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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Am Puls der Zeit...,
Rezension bezieht sich auf: Der stumme Tod: Gereon Raths zweiter Fall (Broschiert)
Berlin im März 1930:Leuchtreklamen am Potsdamer Platz, durchtanzte Nächte und Straßenschlachten zwischen Kommunisten und Nazis. Draußen in Babelsberg werden die ersten Tonfilme gedreht und noch weiß niemand, ob dieser Technik wirklich die Zukunft gehört. Es geht um viel Geld und um Ruhm, um kometenhaften Aufstieg und noch viel schnelleren Fall. Während der Dreharbeiten wird die vielbeschäftigte Schauspielerin Betty Winter von einem Scheinwerfer erschlagen und Gereon Rath beginnt zu ermitteln. Es dauert nicht lange, bis er sich mit seinen eigenwilligen Ermittlungsmethoden den Unmut seiner Vorgesetzten zugezogen hat. Doch der Kölner Kommissar im freiwilligen Berliner Exil lässt sich nicht entmutigen. Denn bald suchen er und seine Kollegen nach einer zweiten Schauspielerin, die möglicherweise ebenfalls Opfer eines Verbrechens geworden ist... Volker Kutschers Kriminalroman "Der stumme Tod" ist das Mittelstück einer Trilogie, die im Berlin der ausgehenden Weimarer Republik spielt. Gereon Rath, ausgestattet mit viel Gespür und rascher Auffassungsgabe sowie dem Hang zur Querköpfigkeit, ermittelt in unruhigen politischen Großstadtgewässern und in einem Millieu, das schon in dieser Zeit von einer gnadenlosen "Hire and Fire"-Mentalität geprägt war. Ihm gelingt es sehr gut, die Stimmung und Atmosphäre der Metropole einzufangen und seine Schilderungen treffen Zeit- und Lokalkolorit perfekt. Am Puls der Zeit gewissermaßen ist auch Gereon Rath, der sich während der Ermittlungen eigenwillig und intuitiv verhält. Trotz einiger Längen in der ersten Hälfte des Buches kann ich "Der stumme Tod" allen Freunden literarischer Kriminalromane sehr ans Herz legen. Authentisch und schlüssig zugleich führt Kutscher den Leser durch die Handlung und an einige nicht weniger spannende Nebenschauplätze, in denen auch der Erfinder des kölschen Klüngels, der damalige Oberbürgermeister Kölns Konrad Adenauer, einen grandiosen Auftritt hat. Das ist beeindruckend und absolut lesenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
GEREON RATH, DER DEUTSCHE JOHN REBUS,
Rezension bezieht sich auf: Der stumme Tod: Gereon Raths zweiter Fall (Broschiert)
Der zweite Roman von VOLKER KUTSCHER um den Kriminalkommissar GEREON RATH spielt im Umfeld der Deutschen Filmindustrie während des Umbruchs vom Stummfilm zum Tonfilm.DIE STORY: 1930. Berlin. Der Tonfilm beginnt seinen Siegeszug. Während der Dreharbeiten zu "Liebesgewitter" wird die Star-Schauspielerin der La Belle-Filmproduktion, BETTY WINTER, - wie es scheint - durch einen Unfall getötet. Dennoch zunächst ein Fall für die Mordinspektion. Die Ermittlungen ergeben, dass der Scheinwerfer, der auf BETTY WINTER herabgestürzt ist, manipuliert worden ist. Schon bald konzentrieren sich die Ermittlungen auf eine konkurrierende Filmproduktionsfirma. Scheinbar gibt es einen knochenharten Konkurrenzkampf der (neben der mächtigen UFA) existierenden kleineren Filmproduktionsgesellschaften. Der Verdacht fällt auf die Montana-Film. Als kurz darauf auch die Hauptdarstellerin der Montana-Film tot aufgefunden wird, sieht alles nach einem "Kleinkrieg" zwischen beiden Produktionsfirmen aus. Diese Theorie wird allerdings völlig über den Haufen geworfen, als eine weitere Schauspielerin tot aufgefunden wird, die weder zur La Belle-Filmproduktion noch zur Montana-Filmproduktion gehört. Und besonders kurios: zwei der weiblichen Leichen fehlen die Stimmbänder ... FAZIT: