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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Silberfalke, leider stellenweise flügellahm,
Von Muschelkalk (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der silberne Falke. Historischer Roman (Taschenbuch)
"Der silberne Falke" gehört zu den Büchern, die mich ein wenig unschlüssig zurücklassen. Es ist gut, ja. Aber so richtig super-großartig-Fünf-Sterne-gut ist es nicht. Das Buch ist der mittlere Teil einer Trilogie, bildet in sich aber eine abgeschlossene Geschichte: Im England des ausgehenden 12. Jahrhunderts hat der junge William nur einen Wunsch - er möchte Falkner werden. Dem steht nicht nur seine Gehbehinderung entgegen, sondern auch die Tatsache, daß er die Schmiede seiner Eltern übernehmen soll. Aber nachdem selbst der König auf Williams Begabung im Umgang mit den Vögeln aufmerksam geworden ist, scheint sich sein Traum doch noch zu erfüllen..."Der silberne Falke" erzählt vom Erwachsenwerden eines unsicheren Jungen, der zum erfolgreichen Falkner heranreift. Das erinnert ein wenig an die Romane von Rebecca Gablé und ist gar nicht schlecht, denn so eine Geschichte bietet viel Potential für Entwicklung und Abenteuer. Das Grundthema "Falknerei" finde ich wunderbar gewählt - diese Form der Jagd war im Mittelalter so beliebt und kommt in Romanen über die Zeit doch selten vor. Katia Fox erklärt sie mit sehr viel Hintergrundwissen, und so wird nicht nur William, sondern auch der Leser zum Falkner-Lehrling. Echtes Lesevergnügen wollte sich bei mir dennoch nicht einstellen. Obwohl die Geschichte auf einem guten Grundgerüst steht, kommt es immer wieder zu Wendungen, die nicht überraschend, sondern höchst eigenartig wirken und auch stets nur mit einem kurzen Satz erklärt werden. Ein Priester, der ohne jeden Grund das Beichtgeheimnis verrät? Ein Heimatloser, der in London erst vergeblich Arbeit sucht, dann als Bettler auf der Straße lebt, nach mehreren Wochen beschließt, sein Leben zu ändern und dann als verlauste, verschmutzte Bettelgestalt bereits im dritten Versuch schafft, was ihm vorher nicht gelingen wollte, nämlich eine Anstellung zu finden? Ebensolche Ungereimtheiten dann auch bei den Charakteren, insbesondere der Hauptperson William: Der spricht einerseits unaufgefordert den König an (und zwar nicht irgendeinen König, sondern mit Henry II. einen der furchteinflößendsten Könige des gesamten englischen Mittelalters), ist einige Seiten später aber wütend über seine Angst, gegenüber einem einfachen Falkner laut heraus zu sprechen. Williams Gehbehinderung wird über lange Passagen so überhaupt nicht erwähnt, daß der Leser sie schon fast vergessen hat, bis sie dann plötzlich wieder eine wichtige Rolle spielt. Hinzu kommt, daß Katia Fox dazu neigt, Dinge lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zu erklären. Nur ein Beispiel: Der etwas tumbe Bösewicht verrät durch einen falschen Ausdruck, daß er von der Falknerei nichts versteht. Der Leser, der den richtigen Ausdruck mittlerweile zehnmal gelesen hat, merkt sofort: Aha, der Kerl hat gar keine Ahnung. Dennoch schiebt die Autorin die Erklärung hinterher, daß der böse Dummkopf keine Ahnung habe. Nach der x-ten Stelle dieser Art fragte ich mich zwangsläufig, ob die Autorin mich für genauso unterbelichtet wie ihren Bösewicht hält. Mein Eindruck ist, daß Katia Fox sich immer wieder spannende erzählerische Türen geöffnet und dann im letzten Moment beschlossen hat, lieber doch nicht hindurchzugehen. Schade, finde ich, denn ihr flüssiger Stil und das ungewöhnliche Thema haben mir gut gefallen. Insofern, ja, ein guter historischer Roman, aber kein hervorragender. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Trotz Parallelen zum ersten Teil, eine noch bessere Fortsetzung!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der silberne Falke. Historischer Roman (Taschenbuch)
