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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
William und die Falken von Oakham Castle, 27. März 2009
Ein ungewöhnlicher Arbeitsplatz, eine interessante Autorin und ein außergewöhnlicher Roman. Katia Fox, studierte Romanistin, ehemalige Immobilienmaklerin und Mutter von drei Kindern sowie erfolgreiche Schriftstellerin schreibt in Leicester, in den englischen Midlands, ihre Romane, so auch "Der Silberne Falke". Ihr Arbeitsplatz: die Halle eines großen Hotels. Hier sitzt sie, mit Laptop und Handbibliothek, mitten im Getriebe einer Hotellobby, und schreibt. Mit Erfolg.
Bereits ihr Debüt, der Roman "Das Kupferne Zeichen" fand eine sehr schnell eine große Leserschaft. Er spielt im England des 12. Jahrhunderts, eine Zeit, für die Katia Fox ein besonderes Faible hat. Und so knüpft der neue Roman nicht nur an diesen Roman an, sondern spielt auch in eben dieser Zeit.
Steht man vor dem eindrucksvollen Oakham Castle, wird deutlich, warum Katia Fox gerade hier ihre Geschichte angesiedelt hat. Genau in dieser Landschaft haben ihre Romanfiguren ihren Platz. Wie William, der sich nichts sehnlicher wünscht, als Falkner zu werden, dessen ganze Leidenschaft der Falknerei gehört. Und diesem Wunsch geht er - begünstigt durch einen Zufall - konsequent nach: gegen die Mutter, die anderes mit ihrem Sohn vor hat, gegen die Standesgrenzen, gegen seine Behinderung. Doch dieser Weg ist nicht nur aufregend, sondern auch gefährlich. William gerät in Konflikt mit Odon, seinem adeligen Todfeind, der das Böse in diesem Roman schlechthin verkörpert. Er erlebt eine große Liebe, die ein grausames Ende findet. Aber gegen alle Widerstände gelingt der gesellschaftliche Aufstieg, nicht zuletzt dank Williams geheimer Abstammung - bis in das Vorzimmer des Königs. Symbol für eine in dieser Zeit ungewöhnliche Karriere: der silberne Falke.
Katia Fox findet eine erstaunliche Balance zwischen historischer Realität und kreativer Phantasie; zwischen dem realen Oakham Castle als Schauplatz, einer stupenden Kenntnis der Falknerei, einer Vielzahl interessanter Figuren (die die Autorin alle auf ihre Weise liebt) und einem spannenden Handlungsgeflecht. Die Geschichte der Zeit sieht Katia Fox vorwiegend als Sozial- und Gesellschaftsgeschichte. Waren es im ersten Roman die Handwerker, steht im "Silbernen Falken" die Mittelschicht im Focus - und in einem dritten Roman, an dem die Autorin gerade in ihrem "Arbeitszimmer" schreibt, der Hochadel und das Königtum.
Viel Hintergrund, den die Autorin durch erläuternde Anmerkungen ergänzt, und viele interessante Deutungsmöglichkeiten für einen historischen Roman. Vor allem aber ist "Der Silberne Falke" eine vorzüglich geschriebene Geschichte, die den Leser in Atem hält und Lust auf Fortsetzung macht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Trotz Paralelen zum ersten Teil, eine noch bessere Fortsetzung!, 27. August 2009
Fand ich den ersten Teil dieser Trilogie, bis auf kleine Mängel, schon richtig gut, gefiel mir dieser zweite Teil sogar noch besser. Dieser knüpft zwar an "Das kupferne Zeichen" an, erzählt aber diesmal die Geschichte von Ellens Sohn William. Und damit verlässt die Autorin das Thema der Schmiederei, denn William kann sich dafür so gar nicht begeistern; er will unbedingt Falkner werden. Und dies wird nun das Hauptthema, mit dem sich Fox gründlich auseinander gesetzt zu haben scheint.
Genau wie Ellen ist auch William ein Charakter mit Ecken und Kanten. Nicht immer sympathisch, dafür aber mit Persönlichkeit und außerdem vielseitig. Und gerade deswegen mochte ich ihn auch am liebsten. Lieb gewordene Charaktere aus dem ersten Teil begegnen wir hier auch wieder, was ich sehr positiv fand. Aber es kommen auch neue liebenswerte Personen hinzu, vor allem Williams Freund Robert.
