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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Roman mit viel Geschichte & Legende, jedoch kein Thriller, 4. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Die stumme Bruderschaft. Roman (Gebundene Ausgabe)
"I templari c'entrano sempre....." (Umberto Eco) Im Jahr 1357 wird erstmals (historisch durch ein Pilgermedaillon verbürgt) nahe Troyes in der Champagne, in der Stiftskirche von Lirey, ein Tuch mit dem Abbild eines Menschen ausgestellt. Die Textile, von der behauptet wird, dass sie das Grabtuch Christi sei, zieht sofort eine große Zahl von Pilgern an, so dass von diesem Zeitpunkt an ihre weitere Geschichte bis in die Gegenwart zur Kathedrale von Turin lückenlos geklärt ist. Bei älteren Berichten aus der Zeit davor, die über Tücher mit dem Abbild Christi berichten, ist jedoch nicht gesichert, ob diese mit der heute nach ihrem Aufbewahrungsort "Turiner Grabtuch" genannten Reliquie identisch sind...... Am 12.04.1997 ist das "Turiner Grabtuch" in der Kathedrale der norditalienischen Metropole Objekt eines Brandanschlages, das jedoch durch den beherzten Einsatz eines Feuerwehrmannes aus dem brennenden Gotteshaus gerettet werden kann.... ......soweit die historischen Fakten zum "Turiner Grabtuch", das nicht nur als Reliquie Verehrung findet, sondern auch eine eigene Wissenschaft, die Sindonologie (griech.: Sindón= Leichentuch) entstehen ließ. Julia Navarro's Roman, der 2004 unter dem Originaltitel "La Hermandad de la Sábana Santa" veröffentlicht wurde und in Spanien zum Toppseller avancierte, besteht von Beginn an aus zwei abwechselnd vorgetragenen Geschichten, die sich zu unterschiedlichen Zeiten ereignen. Im ersten von insgesamt 50 Kapiteln lässt die Autorin ihre "Geschichte des Turiner Grabtuchs" mit der Abgarsage (aus des Kirchengeschichte des Eusebius- 325 AD) beginnen, in der von einem Briefwechsel zwischen dem an Aussatz erkrankten König Abgar V. Ukama von Edessa und Jesus Christus berichtet wird. Nach dieser Erzählung sei Abgar in den Besitz eines Tuches mit dem Abbild Christi gelangt und dadurch geheilt worden. Kapitel zwei setzt nach einem zweiten Brand in der Turiner Kathedrale, bei der ein Unbekannter ohne Zunge zu Tode kam, an . Die Ermittlungen werden vom Direktor des Dezernates für Kunstdelikte Marco Valoni und seinem Team, dem neben Kriminalbeamten auch eine stattliche Anzahl von Archäologen, Historikern und Experten für mittelalterliche sakrale Kunst angehören, übernommen. Valoni und die Kunsthistorikerin Dr. Sofia Galloni und die anderen Mitglieder des Dezernates warten auf die Entlassung eines weiteren zungenlosen Mannes, der als Täter des ersten Brandanschlages aus der Haft entlassen werden soll, um durch seine Observation an die Hintermänner der Brandanschläge zu gelangen. Während die Ermittler mit ihrer durchsichtigen, eindimensionalen und vorhersehbaren Operation "Trojanisches Pferd" beginnen, nimmt die spanische Journalistin Ana Jiménez eigene Recherchen auf, die sie nicht nur tief in die Geschichte des Mittelalters und schließlich zur (gefährlichen) Lösung des Falles führen sollen.... "Die stumme Bruderschaft" kann zwar den gleichen (mehr oder weniger) historischen Gehalt wie Dan Browns "Illuminati" und "Sakrileg" vorweisen, hat aber weniger Rasanz und Spannung. Anders als bei Dan Brown, der seine gesamte Romanhandlungen innerhalb von 24-48 Stunden im Eiltempo ablaufen lässt, stellt Julia Navarro den schriftstellerisch adaptierten historischen Hintergrund weniger spektakulär, jedoch weitaus ausführlicher vor. Zwei zeitliche Handlungsebenen und zusätzlich eine Vielzahl von an verschiedenen Orten in der Gegenwart spielenden Handlungssträngen machen ihren Roman zwar polymorph und vielschichtig, bremsen jedoch