In den vergangenen Jahren ist ja bereits das eine oder andere "Buch der Listen" erschienen. Nun legen Tex Rubinowitz und Jörg Metes ein Buch vor mit dem Untertitel "Listen, die die Welt erklären". Der eigentliche Titel jedoch "Die sexuellen Phantasien der Kohlmeisen" macht schon klar, daß es mit diesem dicketuerischen Anspruch nicht allzu weit her sein kann. Wer dann noch etwas von früheren Werk des Cartoonisten Tex Rubinowitz kennt - z.B. sein Buch "Aus der Toilette kamen Wischgeräusche" oder seine gesammelten Wilbur-Comics in "Auf falbem Laube" - der kann sich denken, daß er sich bei den "sexuellen Phantasien der Kohlmeisen" um reine Ironie handelt.
Und so ist es denn auch: Die Listen, die sich im Buch vorfinden, behandeln Inhalte wie "Die unbeliebtesten deutschen Vornamen" (Platz 6, Mädchen: Spinne, Platz 4, Mädchen: Wernerette, Platz 4, Jungen: Ramses), "Neun bizarre Mordmethoden" (Platz 1: Kobra in der Zahncremetube, Platz 4: Gedungener Killer, der genauso aussieht wie Kabarettist Jochen Busse, Platz 9: Killer, bei dem es sich tatsächlich um Jochen Busse handelt (durch Hypnose willenlos gemacht)) oder "Fünf Wörter, die sich nicht auf "Rose" reimen" (Platz 5: Werkzeugkasten).
Wer nun annimmt, eine solche Sammlung absurder und alberner Listen sei vielleicht eine nette Idee, trage aber sicherlich kein ganzes Buch, der irrt sich erstaunlicherweise: Kaum zu glauben, aber je mehr man von den bizarren Listen liest, desto mehr Spaß macht das Ganze. Und bei Einmallesen wird es garantiert nicht bleiben. Wer einmal den "Sexuellen Phantasien der Kohlmeisen" verfallen ist, der nimmt das Buch wieder und wieder aus dem Regal. Rubinowitz und Metes haben den absurden Witz aufs Wesentliche reduziert und traktieren den Leser mit einem wahren Nonsense-Schrapnell. "Die sexuellen Phantasien der Kohlmeisen" ist damit eines der witzigsten und originellsten Bücher auf dem Komik-Markt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)