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am 4. Januar 2015
Dieses Buch ist nicht nur ein wichtiges Buch über die Geschichte des Ersten Weltkrieges, sondern es ist auch ein wichtiges Zeitzeugnis über die Geschichte der jungen Bundesrepublik - und es ist ein Zeugnis dafür, dass Sebastian Haffner mit seinen Kommentaren zum aktuellen politischen Geschehen keinesfalls immer richtig lag.

Zum besseren Verständnis des Buches zunächst eine kleine "Bedienungsanleitung":

Das Buch besteht aus sieben Kapiteln, in denen die Todsünden des Deutschen Reiches abgehandelt werden, und einem sehr ausführlichen Nachwort aus dem Jahr 1964, dem Erscheinungsjahr des Buches. Daran schließt sich noch ein weiteres Nachwort aus dem Jahr 1981, dem Jahr einer ersten Wiederauflage, an.

Der Hauptteil des Buches, nämlich die sieben Kapitel über die Todsünden, ist - im Grunde genommen - als langes Vorwort für das Nachwort aus dem Jahre 1964 zu lesen.

In diesem Nachwort setzt sich Sebastian Haffner sehr kritisch mit der Außenpolitik der Regierung Adenauer und hier - ohne sie explizit zu nennen - mit der Hallstein-Doktrin auseinander. Haffner wirft der Regierung Adenauer vor, die Fehler des Deutschen Kaiserreiches während des Ersten Weltkrieges zu wiederholen. Er versucht in der Politik der jungen Bundesrepublik Parallelen zu den Todsünden des Deutschen Reiches zu entdecken. Dies gipfelt in zwei abenteuerlichen Thesen: 1. Die (junge) Bundesrepublik habe mit dem Festhalten an der Wiedervereinigung Deutschlands ein Ziel verfolgt, das nur auf dem Wege eines dritten Weltkrieges zu verwirklichen sei. Und 2.: Der erfolgreichste deutsche Politiker des 20. Jahrhunderts wäre Walter Ulbricht gewesen; hier gesteht Haffner aber gleich zu, dass er auch der "bestgehasste" Politiker des 20. Jahrhunderts gewesen wäre.

Die erste dieser Thesen ist aus der Sicht des Jahres 1964 verständlich. Wir dürfen sicher froh sein, dass dieses Szenario nicht eingetreten ist.

Wie sich Haffner allerdings zu den Aussagen über Ulbricht versteigen konnte, bleibt schleierhaft.

An dieser Stelle muss man allerdings darauf hinweisen, dass Haffner bei seinen Kommentaren zum aktuellen politischen Geschehen eine beachtliche "Meinungsmobilität" bewiesen hat. Etwa ab 1962 wurde aus dem Kalten Krieger Haffner, ein entschiedener Kritiker der Deutschland-Politik der Bundesrepublik Deutschland und des Kalten Krieges.

In dem zweiten Nachwort aus dem Jahr 1981 erkennt Haffner dann an, dass seine Warnrufe (an die aktuelle Politik) aus dem Jahr 1964 nun nicht mehr zuträfen. Er verbindet dies auch klar mit der inzwischen vollzogenen Wende in der Ostpolitik. Die Ostverträge der Regierung Brandt hatte Haffner auch in seinen Kommentaren begrüßt. Insofern wird sein Handeln wieder nachvollziehbar.

Es ist dem Verlag zu danken, dass sowohl die Nachworte aus dem Jahr 1964 als auch aus dem Jahr 1981 in der Neuauflage des Jahres 2014 abgedruckt wurden. So ist das Buch auch ein wichtiges Zeitzeugnis über die Kontroversen über die Westintegration der jungen Bundesrepublik.

Nun aber zum Hauptteil.

