Herr Dr. Gronemeyer beschreibt in diesem Buch die Probleme des subsaharischen Afrikas aus der persönlichen Sicht des Landes und seiner Menschen - so gut man dies als Außenstehender eben beschreiben kann - wobei seine jahrzehntelange Erfahrung und die Interviews mit von HIV Betroffenen dem Leser bestmögliche Eindrücke in die Problematik des Landes und seiner Menschen vermitteln.
Ein emotionales Buch, welches den Leser weinen lassen kann einerseits über die Frage, was wohl aus uns selbst geworden ist -andererseits über die Frage was wir anderen Ländern zu geben haben- genauso wie über die Frage, was aus den südafrikanischen Menschen werden soll, die um ihre Kultur kämpfen bzw. um ihr Kulturverständnis, welches wir Industrienationen anscheinend nicht mehr nachvollziehen können - was dieses Buch besonders wertvoll macht!
Das Thema HIV und Aids und der damit verbundenen menschlichen Schicksale - vor allem der Kinder des Landes - ist ein emotionales Thema, und es gebührt dem Autor der Verdienst, daß er dieses Thema auch menschlich emotional behandelt, beschreibt und sich nicht gefühllos, "wissenschaftlich abstrakt" hinter Daten und Fakten versteckt, wenngleich diese auch in dem Buch vorkommen - sondern daß er die Menschen des Landes zu Wort kommen läßt, einfühlend bleibt; sie ihre eigenen Probleme aus ihrer eigenen Sicht, aus ihrer eigenen Kultur, Geschichte, Situation und Interpretationen derselben, beschreiben läßt.
Gleichzeitig ist dem Autor gelungen, dem Leser als Bestandteil der westlich industrialisierten Welt, den Spiegel vorzuhalten mit der Frage, worin eigentlich unsere westliche Kultur besteht, und was uns selbst als Kultur ausmacht und was wir denn anderen Ländern wirklich nützliches zu geben haben, wobei besonders die medizinische Sicht in den Focus gerät, die neben anderem, auch hierzulande manchesmal fragwürdig erscheinen mag.
In diesem Aspekt stellt der Autor im Besonderen die Frage nach der "medizinischen Weltanschauung" des industrialisierten Westens, die bezüglich ihres Sinngehaltes im Bezug auf Afrika/Aids auf dem Prüfstand steht - genau genommen bezüglich ihrer Fähigkeit wirklich(!) zu heilen und nicht nur zu diagnostizieren.
Dieses Buch ist bestens dazu geeignet, den eigenen Lebenstil, die eigene Gesellschaft und deren Werte auf ihren Sinn und ihren nachhaltigen Nutzen für uns selbst, wie auch für andere Staaten hin, zu hinterfragen und um südafrikanische Länder zu verstehen!!!!!!!!!!!!!
Im gleichen Zuge müssen wir mit ansehen, wie z.B. Staaten wie Namibia darum kämpfen und bangen müssen, ihre Kultur, ihren Lebensstil, ihre Ressourcen des Sozialsystems - trotz (!) aller (medizinischen) Entwicklungshilfe, "Aidsprojekte" und Kampagnen zu erhalten, was in dem vorliegenden Buche trefflich beschrieben wird.
Das Lösungswege relativ zu kurz kommen oder gar nicht genannt werden mag an der Natur des Problems liegen, die in der Frage gipfelt: "Was hilft Afrika wirklich?", aber gerade darin liegt die Größe des Autors: Nämlich keine Lösungswege spontan zu propagieren!