, dass trotz seiner unberechenbarkeit in vieler hinsicht unser tun und handeln leitet. der protagonist de luca ist ein in sich zerrissener verfechter der wahrhaftigkeit & gerechtigkeit, ein "sbirre" (bulle) auf dem unruhigen meer der geschichte, jederzeit der gefahr des kenterns ausgesetzt. unbedingt die anderen beiden lesen : freie hand für de luca & der rote sonntag nicht zur reihe gehörend, aber thematisch nahe & empfehlenswert : die schwarze insel Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
schwarz, weiß oder grau ?,
Kinder-Rezension
Rezension bezieht sich auf: Der trübe Sommer (Taschenbuch)
lucarelli's eindrucksvolle trilogie gibt nicht nur einen einblick in die ära des italienischen faschismus, vielschichtig und mit bedrohlichen farben coloriert er auch menschliche abgründe, in denen gut und böse in schmutzigen tönen verwischen und als grobe schatten verschwommen daherschleichen.zu zeiten des faschistischen terrors ist aus heutiger sicht eine klare positionierung möglich, was damals um so schwieriger war : aufrechtigkeit und rebellion vs. duckmäusertum und angepasstheit vs. mittäterschaft und opportunismus. jede zeit gebiert ihre eigene moral und jeder standpunkt verneint jenen des anderen. toleranz und menschlichkeit ist auch in zeiten wie diesen kein gespenst aus schwarz, weiß, blutrot, dass trotz seiner unberechenbarkeit in vieler hinsicht unser tun und handeln leitet. der protagonist de luca ist ein in sich zerrissener verfechter der wahrhaftigkeit & gerechtigkeit, ein "sbirre" (bulle) auf dem unruhigen meer der geschichte, jederzeit der gefahr des kenterns ausgesetzt. unbedingt die anderen beiden lesen : freie hand für de luca & der rote sonntag nicht zur reihe gehörend, aber thematisch nahe & empfehlenswert : die schwarze insel Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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