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Die sexuelle Evolution. Partnerwahl und die Entstehung des Geistes.
 
 
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Die sexuelle Evolution. Partnerwahl und die Entstehung des Geistes. [Gebundene Ausgabe]

Geoffrey Miller , Jorunn Wissmann
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
  • Verlag: Spektrum Akademischer Verlag; Auflage: 1 (24. August 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3827410975
  • ISBN-13: 978-3827410979
  • Originaltitel: The Mating Mind. How Sexual Choice Shaped the Evolution of Human Nature
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14 x 3,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 85.143 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Geoffrey Miller
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Evolutionspsychologie wird zuweilen der "Dernier Cri" der wissenschaftlichen Mode genannt. Aber in ihrer kontroversesten Form ähnelt sie eher des Kaisers neuen Kleidern. Geoffrey Miller ist einer der radikalen Umdenker, die sich bemühen, das Phänomen in ein anderes Licht zu rücken. In seinem Buch Die sexuelle Evolution. Partnerwahl und die Entstehung des Geistes nimmt er Darwins "andere" Evolutionstheorie -- die der sexuellen Auslese, im Gegensatz zur natürlichen -- und baut sie zu einer Theorie darüber aus, wie der menschliche Geist den hohen Entwicklungsstand erreicht hat, sodass sexuelle Auswahl und die Verfeinerung von Kunst, Moral, Musik und Literatur gefördert werden.

Während viele Evolutionspsychologen den Geist als Schweizer Taschenmesser, und die kognitive Wissenschaft ihn eher als Computer betrachten, vergleicht ihn Miller mit einem Unterhaltungssystem, das dazu dient, andere Hirne zu stimulieren. Es ist ein Schwindel erregend ehrgeiziges Projekt, das an Studien wie Richard Dawkins' Das egoistische Gen anknüpft und das ohne die Genialität und Despektierlichkeit, die ihm Miller verleiht, schrecklich vage daherkäme. Durchdrungen von zeitgenössischen Populismen, verbindet das Buch Theorien über unkontrollierte Auslese, Eignungs-Indikatoren und sensorische Bevorzugung mit Erklärungen darüber, warum Männer mehr Trinkgeld geben als Frauen, und wie weibliche Auswahl den Penis geformt hat (im wahrsten Sinne des Wortes). Es geht sogar so weit, die Klugheit von Mary Poppins zu rühmen. Miller lässt seine Ideen derart hervorsprudeln, dass er Gefahr läuft, dass sie für leeres Gerede gehalten werden.

Die Tatsache, dass große Persönlichkeiten genauso sexuell anziehend wirken wie übergroße Brüste oder Bizepse mag in der Tat beruhigen. Aber die Chemie der Sexualität aufzudecken kann eine seltsam unerotische Angelegenheit sein -- vergleichbar mit der Analyse von Humor. Aber als Balzvorführung von Millers intellektuellem Gefieder ist Die sexuelle Evolution beachtlich. Wenn sein wahlloser Sammeltrieb auch gelegentlich nur Talmi ans Tageslicht fördert, so bietet er doch einen zugänglichen und interessanten Einblick in den modernen Darwinismus. Wer am meisten Sexappeal hat, überlebt. --David Vincent

Wissenschaft-Online

Der menschliche Geist und sein materielles Substrat, das Gehirn, stellen eines der faszinierendsten Objekte wissenschaftlicher Forschung dar. Wie konnte sich ein so komplexes und energetisch kostspieliges Organ in der Evolution herausbilden? Kann die rapide Vergrößerung des Gehirns in der fossilen Hominidenreihe tatsächlich durch die natürliche Selektion erklärt werden, obwohl sie anscheinend erst lange nach der Erreichung „moderner“ Gehirngröße zur Entwicklung von beispielsweise besserem Werkzeug führte? Und welchen Überlebensvorteil bieten die spezifisch menschlichen Eigenschaften, die unsere Gehirne so gut beherrschen: Humor, Musik und Kunst, ja das Bewusstsein überhaupt?

