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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kompakte Werkbiographie!,
Von Heino Bosselmann "Heino Bosselmann" (Rützenfelde, Mecklenburg-Vorpommern) - Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der tolle Mensch: Nietzsche und der Wahnsinn der Vernunft (Taschenbuch)
Das Studium des schmalen Bändchens ersetzt durchaus die Rezeption einer Werkbiographie! Türcke beherrscht nicht nur das exemplarische Prinzip, am Material des tollen Menschen" aus Die fröhliche Wissenschaft" sowohl die Philosophie als auch das persönliches Drama Nietzsches zu behandeln, sondern erweitert ganz entscheidend die Dimension vom Tod Gottes" über dessen Bedeutung für das Rechtfertigungsproblem der Ethik hinaus: Ohne der professoral-exegetischen Begriffsgespenster zu bedürfen, erhellt der Autor, dass die Tötung Gottes nicht nur der dekalogischen Ethik den Schlussstein nimmt. Die gesamte Ichbezogenheit des Congito ergo sum!" ist dahin, wenn der Mensch, dieser geborene Metaphysiker" (Hegel), keinen exklusiv-metaphysischen Ich-Hintergrund mehr hat. So erweisen sich nicht nur Moral und Un-Moral als nicht mehr als klassifizierbar, sondern ebenso Wahrheit und Lüge. Zum moralischen tritt das erkenntnistheoretische Dilemma.Wo es keine Richtigkeit zwischen Objekt und Subjekt gibt, ist nur noch ästhetisches Verhalten möglich, also Kunst und Täuschung. Indem Nietzsche den Zweckoptimismus der Vernunft" verwirft, markiert er das Ende der Aufklärung, von dem aus der Philosoph als Demagoge und Propagandist agiert. Interessant der Vergleich mit Marx: Der geht mühselig von den Produktionsverhältnissen aus, um als Sachwalter der Aufklärung und des positiven Menschenbildes mit hohem Aufwand an einer Illusion zu stricken, die Nietzsche mit dem kalten Blick auf den menschlichen Typus für eine gefährliche Utopie hält. Seine Alternative: Herrschaft und Wille zur Macht. Wenn Sklaverei unausrottbar ist, dann lieber richtige Sklaverei mit richtigen Herren statt einer verlogenen Kollektivsklaverei". Nietzsche redet oft von einer Grausamkeit großen Stils, hält die Antinomie dieser Revolution, die in der Natur des Menschen und seines Denkens liegt, jedoch selbst nicht aus und wird daran toll". Ein ausgezeichnetes Buch, im Stilvermögen dem Seminaristentönen der Universitätsphilosophie weit überlegen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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