Nestor Burma hat alles, was ein klassischer 50er-Jahre Privatdetektiv braucht, um zum Krimi-Serienstar zu avancieren: Charme und augenzwinkerndes Flirttalent bei den Damen, Respektlosigkeit jeder Art von Autorität und hohlen Normen gegenüber, Schlagfertigkeit und die Fähigkeit, auch einmal einen bösen Hieb einzustecken, ohne den Mut oder diesen eigenwillig lakonisch-spöttischen Humor zu verlieren, der Nestor Burma dann doch zu einem augenzwinkernden Individualisten macht, fast einem Anarchisten (wenn auch mit beinahe bürgerlichem Beruf nebst Büro und unverzichtbarer Sekretärin) in der Rolle des Privatdetektivs, der seine Fälle eher beiläufig löst. Selbst grausigste Verbrechen oder moralische Abgründe entlocken ihm lediglich ein Schulterzucken, als wollte er damit sagen, daß die Welt nun einmal ist wie sie ist... Besonders für Paris-Fans ist die gesamte Serie um Nestor Burma regelrecht ein Muß, da jeder Band in einem anderen Pariser Stadtteil spielt und somit eine gehörige Portion Lokalkolorit den Kriminalfällen zusätzliche Würze verleiht.