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4.0 von 5 Sternen
Sprachlich nah an Jugend dran, 31. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Mira schwer verliebt. (Taschenbuch)
Mira hat es wirklich nicht leicht! Ihre verzwickten Familienverhältnisse sind eben nicht immer leicht zu bewältigen. Da gibt es Mama und Papa, aber die leben nicht zusammen, weil Papa sich nach der Geburt von Mira noch nicht reif genug für eine Familie empfand. Dann gibt es noch Jan, den Mann von Mama, aber der scheint Alfi, Mamas und seinen Sohn und Miras Halbbruder, viel lieber zu haben als Mira. Überhaupt, selbst Astrid, Miras beste Freundin, scheint Jans Herz mehr erweichen zu können als Mira. Außerdem läuft es in der Schule nicht besonders gut. Die blöden Jungs ärgern Mira ständig und sind auch ansonsten nicht besonders einfühlsam. Leider gehört auch Moritz zu dieser rüpelhaften Clique, und ausgerechnet in den hat sich Mira schwer verliebt. Ganz schön turbulent geht es in Alexa Hennig von Langes zweitem Mira-Band "Mira schwer verliebt" zu. Ein wahres Gefühlschaos entfaltet sich da, aber das ist ja wohl in der Pubertät immer so. Da sucht man halt noch seinen Weg. Die Autorin ist auch in diesem Buch sprachlich wieder sehr nah an ihren jungen Leserinnen und Lesern. Sie schreibt so, wie Jugendliche miteinander reden. Nicht gekünstelt, sondern echt. Manchmal auch ein wenig grob, aber das ist eben authentisch und vermittelt Nähe und das Gefühlt: "Ah, die Autorin weiß, wovon sie spricht!" Genau für dieses eigene Erzählverhalten ist Alexa Hennig von Lange bekannt. Zwei Romane waren es, die ihr den Weg dahin wiesen: Salingers "Der Fänger im Roggen" und Dan McCalls Jack der Bär". Das, was die Autorin erzählt, soll für den Leser erlebbar werden. Und es ist eben auch nicht die heile Vater-Mutter-Kind-Welt, in der Alexa Hennig von Lange ihre Geschichte ansiedelt, sondern eine Konstellation, wie es sich in Tausenden Patchworkfamilien gibt. Auch hier beweist die Autorin große Nähe zum wahren Leben junger Menschen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Super! :o), 26. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Mira schwer verliebt. (Taschenbuch)
Locker, flockiger Schreibstil in der Erzählform mit kleiner Illustration. Mira mit ihren Träumen und Problemchen in der Familie und Schule. Sehr lustig geschrieben und sehr real. Mira und ihre durchgeknallte Freundin Astrid, die überall anecken, besonders Astrid, aber die kann absolut nichts erschüttern. Geärgert von 3 Jungs aus der Klasse und zu allem Unglück verliebt sich Mira in Moritz, der zu dieser Bande gehört. Alle mischen sich ein, Astrid, Vater und Stiefvater. Es wird turbulent und spassig. Lesenswerte 127 Seiten von einer hier erfrischenden Autorin. :o)
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Papier kann man recyclen - Figuren nicht., 12. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Mira schwer verliebt. (Taschenbuch)
Der zweite Teil gießt alten Wein in noch ältere Schläuche, und wer schon bei "Mira reichts" wenig Lesefreude empfand, für den gerät der zweite Teil beinahe zum geistigen Aderlass. Besonders wenn die illustre Gesellschaft, in der sich der latente Teenie-Held Mira (dem literarischen Konzept Hamlets ähnlich) durch seine banalen Alltäglichkeiten hindurchquält, wird die geistige Leere der Botschaft von Frau HENING VON LANGE offenkundig. Wie zu erwarten war bindet "Mira - schwer verliebt" nicht an den Notwendigkeiten an, die sich aus den Konsequenzen des vorangegangenen Bandes ergeben hätten: keine Figur entwickelt sich oder schafft es auch nur ansatzweise, sich aus ihrer literarischen Konzeption als stereotype Verkörperung negativer Charaktereigenschaften zu befreien. Die furchtbare Sprache, in der Mira die Handlung das ganze Buch hindurch bewerten darf, besteht folglich fast nur aus Hauptsätzen, die mehr als oft genug nur aus einem (Haupt)Wort bestehen. Die Wortäußerungen offenbaren keinen Sinnzusammenhang und sind so kurz wie die Gedanken, welche die Figuren ihren egozentrischen Wortmeldungen vorausgehen lassen. Darum ist es letzlich egal, WAS passiert oder dem Leser als Handlung indoktriniert wird - jede äußere Wandlung der Situation findet nicht den geringsten Widerhall in den strohgefüllten Hirnen der Figuren, und erst recht nicht werden die Wandlungen von den Figuren v e r u r s a c h t. Denn dabei bleibt es bei Mira auch im zweiten Band: egal, was ihr widerfährt - es kotzt sie an, es macht sie fertig - und es isoliert sie in ihrer verkorksten Traumwelt, die der Leser allerdings präsentiert bekommt als eine kuschelige Rückzugsecke von der Realität. In ihrer Ablehnung der Welt so wie sie ist verfällt Mira, so wie die Erwachsenen, jedoch in eine kleinkindliche Trotzmanier, die ihr bereits zum Erkennungsmerkmal geworden ist. Ist "Mira" eine moderne Adaption z.B. von ANTON TSCHECHOW (Iwanow, Die Möwe, Der Kirschgarten)? Nein, die Qualitätsunterschiede sind zu groß - während bei Tschechow das erlösende Wort erkennbar ausbleibt und der Nebel, in dem die Figuren melancholisch nebeneinander her und aneinander vorbei reden und ihr wahrhaft leeres Leben verbringen, wirklich komisch ist - ist Mira nur langweilig. Für den Einsatz des Buches im Unterricht würde ich sagen: ab der 12ten Klasse, und im Vergleich zu Werken wie Shakespears "Viel Lärm um Nichts" oder "Warten auf Godot" oder anderen Werken zB von TSCHECHOW oder BECKETT.
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