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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
bewegend und spannend,
Von
Rezension bezieht sich auf: Im toten Winkel. Hitlers Sekretärin. 2 CDs: Originalaufnahme - Traudl Junge (Audio CD)
Ein ruhiges und gerade deswegen so beeindruckendes Selbstporträt, dass von der Stimme und der Ehrlichkeit der Erzählerin getragen wird. Die Interviewer halten sich zurück und lassen den Gedanken von Frau Junge freien Lauf.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Seelen-Erleichterung!,
Rezension bezieht sich auf: Im toten Winkel. Hitlers Sekretärin. 2 CDs: Originalaufnahme - Traudl Junge (Audio CD)
Sicher war es kein Zufall, dass Traudl Junge nur wenige Tage, nachdem sie Andre Heller für seinen Film "Im toten Winkel" Rede und Antwort gestanden hatte, starb. Es scheint fast, als sei durch das Öffentlich-Machen ihrer von ihr selbst so schwer getragenen Vergangenheit eine Zentnerlast von ihr gefallen.Sowohl der Film, als auch das Buch und dieses Hörbuch machten vor einigen Jahren Furore. Hier kam noch einmal eine Zeitzeugin zu Wort, die Hitler aus der Nähe erlebt hatte. Ihre Erinnerungen waren eine entscheidende Vorlage für den Film "Mein Untergang", sie wurden kontrovers und heftig diskutiert. Die Schlüsselszene dieser Hörbuchfassung ist für mich der Satz, in dem Traudl Junge sinngemäß sagt, dass Jung-Sein keine Entschuldigung ist und sie es dem jungen Mädchen, dass sie einst war, nicht verzeihen könne, dass sie nicht nur für Hitler gearbeitet hatte, sondern ihn sogar gern hatte. Im Folgenden schildert sie ihren Weg. Vaterlos aufgewachsen, lebt Traudl gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester beim autoritären Großvater. Durch Zufall nimmt sie mit Anfang Zwanzig an einem Auswahlverfahren teil, in dem ein paar neue Schreibkräfte für das persönliche Büro Hitlers gesucht werden. Obwohl sie furchtbar nervös ist, gelingt es ihr, eine Stelle zu ergattern. Bald ist sie zuständig für Hitlers private Korrespondenz, vor allem in der "Wolfsschanze" in Ostpreußen. Dort lernt sie Hitler als zwanghaften, aber auch freundlich-wunderlichen und nachsichtigen Chef kennen, den sie respektiert und eben auch mag. Da sie allein für dessen private Korrespondenz zuständig ist, erlebt sie ihn eher als freundlichen, älteren Herrn und nicht als verblendeten Diktator und Menschenfeind. Welche historische Dimension ihre Tätigkeit haben wird, ist ihr zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht bewusst. Sie erlebt auch die letzten Tage Hitlers in Berlin und das gespenstische Finale seiner Diktatur. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen versucht sie, Frau Goebbels davon abzubringen, ihre Kinder zu vergiften und sie schreibt schließlich auch Hitlers Testament, bevor er sich mit Eva Braun umbringt. In den vielen Jahren danach, in denen Traudl Junge durchaus nicht ohne Erfolg als Journalistin arbeitet, wird ihr allmählich die historische Tragweite ihrer knapp zweijährigen Tätigkeit als Hitlers Sekretärin bewusst. Immer wieder kehrende Depressionen und ein ungeheures Schuldbewusstsein machen ihr schwer zu schaffen. In den Interviews mit Andre Heller, die insofern keine Interviews sind, weil Heller sie einfach erzählen lässt, spricht sie sich erstmals ihre widerstreitenden Gefühle von der Seele. Beim Hörer bleibt der Eindruck, dass eine junge naive Frau ihre persönliche Chance nutzen wollte. Sicher ließ sie sich außer ihrer Naivität nichts zu schulden kommen. Wie viele haben schließlich "nichts gewusst"? Wohltuend ist, dass Traudl Junge keinem Rechtfertigungsdrang folgt, sondern zu ihren Fehlern steht, die sie eben erst viele Jahre später erkannte. Ihre Erinnerungen, mit leiser, verhaltener, trauriger Stimme gesprochen, lassen den Hörer erschauern. Es zeigt einen Wolf im Schafspelz, dessen diabolische Kraft eben auch ein Leben zerstörten, das nur peripher an den geschichtlichen Ereignissen beteiligt war. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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