Geoffrey Miller sieht einen Lösungsansatz in einem lange vernachlässigten Faktor der Evolution, der sexuellen Selektion. Obwohl Darwin der „geschlechtlichen Zuchtwahl“ einen vergleichbaren Einfluss wie der Umweltselektion einräumte, wurde sie in den Ausarbeitungen der Evolutionstheorie weitgehend übergangen (die Gründe dafür werden in einem historischen Abriss kurz dargelegt). Wie Miller zeigt, kann jedoch die gezielte weibliche Bevorzugung von männlichen Individuen mit größerer geistiger Leistungsfähigkeit die rapide Gehirnentwicklung erklären. Ein möglicher Grund für diese Bevorzugung ist, dass ein großes Gehirn ähnlich wie der prächtige Schwanz eines Pfauenhahns zuerst einmal ein Handicap für seinen Träger darstellt – es ist wesentlich schwerer, damit zu überleben. Andererseits zeigt aber genau das Überleben der Träger an, dass es um ihre genetische Fitness ausgezeichnet bestellt sein muss. Ein Hominidenweibchen, dass gute Fremdgene für den eigenen Nachwuchs beziehen will, sollte also Anzeiger für ein großes Gehirn bevorzugen – und solche könnten zum Beispiel Kreativität, Humor oder Phantasie sein.

Ausgehend von dieser Grundidee betrachtet Miller eine Fülle menschlicher Verhaltensweisen und diskutiert daran äußerst unterhaltsam, welche evolutionären Ursprünge altruistisches Verhalten, Münzfälschung, Sprache oder der Besitz von Geländewagen hat. Wenn auch einige der Erklärungen etwas konstruiert erscheinen, bietet das Buch doch ein Feuerwerk an Anregungen und Denkanstößen und ist darüber hinaus auch noch humor- und phantasievoll geschrieben. Wer sich näher über die Partnerwerbung im Pleistozän und deren evolutionäre Folgen informieren will, ist bei Miller bestens aufgehoben.

Rezensent: Dr. Harald Luksch


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. Horst Wolfgang Boger TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die deutsche Übersetzung des Buches The Mating Mind: How Sexual Choice Shaped the Evolution of Human Nature ist nicht schlecht geraten, aber der Titel "Die sexuelle Evolution" besitzt keinerlei Charme. In der italienischen Übersetzung dagegen, "Uomini, donne e code di pavone" ("Männer, Frauen und der Schwanz des Pfaus"), ist der Zauber des Originaltitels sogar noch übertroffen worden.

Der Verfasser, einer der führenden Evolutionspsychologen, vollbringt das Kunststück, in einer flüssigen Prosa das interessanteste Thema, das Menschen seit jeher beschäftigt, das Verhältnis zwischen Frau und Mann, wissenschaftlich, hier: evolutionspsychologisch, darzustellen.

Eines der schönsten Kapitel ist "10. Cyrano und Scheherazade". Dort zeigt der Verfasser sehr überzeugend und in einer fast schon poetischen Sprache, dass Poesie als "Handicap-System" fungiert:

"So muss beispielsweise beim iambischen Pentameter jeder Vers exakt aus zehn Silben bestehen, mit abwechselnder Betonung der aufeinander folgenden Silben. Darüber hinaus muss sich Lyrik in vielen Sprachen auch noch reimen. [...] Bei einigen lyrischen Formen wie Haiku, Limerick und Sonett ist die Gesamtzahl der Verse festgelegt (jeweils drei, fünf und 14). Die am höchsten geachteten Lyrikformen wie das Sonett sind die schwierigsten, weil sie alle vier Regeln miteinander kombinieren, wodurch dem Dichter ein vierfaches Handicap auferlegt wird. Einige poetische Handicaps wie Versmaß, Rhythmus und Reim finden sich in fast allen Kulturen, was nahe legt, dass unser Geist einige verbale Adaptationen für den Umgang damit entwickelt hat."

Im Original liest sich dies so:

"In iambic pentameter, for example, each line must be of exactly ten syllables, with alternating stresses on successive syllables. Moreover, poetry in many languages is expected to rhyme. [...] Some poetic forms such as haiku, limericks, and sonnets also have constraints for the total number of lines (three, five, and fourteen, respectively). The most highly respected poetic forms such as the sonnet are the most difficult, because they combine all four rules, creating a quadruple handicap under which the poet must labor. Some poetic handicaps such as meter, rhythm, and rhyme are fairly universal across cultures, suggesting that our minds have evolved some verbal adaptations for dealing with them."

Die - in meiner Sicht sehr einleuchtende - Pointe besteht darin, dass bloßes Grunzen eine Frau wenig beeindruckt, dass aber kunstvoll gefügte Worte, die nur wenigen gelingen (deswegen "Handicap-System"), womöglich noch musikalisch begleitet, den Zugang zu Seele und Geist (und Körper) eines weiblichen Wesens erheblich erleichtern.

