Aus der Amazon.de-Redaktion
In diesem Werk des Münchner Bohème-Poeten Franz Dobler findet kein Roman statt wie in seinem Seller
Tollwut, sondern eine musikalische Romanze. Der Schriftsteller liebt Country Music abseits von allem Nashville-Theater, er schätzt alte Helden vom Schlage eines Johnny Cash, Willie Nelson oder Hank Williams ebenso wie die heutige No-Depression-Szene und findet sogar in hiesigen Breiten Töne, die seiner Countryphilie entsprechen. Seit 1997 schreibt der Outlaw eine regelmäßige Kolumne für die linke Zeitung
Junge Welt. Ausgerechnet zu Country? Aber sicher!
Dobler klärt im Vorwort zu seinem amüsanten Schinken, dass sein Thema kein Kurort für ordnungsliebende Trucker von der rechten Seite ist. Für den Gesinnungstäter gestaltet sich Country zuweilen zwischen den Zeilen dennoch als Ersatz für verlorene Heimaten. Seine Kolumnen hat er für das Buch in eine gewisse Ordnung gebracht, ein paar Gastkolumnisten eingeladen und mit recht aktuellen Gedanken zur Jahrtausendwende notwendige und nostalgische Tipps zusammengeschustert, aber auch manch unbekannte Perlen am Rande der Prärie aufgelesen. Da geht es gar nicht wissenschaftlich zu; stattdessen verfolgt der Leser die neugierigen Stöbereien eines Maniacs.
Hier ein Schnipsel von Hazel Adkins, dem unbekanntesten Hobo der Country-Geschichte, da ein Hinweis auf den deutschen Tilman Rossmy, Treff mit Dale Watson oder Steve Earle. Inklusive dem obligatorischen Kniefall vor den Legenden der Cowboyklamotten ist Doblers Kiste trotz aller toten Helden ganz schön lebendig und liest sich daher um einiges kurzweiliger als manche Lexika zum Genre. --Uli Lemke
Kurzbeschreibung
Doblers Streifzüge führen zu amerikanischen Klassikern wie Hank Williams oder Johnny Cash, großen Außenseitern wie Charlie Feathers oder Hasil Adkins, aber auch zu Klischee-Zerstörern und Newcomern jenseits von Nashville-Kommerz und karnevalesker deutscher Spaßkultur. »... nicht nur ein Buch für Mikro-Szenen und Tribes. Auch wer weniger als zehn Country-Platten besitzt und nicht die Absicht hat, diesen Teil der Sammlung aufzustocken, wird angesteckt von Doblers unverhohlener Begeisterung, ja Liebe für Country und seine Helden.« René Martens, taz