Haffner identifiziert als Todsünden des Deutschen Reiches eine Abkehr des Deutschen Reiches von der umsichtigen Außenpolitik Bismarcks ab etwa 1897; den Schlieffenplan, zu dem es in den militärischen Überlegungen keine Alternative gab und mit dem Großbritannien sicher in den Ersten Weltkrieg hineingezogen wurde; die deutschen Kriegsziele in Bezug auf Belgien und Polen; der unbeschränkte U-Bootkrieg, mit dem dann der Kriegseintritt der USA verursacht wurde; die Bolschewisierung Russlands, als folgenreichster Fehler; der Friede von Brest-Litowsk und hier insbesondere dann der weitere Vormarsch der Deutschen Truppen in Russland im Winter 1917 und im Frühjahr 1918; und schließlich der Dolchstoß - hier sieht Haffner aber klar den Dolchstoß den Ludendorff der deutschen Politik versetzt hat, in dem er bis in das Jahr 1918 behauptet hat, dass ein militärischer Sieg an der Westfront möglich wäre und mit seiner abrupten und ultimativen Forderung nach einem Waffenstillstandsgesuch vom September 1918.

Haffners Analysen in diesem Hauptteil haben bis heute kaum an Aktualität verloren. Spätestens nach der Veröffentlichung von Christopher Clarks Buch "Die Schlafwandler", wird man Deutschlands Beitrag zum Entstehen des Ersten Weltkrieges vielleicht etwas milder beurteilen. Haffner schreibt hier gleich im ersten Kapitel, dass Deutschland den Ersten Weltkrieg verursacht habe.

Mit Sicherheit hat Deutschland einen erheblichen Anteil daran - das ist und bleibt richtig. Allerdings: Selbst wenn das Kaiserreich im Juli 1914 Österreich nicht den unseligen Blankoscheck für einen Krieg gegen Serbien ausgestellt hätte und damit den Ersten Weltkrieg ausgelöst hat, muss man mit heutigem Wissen davon ausgehen, dass es zu einem Krieg gekommen wäre. Die Situation auf dem Balkan hätte - früher oder später - einen Krieg verursachen können; gleichfalls hätten die Instabilität von Österreich-Ungarn und Russland zu einem Krieg führen können. In einen solchen Krieg wäre das Deutsche Reich mit Sicherheit verwickelt worden.

Die Lektüre von diesem Buch ist alle Mal empfehlenswert. Wer sich nur für das Thema "Erster Weltkrieg" interessiert, dem sei davon abgeraten, das Nachwort von 1964 zu lesen. Wer sich speziell über die Kapitel "Die Bolschewisierung Russlands" und "Brest-Litowsk" interessiert, der sollte besser zu Haffners Buch "Der Teufelspakt" greifen. Hier sind diese Kapitel noch ausführlicher dargestellt.
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am 16. November 2014
Hier zählt Sebastian Haffner mit ganz profunder Kenntnis alle Fehler auf, die Militärs und Politiker vor und im 1. Weltkrieg begangen haben und die mit der totalen Niederlage des Kaiserreichs endeten. Das ist ein Kondensat allererster Güte.

Interessant auch zwei Nachträge die zu späteren Zeiten während des Bundesrepublik Deutschland verfasst wurden. Beide Kommentare fallen enorm gegenüber dem Hauptteil ab. Man erkennt auch, dass das hauptsächlich daran liegt, dass eben die zeitliche Distanz zwischen dem Geschehen in der BRD und dem Kommentar viel zu gering war.
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am 19. April 2015
Die Ausführungen zum ersten Weltkrieg sind plausibel, allerdings etwas redundant. Man versteht aber, dass trotz großartigen Leistungen der Truppe das Deutsche Reich schließlich verloren hat. Die Rolle der Obersten Heeresleitung wird heruntergespielt. Das Zustandekommen des Separatfriedens mit den Bolschewiki wird einleuchtend beschrieben, hier kann man noch neues lernen. - Total verfehlt dünkt mich das Nachwort 1964, worin der Bundesrepublik und v.a. Adenauer vorgeworfen wird, sie hätten gerne einen dritten Weltkrieg gehabt, Walter Ulbricht wird sogar als der beste deutsche Politiker bezeichnet! Kein Wort von den Versöhnungsanstregungen und den Treffen von de Gaulle mit Adenauer. Dieser Teil ist eine Schande und ein Blödsinn, die leider durch das Nachwort von 1981 nur zaghaft richtig gestellt werden.
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am 24. Juni 2007
Die sieben Todsünden des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg ist ein gelungenes Werk Sebastian Haffners, dass dem Leser Verständnis der Geschichte näherbringt, als viele andere Versuche anderer Autoren. Haffner versteht es in seiner unnachamlichen genialen Art, eigentlich trockenen Stoff in ein fesselndes Leseerlebnis zu verwandeln.

