Gut, alle träumten davon, aber: „Cuba war ein Land der vielen Kniffe, der vielen Gaunereien. Und immer wollte man auch nicht den Dummen spielen." So war es damals schon - und so ist es immer noch. Auch das noch: „In Cuba gibt es so gut wie kein Privatleben. Wie oft bin ich in meiner Trambahn gefahren und jemand ist zugestiegen mit seinem Problem und hat es mir brühwarm erzählt. Ich erfuhr die ernstesten Angelegenheiten, Scheidungsgründe, Ehebrüche, Geschlechtskrankheiten ..." Barnet hat selber so einen direkten, vertraulichen Ton, in dem er seinen Helden seine Geschichte erzählen lässt: das Leben eines einfachen Einwanderers aus Galicien, der zwischendurch zum Bürgerkrieg nach Spanien zurück kehrt, um dann wieder von Cuba zu träumen, bis er schließlich wieder hinfährt. Das Buch ist voll schöner Details und tragischer Nebengeschichten; es wirkt jedoch insgesamt etwas brav durch den Glauben des Autors an die Überzeugungskraft des umgangreichen Materials (er hat nämlich viel und fleißig in Archiven gearbeitet) und an die Glaubwürdigkeit der Stimme des Proletariats (die im durchgehenden Erzählton durch das Buch führt, als würde jemand ständig auf einen einreden). Aber es macht schon Spaß, so ein Buch zu lesen; es ist als hätte man einen Freund als Reiseführer. Und: „Einen Freund haben ist, wie wenn man eine Zuckerfabrik hat."