Wäre doch nett, hier eine kleine Gedichtsammlung zu eröffnen. Es soll Spaß machen und bereichern und nicht allzu ernst genommen werden. Hab die Inspiration dazu aus einem anderen Forum.
Dann mach ich mal den Anfang:
Ein Elf muss mein Geliebter sein, oh Elf, wie süß, so sei doch mein, doch die Welt, so weit und leer, finde ich dich nimmer mehr, wo du doch der Letzte bist, muss ich sterben, ohne dich.
" War einmal ein Bumerang War ein weniges zu lang. Bumerang flog ein Stück Aber kam nie mehr zurück. Publikum noch stundenlang Wartete auf Bumerang." (Joachim Ringelnatz) Gruß Klaudia
"Der Bär verspürt an manchen Tagen ein rätelhaftes Unbehagen. Ist es der Kopf? Das Herz? Der Magen? Kann er das Bier nicht mehr vertragen? Zu diesen schweren Schicksalsfragen weiß auch der Bär nicht viel zu sagen." Den Autor weiß ich leider nicht ...
Antwort auf den Eintrag von Willi und Anette Schfer:
Ein Mensch spricht fern, geraume Zeit, mit ausgesuchter Höflichkeit, legt endlich dann, nach vielen süßen Empfehlungen und besten Grüßen den Hörer wieder auf die Gabel - doch tut er nochmal auf den Schnabel (nach all dem freundlichen Gestammel), um dumpf zu murmeln: Blöder Hammel! Der drüben öffent auch den Mund zu der Bemerkung: Falscher Hund! So einfach wird oft auf der Welt die Wahrheit wieder hergestellt.
Das Schnitzel Ein Mensch, der sich ein Schnitzel briet, Bemerkte, daß ihm das misriet. Jedoch, da er es selbst gebraten, Tut er, als wär es ihm geraten, Un, um sich nicht zu strafen Lügen, Ißt er's mit herzlichem Vergnügen. (Eugen Roth)
Ein Apfel hing am Apfelbaum und schaukelte gelinde im Winde und träumte seinen Sommertraum von Reife und von Erntezeit und auch von einem Kinde, das ihn am Zweige finde. Ich glaube, heute ist's so weit: da wird erfüllt des Apfels Traum - Komm schnell! Wo steht der Apfelbaum ?
Dieses Gedicht von einem noch unbekannten jungen Autor fand ich bei einem meiner Spaziergänge durchs Web. Ich hoffe, kein Copyright zu verletzen, indem ich das Gedicht hier weitergebe. Ich wünsche dem Autor, der noch weitere wunderschöne und auch originelle Gedichte geschrieben hat, viel Erfolg.
Liebe Grüße,
Xaia
herrlich
eine freudenvolle ruhe floss mir glucksend in die schuhe drang mit kicherndem frohlocken langsam kitzelnd in die socken stieg mir streichelnd - ja - ich meine zärtlich durch die hosenbeine schlang sich höher um die hüfte glitt wie warme balsamdüfte über bauch und brust zum nacken um mich hinterrücks zu packen zog mich neckisch sanft am Schopfe stieg mir schließlich doch zu kopfe und verflog zu einem lachen um sich selber luft zu machen
Stefan Krüger (St. Rémy de Provence, 12.4.2007) bislang unveröffentlicht
Christian Morgenstern Das Mondschaf Das Mondschaf steht auf weiter Flur. Es harrt und harrt der großen Schur. Das Mondschaf. Das Mondschaf rupft sich einen Halm Und geht dann heim auf seine Alm. Das Mondschaf.
Das Mondschaf spricht zu sich im Traum: »Ich bin des Weltalls dunkler Raum.« Das Mondschaf.
Das Mondschaf liegt am Morgen tot. Sein Leib ist weiß, die Sonn' ist rot. Das Mondschaf.
Ich geh' mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Dort oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir. Mein Licht ist aus, wir geh'n nach Haus. Rabimmel, rabammel, rabumm!
Solchen Monat muss man loben: Keiner kann wie dieser toben, Keiner so verdrießlich sein Und so ohne Sonnenschein! Keiner so in Wolken maulen, Keiner so mit Sturmwind graulen! Und wie nass er alles macht! Ja, es ist 'ne wahre Pracht.
Seht das schöne Schlackerwetter! Und die armen welken Blätter, Wie sie tanzen in dem Wind Und so ganz verloren sind! Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt Und sie durcheinanderwirbelt Und sie hetzt ohn' Unterlass: Ja, das ist Novemberspaß!
Und die Scheiben, wie sie rinnen; Und die Wolken, wie sie spinnen Ihren feuchten Himmelsthau Ur und ewig, trüb und grau! Auf dem Dach die Regentropfen: Wie sie pochen, wie sie klopfen! Schimmernd hängt's an jedem Zweig, Einer dicken Thräne gleich.
O, wie ist der Mann zu loben, Der solch' unvernünft'ges Toben Schon im Voraus hat bedacht Und die Häuser hohl gemacht! So, dass wir im Trocknen hausen Und mit stillvergnügtem Grausen Und in wohlgeborgner Ruh Solchem Greuel schauen zu!
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; gieb ihnen noch zwei südlichere Tage, dränge sie zur Vollendung hin und jage die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.