Die Simplify-Grundidee verkauft sich gut. Sie gehört zu den viel gelesenen Botschaften in einem immer komplizierter werdenden Umfeld. Küstenmacher ist es zu verdanken, dass die Entkomplizierung der individuellen Umwelt humorvoll, respektvoll und liebenswert verpackt in den letzten Jahren in Millionen Bücherschränke gewandert ist und von dort aus Wirkung zeigt. Das ist mehr als erfreulich. Auch in diesem Kalender 2007 gibt es wieder typische simlplify-Tipps, die einfach "spitze" sind.
Aber es gibt auch viele Kalenderblätter, die nicht zu dieser Kategorie gehören. Der 2007-Kalender vereinfacht manches doch sehr: (Frauen wollen ... versorgt werden... 17. August), Männer ... hassen Kritik...18. August) Die Partnerin von Karl Valentin, Frau Karlstadt wird zu Frau Karstadt. Manche Tipps tauchen - undurchdacht erscheinend - in verschiedenen Facetten auf. Mal soll man auf die Rückseite von Visitenkarten Infos über den Menschen eintragen - Wochen später gibt es den Tipp, das Datum des Kennenlernens auf die Visitenkarten zu schreiben. Als der Februar lange vorbei ist, soll man sich Dinge für mehrere Tage z.B. im Februar terminieren.
Eine erstaunlich große Anzahl von Kalenderblättern wendet sich vor allem oder ausschließlich an die Generation 50 plus, zu der der 1953 geborene Küstenmacher selbst gehört. Dabei wäre es doch so einfach, die jeweiligen Tipps so aufzuschreiben, dass für alle Generationen etwas dabei ist.
Der Kalender 2007 wirkt, als hätte der Erfolgsautor seinen eigenen Tipp, Dinge ab und zu mal schlampig zu erledigen, damit man nicht noch nach Jahren seinen eigenen Terminen hinterherläuft, etwas zu sehr beherzigt.
Von einem guten Kalendermacher aber darf erwartet werden, dass er das jeweilige Datum des Kalenderblatts nicht nur in vielen Fällen im Blick hat, sondern in allen und dass er mehr Herz und Sorgfalt investiert. Denn mit dieser offenkundigen Lieblosigkeit geht etwas von dem verloren, was die simplify-Idee auszeichnet: Das brennnende Feuer der Begeisterung für das, was wirklich wichtig ist - Respekt und Achtung vor den Menschen, deren Vertrauen man erwirbt.