Jedes einzelne Kapitel ist spannender als es jemals im Geschichtsunterricht sein könnte, denn es wird dem Leser auf keiner Seite langweilig. Haffner schreibt bildlich und ebenso packend wie detailgetreu. Seine Schlußfolgerungen, Erklärungen und geschichtlichen Zusammenhänge sind lehrreich und regen ebenso zum Denken wie zum Diskutieren an.

Geschichte ist niemals langweilig, wenn sie von Haffner porträtiert und kommentiert wird, sondern macht vielmehr Lust auf mehr. Eine absolute Empfehlung eines genialen Geistes, der jede Historikerschwarten in den Schatten stellt.
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TOP 1000 REZENSENTam 13. April 2016
Haffners Diagnose ist auch nach 50 Jahren noch richtig und zeigt die Gefahren rein militärischen Denkens, vor allem wenn es auch noch an strategischen Mängeln leidet. Die Umfassungsschlacht ist eine uralte Idee (schlag nach bei Hannibal), aber den Schlieffen-Plan ohne Engländer zu denken, das musste halt schief gehen. Die Annexion eines neutralen Landes (Belgien) setzte Deutschland moralisch ins Unrecht, erst dadurch wurde es zum unhinterfragten Kriegsschuldigen. Russland durch Anarchisten zu destabilisieren, funktionierte zwar, war aber ein Phyrrhussieg, denn die von Deutschland bezahlten Kommunisten zerstörten am Ende die deutsche Einheit. Einen aussichtslosen Krieg nicht rechtzeitig zu beenden, das schaffte nur die de facto Militärdiktatur von Hindenburg und Ludendorff.
Aber die Deutschen sind nicht allein, sondern waren nur die Pioniere in einem Lernprozess, der anderen noch bevorsteht:
Hätten die Neocons und G.W.Bush etwas von Geschichte verstanden, dann hätten sie wohl die Finger vom Irak gelassen. Sein fanatischer Einsatz in Libyen wird Sarkozy hoffentlich vom Sessel des französischen Präsidenten fernhalten. Was wird wohl Wladimir Putin in 10 Jahren von seinen Kriegsabenteuern halten?
siehe auch:Die Macht der schwarzen Magier: Das Jahrhundert der Diktatoren
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am 5. Juli 2015
Da ich zuvor bereits "Anmerkungen zu Hitler" gelesen hatte und ein großer Fan Haffners Schreibweise bin, habe ich mir diese Darstellung über das Ende des Kaiserreiches und die Ursachen des ersten Weltkrieges zugelegt. Haffners Art zu narrativieren empfinde ich als sehr angenehm und seine Darstellungsweisen er- bzw.beleuchten den "Zahn der Zeit" auf eine besondere Weise, da er z.B. auch auf die Kulturgeschichte und andere Eigenheiten der Wilhelminischen Ära eingeht. Klare Kaufempfehlung!
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am 3. Februar 2016
Das Buch hat mich absolut gefesselt.Der Unsinn des ersten Weltkrieges kommt klar zum Ausdruck.Das erstarkte Deutschland war pubertär und ohne echtes Ziel aggressiv.Schade ,dass man so manches erst im Rückblick erkennt.
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am 14. Februar 2016
Für den Neuling des Ersten Weltkrieges ein recht gutes Nachschlagewerk über die Fehler von Politik und Generralität. Natürlich kein vollinformatieves Nachschlagewerk aber dafür eine gute Kurzlektüre.
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am 4. Dezember 2015
Ein Buch für historisch interessierte von einem bekannten Autor (leider schon verstorben) geschrieben. Gute Einsichten in ein spannendes Thema!Zu empfehlen!
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am 1. November 2014
Es ist eine Wohltat Sebastian Haffner zu lesen. Komplizierte Vorgänge erklärt er auf seine Art leicht verständlich. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen der sich für den Ersten Weltkrieg interessiert.
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