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tagelang
 
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tagelang (Gebundene Ausgabe)

von Christian Bernhardt (Autor)
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 182 Seiten
  • Verlag: Liebeskind; Auflage: 1 (März 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3935890206
  • ISBN-13: 978-3935890205
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 13 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 1.491.817 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein junges Paar ohne Zukunft, ein Reihenhaus voller Designermöbel, ein Verkehrsunfall mit fast tödlichem Ausgang: Christian Bernhardts Debütroman ist eine literarische Erkundung der Gegenwart, minutiös beobachtet und kunstvoll erzählt. Ein Mann und seine Lebensgefährtin, beide beruflich erfolgreich und kinderlos, werden Opfer eines Autounfalls. Während sie im Koma liegt, wird ihr Begleiter schon nach wenigen Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Zurück im gemeinsamen Reihenhaus, versucht er, den genauen Unfallhergang zu rekonstruieren. Aber seine Anstrengungen laufen ins Leere, er kann sich an nichts Genaues erinnern. Ihm bleibt nur, nach Ankündigungen und Vorzeichen des Geschehenen zu suchen. Hatte sie vor dem Unfall ein Angebot von einer Firma in einer anderen Stadt erhalten? Woher kam die fremde Zahnpastatube, die er am Abend vor dem Unfall im Badezimmer fand? Und warum fuhr er den Wagen, obwohl er völlig übermüdet war? Sprachmächtig und mit verstörender Konsequenz beschreibt Christian Bernhardt eine namen- und ortlose Wirklichkeit, eine Transitlandschaft, die aus Autobahnen, Reihen-häusern und Bürostädten besteht. tagelang erzählt von der Orientierungslosigkeit der Menschen in einer Welt, in der ihr Wunsch nach Individualität konfrontiert wird mit einer zunehmend austauschbaren Realität aus vorgefertigten Lebensstilen und Produktwelten.


Über den Autor

Christian Bernhardt wurde 1964 in Köln geboren. Nach seinem Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft in Frankfurt/Main arbeitete er zeitweise als Drehbuchautor. Heute programmiert er hauptsächlich Internetseiten. "tagelang" ist sein erster Roman.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein außergewöhnliches Debüt, 7. März 2004
"Tagelang" ist ein außergewöhnliches Romandebut, vielleicht das beste (deutschsprachige) in diesem Früjahr. Christian Bernhardts Gespür für Rhythmus, Wort-Wiederholungen ohne Redundanz, seine glasklare, man könnte auch sagen: eiskalte Präszision bei der Beschreibung der alltäglichsten Dinge, poetisch und steril zugleich, das alles entfaltet eine hypnotische Wirkung. Es passiert wenig in diesem Buch: Das Wichtigste i s t bereits passiert; ein Mann und eine Frau hatten einen Autounfall, sie liegt im Koma, er leidet unter Gedächtnisverlust. Jetzt erinnert er sich; in kurzen Episoden entsteht das Bild eines Durchschnittsleben, so durchschnittlich wie das Reihenhaus, in denen das Paar wohnt, im Vorort einer namenlosen Stadt, die vielleicht wiederum selber nur der Vorort einer anderen, größeren Stadt ist. Das alles erinnert hinsichtlich der Handlung und des episodenhaften Beschreibungsstils oft an den jungen deutschen Film, an die Filme Christian Petzolds z.B. und vor allem an „Bungalow". Vielleicht liegt hier auch die Schwäche des Buches: Nicht unbedingt einleuchtend ist die Schreibsituation des Ich-Erzählers, warum schreibt er das alles, und warum ordnet er es so (schick) mosaikartig-fragmentarisch an? Auch die Handlung (Autounfall, Gedächtnisverlust), das kennt man ja, das sind mittlerweile Standardthemen geworden. Umso erstaunlicher ist es, daß das Buch all diese Schwächen mühelos wegsteckt: Die stilistische Brillanz und der Mut, ein parabelhaftes Buch über einen seltsam fremden Alltag zu schreiben, der der unsere ist, machen Christian Benrhardt zu einem der Talente der jungen deutschsprachigen Literatur, auf deren nächste Veröffentlichung man gespannt sein darf.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Was ist geschehen?, 20. September 2004
Von Mitternachtsleser (Berlin-Taunusstein-Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Ein Unfall hat sich ereignet: ein Paar verunglückt mit dem Auto auf der Landstraße. Während die Beifahrerin im Krankenhaus im Koma liegt, wird der Fahrer und Ich-Erzähler nur leicht verletzt. Er versucht, sich an den Unfall zu erinnern, doch dieser ist aus seinem Gedächtnis verschwunden. Der Erzähler verbringt seine Zeit deshalb allein im gemeinsamen Reihenhaus und versucht, die Erinnerung an das Geschehen zurückzuerlangen. Die Zeit vor dem Unfall stellt sich dabei als ein Leben ohne Höhepunkte dar, das im Alltäglichen erstarrt ist, dem im Einerlei von Reihenhaus und Einkaufsparadies das Leben abhanden gekommen zu sein scheint.
Bernhardt schildert in seinem Romandebüt dieses gemeinsame Leben in geordneten, genormten Verhältnissen - das eigentlich ein „nebeneinander-her-leben" ist - sehr eindringlich. Er zeigt sich als scharfer, detailgenauer Beobachter des Alltäglichen und lässt eine sinnleere, leidenschaftslose Welt vor den Augen des Lesers entstehen. Stilistisch erzielt er diese Wirkung unter anderem durch z.T. recht exzessive Benutzung von Wort- und Satzwiederholungen, die - auch wenn man deren absichtsvolle Verwendung voraussetzt - gelegentlich etwas zu konstruiert wirkt und den Lesefluss hemmt. Auch sind die Themen Entfremdung, Fremdbestimmtheit und Vereinsamung in der Arbeits- und Konsumwelt spätestens seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts schon sehr (zu?) häufig Gegenstand der Gegenwartskultur gewesen. (deshalb nur drei, eigentlich dreieinhalb Sterne) Dennoch ist Bernhardt ein sehr interessantes und lesenswertes Buch gelungen, das durchaus empfehlenswert ist und darüber hinaus weiteres von diesem Autor erwarten lässt.
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