Birgit Rabisch' quasi-biografischer Roman (Stichwort "Faction", siehe Epilog zum Roman) über die Jugend ihrer Großmutter ist in einfacher, schnörkelloser Sprache leicht erzählt und weckt beim interessierten Leser die Lust, sich näher mit dem Thema zu befassen. (An dieser Stelle sei Bernhard Sauers "Fememorde & Schwarze Reichswehr" empfohlen, eine als Buch veröffentlichte, sehr ausführliche Dissertation zum Thema mit massenhaft Quellennachweisen). Rabisch gelingt es, trotz aller sinnlosen Gräuel, die v.a. der Bruder der "Schwarzen Rosa", Erich Klapproth und natürlich ihr Verlobter, Paul "Feme-Schulz" Schulz zu verantworten haben, ein recht objektives Bild der damaligen Verhältnisse zu zeichnen. Dahingehend ist das Buch absolut lesens- und empfehlenswert.
Als negativ empfinde ich, dass Rabisch nur die Hauptpersonen als tatsächlich existente Personen handeln lässt und das "Drumherum" fiktionalisiert. Völlig unnötig meiner Meinung nach, die von Rabisch nach eigener Auskunft während der Recherche gesichteten Quellen sind doch hinreichend bekannt und erschöpfbar. Jedenfalls erschließt sich mir kein Grund, warum z.B. der in einem Feme-Fall mitangeklagte Bruder Erich Klapproths, Willy mit Namen, im Buch Georg genannt wird...
Aber wie gesagt, abseits davon, als Fazit: das Buch ist lesenswert.