Evolution vollzieht sich keineswegs nur durch natürliche Selektion, sondern zu einem beträchtlichen Teil durch sexuelle Selektion: Männer werben um die Gunst von Frauen, Frauen wählen diejenigen Männer aus, denen sie ihre Gunst schenken wollen.

Man sollte die Lektüre des Buches unbedingt mit diesem Kapitel beginnen, falls man am Anfang des Buches mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

Die Idee des Handicaps ist übrigens von dem israelischen Biologen Amotz Zahavi in die Evolutionswissenschaften eingeführt worden; vgl. The Handicap Principle: A Missing Piece of Darwin's Puzzle, dt. Übersetzung: Signale der Verständigung. Zuerst wurde diese Idee ignoriert oder belächelt, inzwischen wird sie sogar in maßgeblichen Lehrbüchern referiert und positiv gewürdigt, z. B. in Mark Ridleys Evolution.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von erew-institut TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das Anliegen des Autors ist, mich gelegentlich im Text aufzufordern, mir vorzustellen, wie es für meine Vorfahren war, sich in ein „ungleichhaarigeres, kleineres, ärmeres, weniger kreatives, weniger beredtes und weniger selbstbewusstes Wesen" als wir es sind, zu verlieben. „Allerdings sollte dieses Bild nicht allzu konkret sein, denn es gelang mir nie, beim Anblick eines Museumsmodells einer australopithecinen Frau echtes Verlangen zu verspüren, wie realistisch ihre fliehende Stirn, ihre kräftige Taille und ihr behaartes Hinterteil auch gefertigt sein möchte." Auf einer etwas abstrakteren Ebene - meint der Autor - wäre es allerdings leichter, die Romanzen unserer Vorfahren zu verstehen. Denn manchem würde es leichter fallen, die menschliche Evolution durch sexuelle Selektion zu begreifen als durch natürliche Selektion. Denn die Vorfahren sahen sich anderen Überlebensrisiken gegenüber als Menschen heutiger Zeit, jedoch die Probleme sexueller Zurückweisung, gebrochener Herzen, Eifersucht und sexueller Konkurrenz blieben und bleiben praktisch unverändert, so G.F. Miller. G.F. Miller ist der Überzeugung, dass die Romanze unserer Gene seit Jahrmillionen andauert - im Vergleich zu den Beziehungsromanzen der Vergangenheit und der Gegenwart. Menschen bestehen deshalb heute, weil denen eine ununterbrochene Serie erfolgreicher sexueller Beziehung gelang, und zwar in jeder Generation, sich etwa vor einer halbe Milliarde Jahren die ersten Tiere mit Augen und Gehirnen entwickelten. Die menschliche Evolution wäre die Geschichte davon, wie dieses „Tor" immer wieder neue Sicherheitssysteme hervorbrachte und wie sich unser Geist entwickelte, um uns an den immer wachsameren Torhütern charmant vorbeizumogeln. Das Buch ist das Ergebnis eines Meisters seines Faches, der was von Partnerwahl und dem Entstehen des Geistes Wesentliches versteht und seinen Lesern plastisch und drastisch Außergewöhnliches zu vermittelt versteht.

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
- Darwins Wunder
- Geistige Fitness
- Schmückendes Genie
- Verführungskünste
- Kreatives Werben

Für die erew BIBLIO-KOM Dr. Karl-J. Kluge

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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von cybpat
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch beschreibt auf sehr amüsante Art, wie wir Menschen uns, unter dem Druck der primär weiblichen Partner-Selektion, zu den sozialen Menschenaffen entwickelt haben könnten, die wir heute sind.
Der ersten 150 Seiten sind aus populärwissenschaftlicher Sicht etwas schwer verdaubar und man braucht etwas Geduld, bis man zu den spannenden Teilen des Buches kommt.
Doch wenn Miller dann beginnt, den menschlichen Geist mit dem Schwanz des Pfaus zu vergleichen, wird es richtig interessant.

Einziges Manko: Miller schreibt immer wieder, dass bestimmte Thesen so sein könnten, wie er sie darstellt, im späteren Verlauf des Buches benutzt er diese Thesen dann aber als Argumentationsgrundlage. Alles könnte so sein, aber eben auch anders.
Trotzdem eine sehr spannende Literatur, die zum Nachdenken anregt.

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