DER STUMME TOD ist mindestens genauso spannend wie der NASSE FISCH. Auch wenn der eigentliche Mörder bereits relativ früh auszumachen ist. Dies tut der Geschichte - ausnahmsweise - keinen Abbruch, denn die Spannung holt sich die Geschichte nicht aus der Auflösung, wer denn nun der Mörder ist. Spannend und fesselnd wird die Ermittlungsarbeit geschildert, bei der GEREON RATH wieder einmal seinem Sturkopf folgt und seine eigenen "Brötchen" backt, jedoch nicht ohne gehörig damit anzuecken. Auch das Showdown ist gut gelungen und spannend. Spätestens mit dieser zweiten Geschichte um GEREON RATH wird überaus deutlich, dass hier ein deutscher JOHN REBUS entsteht. Die Parallelen zu IAN RANKINs Inspektor sind unverkennbar und werden immer intensiver. Das liegt nicht nur an der eigensinnigen und eigenbrötlerischen Ermittlungsarbeit beider, bei denen auch schon einmal zu illegalen Mitteln gegriffen wird. Auch im Privatbereich ähneln sich beide ungemein. Beide haben ihre Probleme in der Liebe, werden - insbesondere Nachts - von ihren "Dämonen" (die Toten der Vergangenheit) verfolgt, versuchen diese durch Alkohol zu vertreiben und finden ihre Ruhe in ihrer Musik, die beide leidenschaftlich gerne hören. Dabei ist RATH nicht nur eine platte Kopie von REBUS, sondern eher das deutsche Pendant, dass sich möglicherweise noch weiter entwickeln wird (die Reihe um Inspektor JOHN REBUS hat IAN RANKIN mit dem 17. Band 2007, in dem der Inspektor in den Ruhestand geht, abgeschlossen). Man darf sehr gespannt sein, wie es weiter geht! Viel Spaß beim Nachlesen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Anachronismen und anderes Leid,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der stumme Tod: Gereon Raths zweiter Fall (Broschiert)
Gereon Rath denkt in achtziger Jahre Sprache. Das tun offenbar auch seine Freunde. Seine Ex-und-dann-doch-wieder-Freundin Charly zum Beispiel findet, dass er "scheiße war". Auweia! Gereon Rath stellt außerdem in den Zwanzigern die berühmte 60er Frage "Your place or mine?" Er und offenbar alle Frauen, die er kennt, sind sexuell enorm aktiv, der Autor hat schließlich den "Fabian" gelesen und kennt sich aus.Davon abgesehen: die Dialoge sind hölzern, bestenfalls bemüht. Die achso ums Zeitcolorit gekrampfte Schilderung Berlins (mal mit Dialekt, mal ohne, wie et ebent passt, wa?) baut dann doch nur auf einem ziemlich fernsehserien-anrüchig-entlehnten Mordmotiv auf: natürlich ein Wahnsinniger mit enorm viel Geld und einer "Vision", hat man denn was anderes erwartet? Das ist schließlich der normale Verbrecher, mit dem dieser Klettenberger Schimmi sich auseinandersetzt, wenn er nicht grade voll ödipalen Hasses dem "jooten" Adenauer hilft. Da fällt mir auf: Ein Bayer, der fehlt noch. Dann der Charakter des Helden, einer jener Entwürfe, bei denen sinnlos postpubertäre Weltverdrossenheit und Aggression verzweifelt als Tiefgründigkeit (Der Hund ist übrigens der letzte Beweis! Ein einsamer Mann mit einem aus Mitleid angenommenen Hund, der muss ja so was von tiefgründig sein.) ausgegeben wird. Die Frauen sind sämtlich Staffage, Hauptsache "schön", die übrigen Herren entweder Strichmännchen (lustig und markig)oder gleich Karikaturen(preußisch und dümmlich), wer will sich denn die Arbeit machen, Personen zu entwerfen, neben denen dieser Kommissar ohne Eigenschaften unangenehm in seiner Eindimensionalität auffallen könnte? Mannmannmann, ein Bestseller? Warum bloß? Varus, Varus... Es war einmal eine ganz gute Idee, was dann draus wurde ist bedauerlich. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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