Mich würde einmal interessieren welche Metalbands eurer Meinung nach intelligente Texte haben. Ich meine allzu oft gehen die Texte im bereich des Metal in die Richtung von Guts'n'Gore, aber auch die meisten Metal/Hardcore-Texte die politische Themen behandeln gehen nicht gerade zimperlich mit Beschimpfungen und Kraftausdrücken um.
Mir ist schon klar, dass Metal "wütende" Musik ist, jedoch würde mich interessieren, warum es so viele Metalbands gibt die wirklich sinnlose Texte schreiben ("Hammer Smashed Face", nur mal so als Beispiel). Auch die allseits beliebten Themen wie Krieg, Zerstörung,(pseudo-) religiöse Haltungen und Fantasy-Geschichten sind ja nicht gerade das was man unter "Intelligent" versteht.
Mich würde hier interessieren welche Bands eurer Meinung nach wirklich gut durchdachte und sinnvolle Lyrics haben. Ich meine hier unter anderem Bands wie "The Ocean", "Gojira" und "ISIS" die sich nicht nur mit politischen Themen auseinandersetzen, sondern auch Sinnfragen und philosophische Themen behandeln.
Ich finde es eigentlich schade, dass gerade bei so kraftvoller und oftmals komplexer Musik die Texte total hintenangestellt werden. Es ist doch schade, dass man sich in diesem Bereich nicht auch etwas einfallen lässt. Ich meine wenn ich mit Leuten rede, die gerne HipHop oder Reggae hören erzählen sie mir meistens nicht wie toll der Gitarrist solieren kann, sondern dass die "Rhymes" genial sind. Kann mir irgendjemand einen Grund sagen warum Metallyrics eigentlich allzu oft nur Schwachsinn beinhalten? Manchmal traue ich mich gar nicht mehr die Texte durchzulesen, wenn ich die Titel gelesen habe, weil ich befürchte wieder nur mit platten Metalklischees konfrontiert zu werden. Ist das wirklich was erstrebenswertes für die Künstler?
Wer auf der Suche nach Metal mit intelligenten und poetischen deutschen Texten ist, sollte mal Riger testen. Da beherrscht jemand sein Handwer. Auf Youtube lassen sich diverse Songs vom neuen Album anhören, inkl. nebenstehendem Songtext. Da merkt man, hier geht der Sänger in seiner Rolle als Texter auf, und verleiht der Musik die nötige lyrische Wucht (Hinter Mauern aus Stein / Allbrandopher müssen hier hervorgehoben werden).
Ich denke, viele Metalsänger (gerade bei "extremeren" Metalbands), konzentrieren sich auf die Ausarbeitung ihrer Technik und (leider) weniger auf gehaltvolle und im poetischen Sinne anspruchsvolle Texte. Da kommen dann viele Songs bei raus, die musikalisch sehr mitreissen und Ohrwurmcharakter haben, aber textlich nichts nennenswertes zu bieten haben.
Auch, wenn ich den religiösen Bestandteilen des Textes nicht so ohne weiteres zustimmen kann, so muss ich doch sagen, daß es ihm gelingt, simple und allgegenwärtige Gedankengänge in derart verworrene und trotzdem "schöne" Textgewänder zu kleiden, daß ich mich auf der Suche nach dem Schlüssel zu diesen Überlegungen automatisch näher mit den Texten beschäftigte.
Gott sei Dank sind die Textefür relativ " normale " Menschen nicht zu deuten und zu verstehen. Es gibt wirklich einige gute Texte aber ich bin mir absolut sicher, dass die meisten Metalfans die Musik in die erste Reihe stellen und der Gesang oft nur ein weiteres Instrument darstellt. Ich würde keinen Text bei Cannibal Corpse verstehen aber die Musik ist absolut Genial in Verbindung mit dem " Gesang ". Der zweite Punkt sind Texte über die Zuneigung zu Satan und schwarzer Magie. Ich finde das ganze Quatsch !!! Musik sorg für Energie und zwar für positive ! deshalb sitzt kein Satan im CD Schrank.
Die intelligentesten im Metal-Business haben sicherlich Skyclad/Sabbat/Hell (Uk) und The Clan Destined. Das liegt daran, dass der großartigste Lyric-Writer dort der Sänger war/ist - Martin Walkyier himself.
Kleine Kostproben:
"The boy only wants some attention - he's wasting our time" (he only needed a family to help him to shine) "He'll never survive on his own - for he's no son of mine" (all he has is a ticket to ride on the poverty line). ---------------- Met my neighbour one fine morning; spoke of planetary warming. She looked at me and laughed; wait and see who's laughing last. Dread to think how deep they stoop, dredging for new dopes to dupe. Plots so blatant yet sublime; fool all the people all the time. ------------ A species in its infancy--a living idiosyncrasy, This 'naked ape' believes itself divine. Assured of its supremacy--it dreams of immortality, The first words that it speaks--"This world is mine." But the time has come for us to realise, That the animal instincts we deeply despise-- Are far more civilised than humanity.