Fand ich den ersten Teil dieser Trilogie, bis auf kleine Mängel, schon richtig gut, gefiel mir dieser zweite Teil sogar noch besser. Dieser knüpft zwar an "Das kupferne Zeichen" an, erzählt aber diesmal die Geschichte von Ellens Sohn William. Und damit verlässt die Autorin das Thema der Schmiederei, denn William kann sich dafür so gar nicht begeistern; er will unbedingt Falkner werden. Und dies wird nun das Hauptthema, mit dem sich Fox gründlich auseinander gesetzt zu haben scheint.Genau wie Ellen ist auch William ein Charakter mit Ecken und Kanten. Nicht immer sympathisch, dafür aber mit Persönlichkeit und außerdem vielseitig. Und gerade deswegen mochte ich ihn auch am liebsten. Lieb gewordene Charaktere aus dem ersten Teil begegnen wir hier auch wieder, was ich sehr positiv fand. Aber es kommen auch neue liebenswerte Personen hinzu, vor allem Williams Freund Robert. Parallelen erkennt man bei den beiden Büchern an der Vorliebe der Autorin, an den sehr detaillierten Beschreibungen der Berufe. Auch muss William sich wieder mit vielen Schicksalen rumschlagen, was aber diesmal nicht ganz so übertrieben wirkte. Zuletzt erinnert dieser Teil an seinen Vorgänger, durch die eigentliche Unmöglichkeit der Ausübung des Berufes; war es bei Ellen, dass sie als Frau hätte keine Schmiedin werden können, hätte William es wegen seiner Herkunft nicht möglich sein können, Falkner zu werden. (Obwohl dies wiederrum laut Nachwort so hätte sein können, da von mindestens einem Falkner in König Johns Diensten bekannt ist, dass er ohne familiäre Verbindung zum königlichen Falkner aufgestiegen ist.) Ich konnte aber über diese Parallelen hinwegsehen, denn es trübte in keinster Weise meine Begeisterung für die Geschichte über William. Der historische Teil hätte für meinen Geschmack etwas ausführlicher sein dürfen, aber Fox hat sich da mehr auf das Leben im Mittelalter konzentriert, was ihr auch gut gelungen ist, denn sie konnte es bildlich rüber bringen. Katia Fox hat außerdem bewusst nur so viel Geschichtliches beschrieben, was die Hauptfigur gewusst haben könnte, so schreibt sie im Nachwort. Die politischen Ereignisse sind vielleicht wenig, dafür aber überaus interessant. Vor allem das Leben des Guillaume le Maréchal (auch bekannt als William Marshal), der ja eine historische Figur ist, konnte mich faszinieren. Das schöne ist, dass er in dieser Trilogie die Hauptfigur des letzten Teils sein wird, worauf ich sehr gespannt bin. Das Königshaus der Plantagenets, das von König Heinrich II. bis zu König John (besser bekannt als Johann Ohneland) erzählt, steht im geschichtlichen Vordergrund und man erfährt hier etwas mehr als im ersten Teil. Die lebendige Schreibweise der Autorin konnte mich begeistern und an das Buch fesseln. Das 12./13. Jahrhundert konnte Fox gut einfangen und dem Leser nahe bringen. Gut fand ich auch das Nachwort und das Glossar zur Falknerei. Denn trotz wenig historischen Ereignissen fand ich das Buch informativ. Vor allem aber spannend, interessant und einfach nur schön. Deswegen kann ich dieses Buch auch nur aller wärmstens weiter empfehlen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gut, aber nicht sehr gut...,
Rezension bezieht sich auf: Der silberne Falke. Historischer Roman (Taschenbuch)
... Dafür reicht's leider nicht. Lady Fox möge mir verzeihen...Trotzdem: 'Der silberne Falke' macht Spaß zu lesen! Die historischen Zusammenhänge sind gut recherchiert. Auch die Erklärungen zur Falknerei sind sehr interessant. Doch die positiven Eigenschaften dieses Romans wurden hier ja schon hinreichend besprochen, daher möchte ich ein paar Dinge nennen, die mich manchmal ein wenig gestört haben: K. Fox hat einen guten Schreibstil (der sich allerdings erst mit dem Fortschreiten der Geschichte entwickelt... oder den ich mit dem Fortschreiten der Geschichte erst zu schätzen gelernt habe?), aber nicht besonders subtilen. Sie stupst den Leser nicht nur mit der Nase in das Offensichtliche, sondern stößt ihn gleich mit dem ganzen Gesicht hinein. Immer und immer wieder. Da ist kein Platz für Überraschungen. Ich aber lasse mich ganz gerne mal überraschen! Außerdem haben mich die ab und an auftauchenden Klischees dann doch dazu verleitet, ausgiebig mit den Augen zu rollen: Die jungen Liebenden, die sich diese Liebe aber noch nicht gestanden haben, stolpern im Wald lachend übereinander, schauen sich an und küssen sich dann leidenschaftlich? Bitte... Kann man so auch in jedem Groschenroman lesen. Fazit: 'Der silberne Falke' ist trotz der kleinen Mängel ein durchaus lesenswertes Buch. Solide von Anfang bis Ende, aber ohne große Überraschungen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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