Klaus Voormann veröffentlicht das Buch "Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier, John"
Als ich die Ankündigung zu diesem Buch las - ich gestehe es ganz ehrlich - dachte ich so bei mir: "Warum hälst du nicht deine Klappe, Klaus" (Schon wieder ein Buch über die Beatles). Nun mit diesem Vorurteil lag ich ziemlich weit daneben. Klaus Voormann legt uns eine kurzweilige Zusammenstellung vor - von Anekdoten über ihn, über die Beatles und viele andere Weggefährten. Und wenn - wie dieser Tage geschehen - der Protagonist von einer zur anderen Talkshow gereicht wird, ja dann lausche ich schon sehr gespannt.
Würde es einen Musik-Oscar für die beste Nebenrolle geben - Klaus Voormann wäre ein würdiger Preisträger. Er hat nicht nur die Cover von den Beatles-Alben "Revolver" und "Anthology" entworfen - er war auch zeitweise einer der profiliertesten Bassisten in der Rockmusik - er spielte mit John Lennon, George Harrison, Manfred Mann, Randy Newman und vielen anderen. Er war Intimus der Beatles seit den Hamburger Tagen. Er hat mit Astrid Kirchherr den Look der Beatles entworfen. Daß so ein Mann mit 65 Jahren Lebenserfahrung etwas erzählen kann, hat der Autor mit seinem Buch eindrucksvoll bewiesen - Asche auf mein Haupt.
Mit "Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier, John" muß die Beatles-Geschichte nicht neu geschrieben werden. Aber es ist wahrscheinlich erstmalig Klaus Voormann gelungen, kleine Psychogramme der Fab-Four zu zeichnen. Er schreibt Erlebtes nieder nicht allein durch Fakten sondern auch durch das Beschreiben von Empfindungen und Gefühlen. So lernen wir den "weltbekannten Unbekannten" und seine Freunde ein stückweit näher kennen. Daß z. B. George Harrison ein lustiger Zeitgenosse war, gut, das ist hinlänglich bekannt. Daß er sein komisches "Unwesen" als radebrechend deutsch sprechender "Admiral von Hohenstein" trieb, ist nicht sensationell aber äußerst amüsant.
Fazit
Unterhaltsame Biographie, seidenglänzende Seiten, wertiger Bucheinband. Das Buch empfiehlt sich als gutes Weihnachtsgeschenk. Damit kann man eigentlich nicht viel falsch machen.
Der "Soundtrack" zu diesem Buch liegt auf der Hand: Beatles mit "Revolver", Beatles und Tony Sheridan, "Imagine" - das Album von John sowie Georges Meisterwerk "All things must pass".
Viel Spaß beim Lesen,
Sven Solterbeck.