Lesefluss und -freude. Julia Navarro's erster Roman schildert auch die Mutation einer ursprünglich frommen und gottgefälligen Märtyrergemeinschaft zu einem sinnlos mordenden Instrumentarium, dessen Oberhaupt sich sarkastisch "Hirte" nennen lässt. Zum Schluss gibt es auch eine Erklärung dafür, warum das Grabtuch trotz C-14-Analysen (die seine Entstehung zwischen 1260 und 1390 datieren) echt ist. Außerdem wird das Geheimnis des Baphomet gelüftet. Dafür und für die dezidierte (legendäre und historische Geschichte) des Grabtuches, sowie den Passagen zum Templerorden und dem Kreuzzug König Ludwigs des Heiligen ist der empfehlenswerte Roman, trotz einiger kleiner Fehler und Anachronismen, mit 4 Amazonsternen zu bewerten.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Enttäuschend, 21. Juli 2008
Navarros Buch ist eine herbe Enttäuschung. Zumindest für diejenigen, die einen spannungsgeladenen Roman erwarten. Abgesehen von den historisch vielleicht interessanten Einflechtungen zum Thema Templerorden, bleibt die eigentliche Geschichte flach und farblos. Identifikationsfiguren fehlen, Spannungsbögen werden, wenn überhaupt, nur angedeutet und die Bereitschaft des Lesers zur Toleranz absurder und unlogischer Handlungsstränge wird auf eine harte Probe gestellt: Warum in Gottes Namen kann jemand, der stumm ist, nicht mehr zu einer Aussage gezwungen werden? Schon mal was von Schreiben gehört? Das Schlimmste hat sie sich für den Schluss aufbewahrt. da denkt man, dass es endlich spannend werden könnte, aber was macht Navarro aus Ihrem Finale: Ein lustlos geschriebenes und flaches Hinwegsterben ihrer Akteure, darunter die einzige Person, zu der man gerade halbwegs angefangen hatte, ein emotionales Verhältnis aufzubauen. Und die stirbt auch nur deshalb, weil Navarro mal wieder völlig vergisst, dass man in Hohlräumen Verschüttete durchaus auch wieder befreien könnte. Stattdessen gibt es noch nicht einmal den Versuch dazu. An dieser Stelle merkt man dann endgültig, dass Navarra wohl überhaupt keine Lust hatte, diesen Roman zu schreiben, sondern von Anfang an darauf fixiert war, ihn so schnell wie möglich zu beenden.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Da hätte man noch dran arbeiten können..., 8. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Die stumme Bruderschaft. Roman (Gebundene Ausgabe)
Gleich zu Anfang ist zu sagen, dass dieses Buch NIE UND NIMMER an Illuminati heranreicht, auch wenn dieses als Vergleich herangezogen wird. "Die stumme Bruderschaft" greift zwar ein interessantes Thema auf, aber an der Ausführung hätte man noch ziemlich arbeiten können. Der Anfang beginnt vielversprechend, doch später fand ich persönlich die Zeitsprünge in die Vergangenheit spannender und interessanter geschrieben, als die der Gegenwart. Hier hat sich die Autorin ein bisschen zu sehr in Psychogramme der einzelnen Personen verstrickt. Auch das Ende überzeugt nicht wirklich; etwas zu übertrieben. Wer aber eine geschichtliche Zusammenfassung der Geschichte des Turiner Grabtuchs sucht, ist bei diesem Buch doch relativ gut bedient. Eine andere Rezension über das Buch kritisiert, dass die Autorin über die Geschichte Edessas berichtet, aber diese angeblich erfunden sei. Das ist falsch! Die Autorin hat die Zitate am Anfang des Buches mit der Fußnote "aus den apokryphen Schriften" versehen. Wenn man sich näher mit diesen außerbiblischen Schriften beschäftigt, findet man Edessa sehr wohl. Die beschriebene Geschichte über Jesus und Josar ist ebenfalls zu finden. Deshalb finde ich diese rüde Kritik doch unangemessen. Alles in allem, ist das Buch als geschichtliche wie auch gegenwärtige Erzählung relativ interessant, nur die Spannung bleibt ein wenig auf der Strecke.
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