Paralelen erkennt man bei den beiden Büchern an der Vorliebe der Autorin, an den sehr detaillierten Beschreibungen der Berufe. Auch muss William sich wieder mit vielen Schicksalen rumschlagen, was aber diesmal nicht ganz so übertrieben wirkte. Zuletzt erinnert dieser Teil an seinen Vorgänger, durch die eigentliche Unmöglichkeit der Ausübung des Berufes; war es bei Ellen, dass sie als Frau hätte keine Schmiedin werden können, hätte William es wegen seiner Herkunft nicht möglich sein können, Falkner zu werden. (Obwohl dies wiederrum laut Nachwort so hätte sein können, da von mindestens einem Falkner in König Johns Diensten bekannt ist, dass er ohne familäre Verbindung zum königlichen Falkner aufgestiegen ist.) Ich konnte aber über diese Paralelen hinwegsehen, denn es trübte in keinster Weise meine Begeisterung für die Geschichte über William.
Der historische Teil hätte für meinen Geschmack etwas ausführlicher sein dürfen, aber Fox hat sich da mehr auf das Leben im Mittelalter konzentriert, was ihr auch gut gelungen ist, denn sie konnte es bildlich rüber bringen. Katia Fox hat außerdem bewußt nur so viel Geschichtliches beschrieben, was die Hauptfigur gewusst haben könnte, so schreibt sie im Nachwort. Die politischen Ereignisse sind vielleicht wenig, dafür aber überaus interessant. Vor allem das Leben des Guillaume le Maréchal (auch bekannt als William Marshal), der ja eine historische Figur ist, konnte mich fazinieren. Das schöne ist, dass er in dieser Trilogie die Hauptfigur des letzten Teils sein wird, worauf ich sehr gespannt bin. Das Königshaus der Plantagenets, das von König Heinrich II. bis zu König John (besser bekannt als Johann Ohneland) erzählt, steht im geschichtlichen Vordergrund und man erfährt hier etwas mehr als im ersten Teil.
Die lebendige Schreibweise der Autorin konnte mich begeistern und an das Buch fesseln. Das 12./13. Jahrhundert konnte Fox gut einfangen und dem Leser nahe bringen. Gut fand ich auch das Nachwort und das Glossar zur Falkerei. Denn trotz wenig historischen Ereignissen fand ich das Buch informativ. Vor allem aber spannend, interessant und einfach nur schön. Deswegen kann ich dieses Buch auch nur aller wärmstens weiter empfehlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gelungene Umsetzung einer guten Geschichte, 22. Juni 2009
Zeitgleich zum Roman "Der silberne Falke" bringt Lübbe Audio nun diese Geschichte auch als Hörbuch heraus. Gelesen wird es von Dana Geissler, die auch schon den Vorgänger von "Der silberne Falke", "Das kupferne Zeichen", gesprochen hatte. Was für "Das kupferne Zeichen" eine sehr gute Entscheidung war, wirkt im ersten Moment eher als eine etwas schlechtere Wahl für "Der silberne Falke", denn diesmal stehen eher männliche Figuren im Vordergrund und da mag es am Anfang den einen oder anderen Hörer irritieren, dies alles von einer weiblichen Stimme vorgetragen zu hören. Lässt man sich aber darauf ein, wird man wahrlich positiv überrascht: Dana Geissler entpuppt sich als eine angenehme Stimme, die es schafft den Leser am Ball zu halten, so dass man ihr gerne zuhört. Durch sie wird alles lebendig. Ob die manchmal kaum bemerkbare musikalische Untermalung an manchen Stellen wirklich notwendig gewesen wäre, darüber kann man streiten, aber zumindest ist sie nicht übermäßig störend.
Die Geschichte selber präsentiert sich aus der allwissenden Erzählperspektive, was dem Hörer Einblick in alle Kleinigkeiten der Geschichte gibt und ihn oft mehr wissen lässt als die Figuren im Buch, wodurch schon einige Spannung aufgebaut wird. Der Handlung kann man dabei leicht folgen und die einzelnen Handlungsstränge lassen sich klar voneinander trennen.
Wie bei dem Titel "Der silberne Falke" zu erwarten ist, spielen Falken hier eine große Rolle und der Hörer kann einiges zum Thema Falknerei für sich mitnehmen.
Damit präsentiert sich die Hörbuchversion von "Der silberne Falke" als eine gelungene Umsetzung einer guten Geschichte, die eine hörenswerte Alternative zum Buch darstellt.
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