Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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66 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Schüler steht im Mittelpunkt, 9. April 2008
Dieses Buch ist kein Pamphlet gegen die Lehrer (wie so manche behaupten, die es nicht gelesen haben); es ist ein Buch für eine bessere Schule und für bessere Lehrer.
Nach Meinung des Autors verkommt in den Schulen Österreichs (aber wahrscheinlich auch Deutschlands) die Individualität des Schülers; das gegenwärtige Schulsystem sei eindeutig auf "Normierung" ausgerichtet. Dabei sei es die Hauptaufgabe der Schule, Begabungen zu entdecken und zu fördern. Und gerade dafür sind die besten Lehrer notwendig, deren Sozialprestige allerdings dann höher sein müsste.
Salcher plädiert für eine strikte Auslese bei der Lehrerausbildung und für den "Rückzug" der schlechten Lehrer (deren Zahl er für relativ klein hält!)
Daneben werden Punkte angesprochen, die an sich nicht neu sind, aber selten so klar wie hier auf den Punkt gebracht wurden - etwa:
1. Die Schule sei viel zu sehr auf das rationale Lernen fixiert.
2. Es gebe eine klare Hierarchie der Gegenstände; wenn gekürzt werde, dann Musik und Bildnerische Erziehung (und nicht Mathematik oder Sprachen).
3. Die "Betonierer" (und die haben die Mehrheit) in der Gewerkschaft verhinderten in Österreich eine Reform der Schule.
4.Die Notwendigkeit einer gemeinsamen Lehrerausbildung für alle weiterführenden Schulformen ist unbestritten (wieder für Österreich).
5.Die bestmögliche Ausbildung sollten KindergärtnerInnen und GrundschullehrerInnen bekommen.
6. Keine Trennung der Kinder nach Schulformen mit dem 10. Lebensjahr.
Usw., usw.
Wird das Buch von Salcher (in Österreich) etwas bewirken?
Es hat schon einiges bewirkt: die Gewerkschaft gerät immer mehr in die Defensive; es gibt seit kurzem (wieder) den Vorschlag, dass sich Direktoren ihre Lehrer selbst aussuchen sollten (auch eine Forderung von Salcher); die gemeinsame Lehrerausbildung wird ebenfalls gefordert usw.
Jedenfalls hat der Autor mit dem Buch, das äußerst lesbar ist, einigen Staub aufgewirbelt - und das ist gut so! Selbst wenn sich vieles nicht so schnell ändert, wie es sich der Autor wünscht: das Thema "Reform der Schule" wird Österreich (und auch manche andere Länder) in nächster Zeit nicht so schnell loslassen!
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114 von 127 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch für Eltern, Schüler, Lehrer und alle, die einmal Schüler waren, 29. März 2008
Ein wunderbares Buch, das aufzeigt, warum wir heute noch Alpträume von unserer Schulzeit haben. Träumen Sie auch regelmäßig, dass Sie die Matura nachmachen müssen, dass Sie vor einer Mathe- oder Lateinprüfung stehen und nichts wissen? Wachen Sie dann auch schweißgebadet auf?
Um das den zukünftigen Erwachsenen, die heute Schüler sind, zu ersparen und Erinnerungen zu schaffen, die die Schulzeit als sinnvolle, sinngebende, inspirierende und wertvolle Zeit behalten, sollten wir die Empfehlungen von Andreas Salcher schleunigst in die Tat umsetzen.
Der Autor beschreibt, was wir alle im Grunde unseres Herzens erahnen, jedoch nicht auszusprechen wagten, weil wir bisher immer dachten, dass unsere vertane Schulzeit ein Einzelschicksal war. Doch so ist es - leider - nicht! Dieses Buch belegt sehr eindrücklich, dass unser aktuelles Schulsystem veraltet ist und nicht mehr funktioniert. Es wird analysiert, warum das so ist, wo die historischen Wurzeln der Schule von heute liegen, warum sie sich so entwickelt hat und auch warum an diesen Strukturen festgehalten wird. Dabei werden immer die Auswirkungen auf die Schüler betrachtet, was macht Schule mit den Schülern, was machen gute Schulen und vor allem gute Lehrer mit Schülern, wo liegen die Chancen.
Anhand vieler praktischer Beispiele wird dargelegt, wie und warum gute Schulen oder Schulsysteme funktionieren. Die Erkenntnisse sind belegt durch aktuelle Studien, die oft überraschen und beeindrucken. Interessante Beispiele von Biografien von schwierigen Schülern" und ihrer Talente machen die Lektüre sehr abwechslungsreich und persönlich.
