Aus der Amazon.de-Redaktion
Anthony Minghellas eindrucksvolle Verfilmung von Patricia Highsmiths
Der talentierte Mr. Ripley, die seit einigen Wochen in den Kinos zu sehen ist, bietet eine gute Gelegenheit, noch einmal den ersten Auftritt Tom Ripleys, einer der faszinierendsten Gestalten der Kriminalliteratur, nachzulesen. Patricia Highsmith veröffentlichte ihren ersten Ripley-Roman 1955 und beschrieb einen ehrgeizigen, aber mittellosen Mann, der unerwartet Gelegenheit erhält, das Leben zu führen, von dem er geträumt hat. Er wird vom reichen Fabrikanten Greenleaf beauftragt, dessen Sohn Dickie in Italien aufzustöbern und nach Hause zurückzuholen. Ripley findet Dickie, denkt jedoch nicht im Traum daran, ihn tatsächlich zurückzubringen, sondern gewinnt nach und nach dessen Sympathie. Er genießt das schöne Leben im Schlepptau von Dickie und dessen attraktiver Freundin Marge, bis -- ja bis ein Streit ihn mit Greenleaf entzweit und Ripleys Traum in Gefahr gerät. Tom Ripley plant den perfekten Mord, um in die Rolle seines "Freundes" schlüpfen zu können.
Mit großer Meisterschaft hat Patricia Highsmith ihren Anti-Helden konstruiert und vor allem seine Psyche bis ins letzte Detail ausgefeilt. Aus einer Figur auf dem Papier wurde ein Mensch mit seinen Zweifeln, seinen Träumen, seiner Niedertracht, Eifersucht, kriminellen Energie und -- seinem Charme und seiner Liebenswürdigkeit. Ripley war geboren. Die Leser freuten sich über mehrere Wiedersehen in weiteren Romanen der Autorin.
Ein Kinofilm ist in der Regel ein eigenständiges Projekt, und Regisseure lassen sich ungern im Detail an literarischen Vorlagen messen. Wer Anthony Minghellas Arbeit nachvollziehen möchte, dem sei das Drehbuch unter dem gleichen Titel Der talentierte Mr. Ripley nachdrücklich empfohlen. Der komplette Text wird ergänzt von farbigen Szenenfotos aus dem Film und einem ausführlichen Vorwort des Regisseurs. Ebenfalls unter dem Titel Der talentierte Mr. Ripley ist eine wunderschöne Hörspielfassung mit Ernst Jacobi, Michael Quast, Siemen Rühaak, Ulrike Bliefert und anderen erschienen. --Ulrich Deurer
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
"Minghella beweist Gespür für die adäquate, stilvolle Literaturverfilmung. Die wunderschöne Fotografie, die Liebe zum Detail für das dargestellte Italien der späten 50er Jahre sowie eine erlesene Besetzung der Nebenrollen tragen zum Gelingen bei. In ruhigem, atmosphärisch dicht gewobenem Rhythmus vollzieht sich die klassische Spannungsdramaturgie. Es ist ein überzeugendes Beispiel dafür, wie gutes altes Hollywoodkino, von Meisterhand praktiziert, immer noch auf der Höhe unserer Zeit sein kann." (St. Galler Tagblatt)
"Wer süchtig geworden ist nach der ausgeklügelten Mordgeschichte, die im sonnendurchfluteten Italien der späten fünfziger Jahre spielt, der kann das Drehbuch nachlesen und sich dabei ein paar schöne Filmfotos anschauen. Besonders aufschlussreich ist Minghellas Vorwort, in dem er erklärt, wie und warum er Charaktere und Handlung gegenüber der Romanvorlage verändert hat." (Badische Neuste Nachrichten)
"Für alle bes onderen Fans, die von der filmischen Umsetzung des Patricia-Highsmith-Romans einfach nicht genug bekommen können. Mit Farbfotos reichlich ausgeschmückt, fängt das Drehbuch detailgetreu die Leinwandfassung ein und präsentiert die filmisch bunt dargestellte Geschichte um Gier, Neid, Missgunst und Liebe in schlichten Buchstaben schwarz auf weiß, die sich zu fantasiebeflügelnden Worten verbinden." (Libro Journal)