Mir gehts auf den Zeiger das viele Metal Bands einfach zuviel "Kill, F*ck, Die" in ihrem Sprachschatz haben. Früher fand ich das auch irgendwie cool und passend zum Metal, heute finde ich es größteils einfach nur noch schwach. Von wahrem einfallsreichtum bezüglich der Lyrics zeugt es jedenfalls nicht. Klar, gibt es auch genug Bands bei denen das im Hintergrund steht oder fast gar nicht vorkommt. Aber manchmal meint man schon eine Band wolle mit ihren Texten, Totenköpfen und Pentagrammen und was weiß ich noch alles noch böser & brutaler sein als die andere. Sowas wie 6666- Mega Evil halt. Ich find's arm...
als beispiel ist zum bleistift homeless von aardvarks zu nennen finde. aber was genau meinst du mit intelligenten texten? das meisste was man sagen kann ist eh schon gesagt worden. von irgendwem irgendwann.
Ich kann euch allen nur Agalloch, Empyrium, Nocte Obducta (Wahnsinn!), Agrypnie usw... empfehlen. Lieder finden sich allesamt auf youtube, und Texte sollten auch kein Problem sein. Bei Nocte Obducta ist eindeutig "Und Pan spielt die Flöte" ein absoluter Anspieltipp! Von Agalloch und Empyrium kann man sowieso getrost alles hören und lesen - MetalPoesie am Gipfel der Dichtung! Sollte jemand gefallen an meinen Tipps gefunden haben, ich habe noch mehr ;) Einfach kontaktieren!
Wünsch euch noch einen schönen Abend, LG aus Ösiland!
P.S: Kann den Fragensteller gut verstehen... Höre auch Metal seit ich 12 bin (werd in 5 Tagen 23^^) und bin auch schockierd, was mittlerweile so alles als "Text" durchgeht. 90% der Texte lassen sich in zwei Kategorien stecken: Entweder sie haben Sinn, klingen dafür jedoch wie aus der Hand eines 12-jährigen, oder sie haben überhaupt keinen Sinn, und dann ist es auch egal, wie angenehm ein Text (von der Wortwahl, der Metrik usw...) klingt. Es schaffen nur wenige Bands, wirklich gute Texte, in gehobener, gehaltvoller Sprache zu verfassen - aber hört selbst :)
Also ich kann nur Linkin Park empfehlen oder auch Cradle of Filth und da vor allem das neueste Album "Godspeed on the Devils Thunder"! Man merkt dass sich der Sänger wirklich mit dem Thema beschäftigt hat und nicht einfach über irgendeinen schon x mal gehörten und klischeebeladenen Blödsinn singt.
also wenn ihr mal einen wirklich intelligenten text/gesellschafts kritischen text hören wollt hört euch die ältern sachen vorn Narziss an. da wären z.b. zu nennen:
Menschenwelt (einer meiner favourits) Entstelltes Bild Gotteskrieger Lüge und Wahrheit Nur ein Wort Gefangen Die Phantastischen Vier Erbsünde
und das wären nur einige alleine von dieser einen Band da gibt es noch viel viel viel mehr! man muss nur die richtigen bands finden ;-) aber es gibt leider auch genug stumpfsinniges heute...obwohl die musik teils trotzdem nicht schlecht is und gut nach vorn geht :-D
ich empfehle NIN, Porcupine Tree, Tool, A Perfect Circle und Mastodon Bei NIN geht es fast immer um die Fragilität des Menschen und dessen Seelische Abgründe (in allen Bereichen des Lebens, sowohl grausam, als auch bemitleidentswert) Porcupine Tree machen es ähnlich aber mit mehr Kritik an den heutigen Medien die nur noch auf schnelles Geld und publicity aus sind. Tool ist sehr schwer zu beschreiben müsst ihr euch selbst mit außeinandersetzten. A Perfect Circle schreibt meistens über die abhängigkeit zu etwas und wie der Mensch daran zu grunde geht. Bei Mastodon zitiere ich mal die Laut.de review vom neusten Album "Crack The Skye": "Viel munkelte man im Vorfeld über das neue Album der Urviecher und rief es gar zu einem der bedeutendsten Konzeptalben der letzten dreißig Jahre aus. Die Fragilität des menschlichen Daseins stellt den Ausgangspunkt für die Lyrics dar: Brent Hinds landete nach einer Schlägerei im Koma und plagte sich noch Monate danach mit den Spätfolgen. Schlagzeuger Brann Dailor verarbeitete in seinen Texten eine traumatische Erfahrung: Seine Schwester beging im Teenageralter Selbstmord – erst jetzt fühlte sich Brann befähigt, die Aufarbeitung des Verlusts anzugehen. Skye, so der Name der Verstorbenen, stand Pate für den Titel des Albums. Der Hauptcharakter – ein kleiner Junge, der an einer neurodegenerativen Erkrankung leidet und an den Rollstuhl gefesselt ist – experimentiert mit außerkörperlichen Erfahrungen, um der Tristesse seines Daseins zu entfliehen. In Anlehnung an die Ikarus-Story gerät der kleine Bub auf seiner transzendentalen Reise zu Nahe an die Sonne, die Nabelschnur, die ihn an die Erde fesselt, brennt durch und fortan schwebt er – lost in space – orientierungslos durch den Äther. Von da an geht es weiter, er macht die Bekanntschaft einer russischen Sekte aus dem 17. Jahrhundert, bekannt für ausschweifende Orgien und landet schließlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Körper von Rasputin. Ein Attentat auf den russischen Sonderling bringt das Gefüge ordentlich durcheinander ...