Andreas Salcher kritisiert die völlige Überbewertung der kognitiven Fähigkeiten in unserem Schulsystem. Das Modell der multiplen Intelligenz umfasst jedoch ebenso das sprachliche Verständnis, das räumliche Vorstellungsvermögen, das musikalische Denken, die körperlichen Ausdrucksformen, das soziale Verständnis und nicht zuletzt die Fähigkeit, uns selbst zu verstehen. All diese Intelligenzen sollten gleichrangig im Lernprozess genutzt werden. Damit unsere Kinder nicht nur auf den Beruf vorbereitet werden, sondern auf ein glückliches und sinnvolles Leben, in dem sie ihre Talente und Begabungen ausleben können.
Ein Buch, das uns alle angeht. Ein Buch, das Mut macht, etwas zu verändern, sich aktiv am Veränderungsprozess zu beteiligen und in unsere Kinder und Zukunft zu investieren.
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150 von 168 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Das Drama unseres Bildungssystems, 7. März 2008
Wer könnten diese Feinde des talentierten Schülers wohl sein? Dr. Andres Salcher gibt darauf eine einfache Antwort, wir alle sind Feinde des talentierten Schülers und gerade vom Vizepräsidenten und Mitbegründer der Sir Karl Popper Schule für Hochbegabte will das etwas heißen, denn er nimmt sich nicht aus. In diesem Sinne hat Salcher sein Buch auch allen unentdeckten Talenten gewidmet und sogar einen Medizinnobelpreisträger für da Vorwort gewinnen können.
Wer ganz übereifrig gleich nach hinten blättert und dort auf Seite 251 erhofft einige abschließende Wörter zu erhaschen die den gesamten Buchinhalt noch einmal zusammenfassen hat sogar Recht. In drei Sätzen bringt Salcher die brisante Thematik noch einmal auf den Punkt und konstatiert:
- Es geht um die Lehrer - und nur um die Lehrer
- Der größte Feind des talentierten Schülers sind wir alle.
- Die Verantwortung für die Talente unserer Kinder liegt bei uns selbst.
Glücklicherweise verraten diese 3 Sätzen eben nicht alles und müssen ohnehin genauer erklärt werden und was dabei wirklich überraschend ist, sind neben den zahlreichen Gesprächspartner mit denen sich Salcher zum Thema Schule und Talente unterhalten, auch die spannende und gut leserliche Art in der das Buch verfasst wurde. Anders als so manche wissenschaftliche Studie und sogar aussagelose Zeitungsartikel gelingt es Andreas Salcher für eine Bildungsreform zu begeistern. Doch all seine Argumente sind dabei auch durch Studien und Forschungen belegt. Dass "Der talentierte Schüler und seine Feinde" kein tumbes Lehrerhasserbuch ist merkt man spätestens wenn die ersten kritischen Worte zum allgemein gültigen Schulsystem laut werden, dass gewisse Ähnlichkeiten zu Fabriken am Beginn der industriellen Revolution aufzuweisen aufzuweisen hat. Es sind weniger die Lehrer an sich, sondern Lehrergewerkschaften die für ihren Beruf völlig ungeeignete Persönlichkeiten decken und Administrationen die mit dem Rotstift Lehrerfortbildungen auf ein Minimum reduzieren, so dass sich etwa künftige Physiklehrer an Volkshochschulen um entsprechende Physikkenntnisse bemühen müssen.
Die Kernthese dabei, der Kunde sollte König sein, das Schulsystem also darauf ausgerichtet sein das beste für die Kinder zu bieten und dass im Bildungswesen etwas nicht stimmt wird klar, wenn die Kosten etwa steigen und die Qualität des Unterrichts gleich bleibt, während andere Länder die uns gemäß PISA-Test überlegen sind sogar weniger in ihr Schulsystem investieren müssen. Österreich ist keine Bildungsoase und sämtliche politische Debatten um unser Schulsystem spielen sich dabei an Nebenkriegsschauplätzen ab, wie Gesamtschule und PISA-Test, anstatt den Kern des Systems zu reformieren und es engagierten Lehrern zu ermöglichen ihren Beruf wieder genießen zu dürfen, wie auch einige der besten Uniabsolventen für den Lehrerberuf zu gewinnen, anstatt einfach jeden Bewerber nach Möglichkeit einzustellen. Durch EU-Untersuchungen wie sie Andreas Salcher anführt wurden uns zuletzt auch etwa 21% De-facto-Analphabeten unter Absolventen des Pflichtschulsystems bescheinigt, das sollte einem schon zu denken geben.
Fazit:
Die Feinde des talentierten Schülers sind wir alle, doch wir können etwas dagegen unternehmen und diesen Missstand beseitigen, dieses Buch zu lesen mag dabei als wichtiger erster Schritt dienen.
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