Viel Spannung aber auch viel Verwirrung verbergen sich hinter diesem Konzept. Auf wilde, eklektische Weise verbinden die Amis fiktionale Hirngespinste, wissenschaftliche Forschungsbereiche und historisch verbürgte Tatsachen. Gerade diese Mischung lässt das Konzept auf den ersten Blick lose erscheinen, birgt jedoch auf lange Sicht ein breites Feld an Beschäftigungsmöglichkeiten. Denn wer schafft es schon, Relativitätstheorie, Hawkinsche Überlegungen zu Zeitreisen und Schwarzen Löchern, die kruden orthodoxen Separatisten der Clysten und den wirren russischen Wanderprediger Rasputin auf eine Reise durch Zeit, Raum und die unergründlichen Tiefen des Unterbewusstseins zu führen? "
Fiktionale Hirngespinste und wissenschaftliche Forschungsbereiche sind übrigens auch einige Dinge über die Tool texten.
Um die Diskussion zu reanimieren: Ich mag die Texte von Marilyn Manson und (um etwas Werbung zu machen) die Texte von Japanische Kampfhörspiele. Beispiel:
IM SCHLAFANZUG ZU PLUS der halbe tag ist schon vorbei, ist aber nicht so schlimm wir verpassen nichts, das haben wir uns jahrelang nur eingebildet heute wirst du hungrig bleiben müssen, kleiner magen wir haben unser ganzes geld für haschisch ausgegeben, eben
Christof (der die Texte schreibt) latscht immer mit einem Notizbuch durch die Gegend und schreibt alles auf was er so hört, sieht und liest. Wenn das Buch dann voll ist, puzzelt er die ganzen Textfragmente zu Liedern zusammen. So entsteht dann eine typische JaKa Collage.
Leider bekomme ich bei Texten wie denen von Dornenreich oder auch Nocte Obducta/Agrypnie ständig das Gefühl, man wolle möglichst intellektuell wirken. Bei ersteren besonders... Helrunar haben dieses Problem in Ansätzen auch, Lunar Aurora hingegen kratzen gerne an der Grenze des Kitschs, aber dennoch würde ich die beiden als durchaus gut bezeichnen. Opeths Texte mag ich sehr gerne, besonders die der Konzeptalben. Hier wird die jeweilige Geschichte schön erzählt und, in Verbindung mit der Musik, eine wirklich tolle Atmosphäre erzeugt. Agalloch-Texte haben, dank der Interpretation, auch einen unglaublichen Gänsehautfaktor (bspw. "Falling Snow", Cleanstelle gegen Ende). Katatonias gefallen mir ebenfalls ziemlich gut, wenn sie auch manchmal etwas zu kryptisch daherkommen. Andere Bands mit (teilweise) ansprechenden Texten wären Amorphis, Insomnium, Swallow the Sun (weil sehr passend) oder auch Imperium Dekadenz. Weiterhin, so seltsam es klingt, finde ich die Texte von Amon Amarth auf eine Art sehr gelungen. Zwar inhaltlich nicht "intelligent", jedoch, besonders auf "With Oden on Our Side", so geschrieben, dass man sich das beschriebene Geschehen immer perfekt vorstellen kann. Besonders bei Songs wie "Hermod's Ride to Hel" oder "Cry of the Black Birds". Nicht komplex, nicht philosophisch, aber doch - auf eine Art eben - genial.
Ich finde die Texte von L'Âme Immortelle ziemlich langweilig... Immer diese klischeehaften Texte über Kummer, Herzschmerz und ähnliches Zeugs. Der Gothic-Metal (oder wo man die hinstecken will) hat doch auch besseres zu bieten.